Torwartvergleich: Mai Thi Nguyen-Kim erklärt, warum die Impfung trotz der Impfdurchbrüche wirkt

  • Geimpfte auf den Intensivstationen sind ein Zeichen dafür, dass die Impfung nicht wirkt?
  • Die Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim hat einen sehr anschaulichen Weg gefunden, zu verdeutlichen, warum das nicht stimmt.
  • In ihrem aktuellen Youtube-Video erklärt sie, warum sie nun doch für eine Impfpflicht ist.
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Eigentlich hat sie gar kein Video über Corona mehr machen wollen. Denn alle Fakten seien schon so oft gesagt worden. Aber nun geht die Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim mit einem Meme viral, das auf ihrem am Sonntag veröffentlichten Video „Impflicht ist OK“ basiert. Darin erklärt die preisgekrönte Youtuberin und Journalistin sehr anschaulich, wie irrational es ist, aufgrund geimpfter Corona-Intensivpatientinnen und -patienten zu behaupten, Impfstoffe würden nicht oder nicht gut wirken.

Denn: Die Impfung schütze. Sie vermindere das Risiko, sich anzustecken, andere anzustecken oder erkrankt einen schweren Verlauf von Covid-19 zu erleben, erklärt Nguyen-Kim. „Bitte nicht irritieren lassen von geimpften Corona-Patienten auf der Intensivstation“, appelliert die Wissenschaftlerin. Diese seien kein Beweis dafür, dass Impfungen nicht oder schlecht wirkten – sonderlich lediglich dafür, dass immer mehr Menschen geimpft seien.

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„Torwarte nützen nichts“

Wer gegen Corona geimpfte Personen auf der Intensivstation als Argument gegen Impfungen heranziehe, müsse sich auch gegen Sicherheitsgurte aussprechen. Denn 99 Prozent der schwerverletzten Unfallopfer seien angeschnallt gewesen. „Flügel von Flugzeugen bringen nichts, denn bei 99 Prozent der Flugzeugabstürze waren vorher noch beide Flügel an“, nennt Nguyen-Kim einen weiteren Vergleich. „Torwarte nützen nichts, denn bei 99 Prozent der Tore war ein Torwart da. Selbe Logik“, sagt die Wissenschaftlerin.

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„Vielleicht haben manche den Ausnahmezustand, in dem wir uns befinden, immer noch nicht begriffen“, überlegt sie in dem Video auf ihrem Youtube-Kanal „maiLab“. Dem Virus einfach für immer aus dem Weg zu gehen, das sei nämlich gar nicht möglich. Deshalb sei das abzuwägende Risiko nicht, sich impfen zu lassen oder auf das Vakzin zu verzichten. Stattdessen gehe es darum, dem Virus als Geimpfter zu begegnen oder sich als Ungeimpfter früher oder später anzustecken.

Als habe man beim Anschnallen im Auto Angst, sich den Finger zu klemmen

„Die Risiken einer Impfung stehen in keinem Verhältnis zu den Risiken einer Corona-Infektion“, sagt Nguyen-Kim. Wer Angst vor den sehr seltenen Nebenwirkungen einer Corona-Impfung habe, müsse sich „konsequenterweise vor Angst schreiend in die Hose vor einer Corona-Infektion machen“. Das sei so, als habe man beim Anschnallen im Auto Angst, sich den Finger zu klemmen oder durch den Sicherheitsgurt das Schlüsselbein bei einem Unfall zu brechen – aber keine Angst davor, unangeschnallt aus dem Auto zu fliegen und zu sterben.

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Eigentlich hatte sich die Wissenschaftlerin stets gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. „Warum sollte man Menschen zu einer Entscheidung, die ganz objektiv die beste Wahl ist, verpflichten müssen?“, fragt sie. Da andere Maßnahmen in der aktuellen Notlage aber nicht ausreichten, habe sie ihre Meinung nun geändert. Damit die Pandemie vorbeigehe, brauche es eine Grundimmunisierung in der Bevölkerung. Die könne man durchs Impfen erreichen oder durch Ansteckungen. Allerdings: Letzteres führe zu vielen Todesfälle, die durch Impfungen vermeidbar wären.

„Nur, wer die Fakten nicht verstanden hat oder von Desinformation getäuscht wurde, entscheidet sich bewusst gegen die Impfung“, sagt Nguyen-Kim.

RND/saf

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