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  • Corona-Warn-App in der Kritik: Anwendung ermöglicht Zugriff auf Gesundheitssysteme

Zugriff auf Gesundheitssysteme möglich: Forscher kritisieren deutsche Corona-Warn-App

  • Die deutsche Version der Corona-Warn-App wurde bereits über 23 Millionen Mal heruntergeladen.
  • Trotzdem reißt die Kritik von Datenschützern an der Anwendung nicht ab.
  • Internationale Forscher warnen nun, dass die App US-Unternehmen den Zugriff auf unser Gesundheitssystem ermöglichen könnte.
Michèle Förster
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In den vergangenen Wochen ist die Kritik an der von der Bundesregierung herausgegebenen Corona-Warn-App lauter geworden. Nicht nur Datenschützer äußerten ihre Bedenken, sondern auch der Nutzen der über 23 Millionen Mal heruntergeladenen App sei nur begrenzt. Es sei weiterhin unklar, wie effektiv etwa die deutsche Warn-App sei, meinen nun auch internationale Forscher. Wie der „Spiegel“ berichtet, kritisieren die zwölf Autoren in einem neuen Papier die in Deutschland, Italien und der Schweiz genutzten Corona-Warn-Apps.

Vor allem die Entscheidung der Bundesregierung, bei der App auf ein von Google und ­Ap­ple vorgegebenes System zu setzen, stößt auf Kritik. Dies führe zu „erheblichen technischen und politischen Problemen“ und öffne „Pandoras Büchse“, zitiert der „Spiegel“ die Experten.

US-Unternehmen könnten Zugriff auf Gesundheitssystem erhalten

So verweisen die Forscher laut dem Bericht auf drei mögliche Angriffsszenarien, mit denen falsche Benachrichtigungen über das Infektionsrisiko erzeugt werden könnten. Sie warnen davor, sich in der technischen Pandemiebekämpfung weitgehend auf Google und Apple zu verlassen. Denn das ermögliche den Techgiganten den Zugang in die Gesundheitssysteme der jeweiligen Staaten, warnen die Forscher laut „Spiegel“.

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Bislang sei dieser Bereich von der sonstigen Dominanz der amerikanischen Techkonzerne vergleichsweise unberührt. „Wir brauchen eine radikale Umkehr und müssen auf Alternativen zum System von Apple und Google setzen“, sagt Ahmad-Reza Sadeghi, der Sprecher des Bereichs Cybersicherheit der TU Darmstadt, die das Papier initiiert hat. Nur so könnten effektivere Apps entstehen, heißt es laut „Spiegel“ in dem Papier. „Angesichts der hohen Kosten für die deutsche App würde die Entwicklung einer un­abhängigen und sichereren Lösung kaum ins Gewicht fallen“, so Sadeghi.

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„Die App ist so programmiert, dass so wenig personenbezogene Daten wie möglich verarbeitet werden“, heißt es hingegen in einer offiziellen Erklärung zur Corona-Warn-App. „Das bedeutet, dass die App keine Daten erfasst, die es dem RKI oder anderen Nutzern ermöglichen, auf Ihre Identität, Ihren Namen, Ihren Standort oder andere persönliche Details zu schließen.“

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