• Startseite
  • Digital
  • Corona-App „Smittestopp“: Norwegen kündigt nach Datenschutzproblemen neue App an

Corona-App „Smittestopp“: Norwegen kündigt nach Datenschutzproblemen neue App an

  • Für die digitale Infektionsverfolgung setzte Norwegen bereits früh auf eine Corona-App.
  • „Smittestopp“ wurde seit April von 1,5 Millionen Norwegern heruntergeladen.
  • Wegen Problemen mit der Datenverarbeitung wurde die App gestoppt – doch bald soll es einen Nachfolger geben.
Anzeige
Anzeige

Oslo. Als eines der ersten Länder Europas hatte Norwegen im Frühjahr eine Corona-Warn-App eingeführt – jetzt will die Regierung in Oslo einen erfolgreicheren Nachfolger auf den Weg bringen. Die neue App solle ihren wegen Datenschutzbedenken auf Eis gelegten Vorgänger „Smittestopp“ ersetzen, und Ziel sei, sie bis Ende des Jahres startklar zu machen, kündigte Gesundheitsminister Bent Høie am Montag an.

Diesmal solle sie nur der digitalen Infektionsverfolgung dienen, Daten dabei aber nicht zentral speichern. Basieren soll das Ganze auf internationalen Lösungen von Google und Apple, auf denen nach norwegischen Angaben unter anderem auch die deutsche Warn-App beruht.

Daten von 1,5 Millionen Norwegern gelöscht

Bereits Mitte April konnten sich die Norweger „Smittestopp“ auf ihre Smartphones herunterladen. Damit sollten mögliche Infektionen aufgespürt werden, während erste in der Corona-Krise erlassene Maßnahmen in Norwegen gelockert worden waren. Erfolge blieben aber aus. Nur zwei Monate später wurde die App dann gestoppt, nachdem die Datenschutzbehörde des Landes angekündigt hatte, die Verarbeitung der erhobenen persönlichen Daten vorübergehend verbieten zu wollen. Daten sammelte die App seitdem nicht mehr ein, das nationale Gesundheitsinstitut FHI löschte zugleich alle gespeicherten persönlichen Informationen. Mehr als 1,5 Millionen Norweger hatten sich die App bis dahin heruntergeladen.

Anzeige

Norwegen habe versucht, besonders frühzeitig eine Corona-App zu etablieren, sagte Høie dazu nun auf einer Pressekonferenz in Oslo. "Leider ist das nicht gelungen. Daraus haben wir gelernt, und jetzt gehen wir weiter."

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen