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Prognose: So könnte sich die Corona-Krise auf die berufliche Zukunft der Gen Z auswirken

  • Die langfristigen Folgen der Corona-Krise auf die berufliche Zukunft der Generation Z sind ungewiss.
  • Eine aktuelle Studie lässt nun hoffen, dass die Generation sogar von bestimmten Entwicklungen im Arbeitsmarkt profitieren könnte.
  • Demnach könnte die technikaffine Gen Z im Zuge des Trends zu digitalen Technologien zukünftig verstärkt auf dem Arbeitsmarkt gefragt sein.
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Sind sie die „verlorene Generation Corona“? Jüngste Berichte über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die sogenannte Generation Z (Gen Z) sind besorgniserregend. Unter anderem ist von einer Zunahme an psychischen Belastungen und Zukunftsängsten bis hin zu höchst ungewissen Jobaussichten die Rede. Doch eine aktuelle Studie sieht auch positive Auswirkungen der Pandemie auf die berufliche Zukunft: Die technikaffine Gen Z könnte von den technologischen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt infolge der Corona-Krise sogar profitieren, wie aus einem Bericht von Snapchat und dem Analyseinstitut Oxford Economics hervorgeht.

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Trend zu digitalen Technologien in Corona-Zeiten: Die Digital Natives sind gefragt

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Analysen von Stellenausschreibungen in Deutschland haben gezeigt, dass im Zuge des Wachstums in den bestimmten Bereichen wie künstliche Intelligenz (KI), Robotik und Cloudtechnologie verstärkt Digitalkompetenzen gefragt waren. Diese Entwicklung werde dem Report zufolge aufgrund des Trends zu digitalen Technologien als Folge von Homeoffice und Social Distancing in Corona-Zeiten beschleunigt. Hier kommt die Gen Z ins Spiel, der nach Definition von Oxford Economics die Jahrgänge Mitte der 1990er bis 2010 zugeordnet werden: Sie sei die erste Generation, die nur aus echten Digital Natives bestehe. Sprich: Sie sind mit digitalen Technologien aufgewachsen und in ihrer Nutzung geübt.

Die Affinität zur Technik der Generation spiegelt sich auch im Bericht von Snapchat und Oxford Economics wider. Demnach nutzt die Gen Z Umfragen zufolge eher digitale Landschaften als andere Altersgruppen: Rund 54 Prozent der befragten Angehörigen der Gen Z in Deutschland gaben an, dass sie wissen, wie sie aus Onlineinhalten „etwas Neues gestalten können“. Zum Vergleich: In der Gesamtstichprobe lag der Schnitt bei 44 Prozent.

Einer Analyse von Oxford Economics von Daten des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt zudem, dass die Gen Z bereits mehr digitale Lernangebote nutzt. Beispielsweise haben sich demnach 35 Prozent der 16- bis 24-Jährigen schon mal im Internet ein Video als Anleitung für eine Alltagsaufgabe angesehen. Bei den 40- bis 55-Jährigen waren es nur 22 Prozent. Zudem gaben 27 Prozent der 16- bis 24-Jährigen und nur 8 Prozent der 40 bis 55 Jahre alten Befragten an, schon mal einen Vortrag im Internet angesehen zu haben, um sich über ein neues Thema zu informieren.

Report: Generation Z spielt große Rolle für Augmented-Reality-Branche

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Einer der Schwerpunkte der Studie war auch das Wachstum der sogenannten Augmented Reality (AR), die die Darstellung von digitalen Inhalten und Informationen in der physischen Welt ermöglicht. Demnach könnten sich die Umsätze bis 2023 verzehnfachen: 2018 lagen die Umsätze der AR-Branche noch bei 2,4 Milliarden US-Dollar weltweit, der Prognose zufolge könnten sie fünf Jahre später auf 27 Milliarden US-Dollar steigen.

In der Studie wurde auch die Rolle der Generation Z in der AR-Branche untersucht: Die Gen Z bringe demnach für AR-Unternehmen die richtigen Voraussetzungen mit. „Angehörige der Generation Z spielen eine entscheidende Rolle bei unserer Arbeit mit AR-Videoeffekten. Sie können schnell sehr viele Informationen erfassen und wissen besser, was ihre Altersgenossen wollen“, sagte Julian Weiss, Gründer des deutschen AR-Unternehmens Headraft in dem Report.

Die Umsätze der AR-Branche werden Schätzungen zufolge stark wachsen. © Quelle: Snapchat/Oxford Economics

Dass die Generation Z gut mit AR vertraut ist, zeigte auch eine Analyse von Oxford Economics von YouGov-Daten: Bei den 16 bis 24 Jahre alten Befragten gaben fast die Hälfte an (49 Prozent), dass sie wissen, wie man Filter, Linsen oder andere digitale Tools nutzt, um Fotos oder Videos mit beispielsweise Freunden und Mitstudierenden zu teilen. Bei den 40- bis 55-Jährigen waren es nur 29 Prozent. Zudem konnten 43 Prozent der 16- bis 24-Jährigen und nur 30 Prozent der 40- bis 55-Jährigen digitale Tools nutzen, um Informationen über einen Gegenstand oder einen Ort nachzuschlagen.

Prognose: Gen Z-Anteil an Gesamtbeschäftigtenzahl wird sich bis 2030 verdreifachen

Knapp 87 Prozent der Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Generation Z in Deutschland besuchten 2018 eine Schule oder Universität, wie Snapchat und Oxford Economics unter Berufung auf Analysen des Statistischen Bundesamtes, OECD- und Eurostat-Daten berichtet. Nur wenige waren demnach erwerbstätig.

Doch das wird sich der Prognose von Snapchat und Oxford Economics zufolge aller Voraussicht nach sprunghaft ändern: Demnach werde der Anteil der Generation Z an der Gesamtbeschäftigtenzahl in Deutschland von 8 Prozent im Jahr 2019 auf schätzungsweise 24 Prozent im Jahr 2030 steigen. Das verfügbare Einkommen der Gen Z werde somit voraussichtlich um mehr als das Siebenfache steigen – von 65 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 383 Milliarden Euro im Jahr 2030.

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