Corona-Warn-App: Was bei Reisen ins Ausland zu beachten ist

  • Seit zwei Wochen ist die deutsche Corona-Warn-App verfügbar.
  • Doch welche Anwendungen sollte man bei Reisen ins Ausland nutzen?
  • Viele Nachbarländer bieten mittlerweile eigene Lösungen.
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Angesichts der bevorstehenden Sommerferien fragen sich viele Nutzer der Corona-Warn-App, ob die Anwendung auch im Ausland von Nutzen ist. Bisher ist sie nicht mit den Apps anderer Länder kompatibel. Das soll sich aber noch ändern. Die EU will eine Interoperabilität für dezentrale Apps schaffen, damit diese auch grenzüberschreitend funktionieren.

“Mit Blick auf die bevorstehende Reisesaison ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass die Europäerinnen und Europäer die App aus ihrem eigenen Land nutzen können, unabhängig davon, wo in der EU sie unterwegs sind”, sagte der französische Digitalkommissar Thierry Breton. Dies könnte allerdings noch deutlich länger dauern. Mit Blick auf die unterschiedlichen Ansätze, die bei der Entwicklung der einzelnen Apps verfolgt wurden, ergeben sich technische Schwierigkeiten. Auch müssten Google und Apple zunächst ihre Schnittstellen überarbeiten.

Corona-Warn-App nützt im Ausland nur bedingt

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Die deutsche Corona-Warn-App funktioniert auch im Ausland. Ihr Einsatz würde sich momentan allerdings nur dann lohnen, wenn sich in der Nähe ebenfalls viele deutsche Touristen aufhalten, die das Tracing-Tool verwenden. Anderenfalls hilft ein Blick auf die jeweilige Landeslösung. Zu beachten ist dabei, dass nicht zwei Apps gleichzeitig auf die benötigte Google- bzw. Apple-Schnittstelle zugreifen können, wie der “Spiegel” berichtet.

Viele Nachbarstaaten haben bereits eigene Apps veröffentlicht, die auch von deutschen Besuchern genutzt werden können. Allerdings sind die Anwendungen nicht überall gleichermaßen erfolgreich.

Während die deutsche Warn-App mittlerweile 14,4 Millionen Downloads zählt, kommt das französische Pendent nur auf knapp zwei Millionen. Ein Überblick über die möglichen Alternativen.

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So funktioniert die neue Corona-Warn-App
1:07 min
Die offizielle Corona-App ist in Deutschland an den Start gegangen. Sie soll im Kampf gegen Covid-19 beitragen und Nutzern mögliche Risiken aufzeigen.  © RND

Dänemark

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“Smittestop” heißt die dänische Corona-App, die Ende Juni veröffentlicht wurde. In den ersten 24 Stunden wurde sie rund 240.000-mal heruntergeladen. Sie verfolgt wie die deutsche Anwendung einen dezentralen Ansatz, der die Kontaktschlüssel der Nutzer nur auf dem Smartphone speichert. Bei einer Infektion werden Kontaktpersonen via App über ein erhöhtes Risiko gewarnt. “Smittestop” kann auch von Nutzern der deutschen App-Stores problemlos geladen werden.

Frankreich

Anders als die meisten europäischen Apps setzt das französische Tool “Stop Covid” nicht auf die von Apple und Google bereitgestellte Schnittstelle und speichert die Daten der Nutzer auf zentralen Servern. Frankreich hatte sich gegen eine Zusammenarbeit mit den beiden großen Firmen entschieden. Das habe insbesondere beim iPhone zur Folge, dass die App nicht im Hintergrund laufen könne, kritisieren Experten. Als Besonderheit kann die französische App dadurch allerdings parallel zur deutschen Anwendung laufen.

Italien

Italien hat seine Lösung “Immuni” Anfang Juni in den App- und Play-Stores bereitgestellt. Das Tracing Tool wurde von einem Mailänder Unternehmen entwickelt und kam nach zwei Wochen auf rund zwei Millionen Downloads. Wie auch die deutsche Anwendung basiert die Identifikation von Kontakten auf der Bluetooth-Low-Energy-Technologie. Anders als in Frankreich haben die Entwickler auf die von Apple und Google zur Verfügung gestellte Schnittstelle zurückgegriffen. Die italienische App kann auch von deutschen Besuchern kostenlos heruntergeladen und genutzt werden.

Schweiz

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Vor rund einer Woche wurde die App “Swiss Covid” veröffentlicht. Die freiwillige Anwendung wurde von den Technischen Hochschulen Lausanne und Zürich und dem Unternehmen Ubique entwickelt. Sie sammelt via Bluetooth Low Energy die Schlüssel anderer Nutzer und speichert diese bei näherem Kontakt dezentral auf dem Smartphone. Laut “SRF” nutzen mittlerweile mehr als 850.000 Schweizer die Anwendung.

Österreich

In Österreich ist “Stopp Corona” bereits seit Ende März im Einsatz. Die vom Roten Kreuz bereitgestellte App beruht wie alle anderen europäischen Apps auf Freiwilligkeit. Mitte Juni wurde eine neue Version der App veröffentlicht. Der digitale “Handschlag”, also der Austausch von Kontaktdaten, funktioniert nun auch automatisch und muss nicht manuell von Nutzern bestätigt werden. Seither ist die App außerdem für Nutzer aus dem Ausland verfügbar. Die Resonanz ist bei der App allerdings niedriger als in Deutschland. Schätzungen des Roten Kreuzes zufolge haben rund 680.000 Menschen die Anwendung heruntergeladen, nur die Hälfte gilt als aktive Nutzer.

RND/mkr

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