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„Command & Conquer Remastered“ im Test: So spielt sich das 90er-Remake

  • Kane ist zurück: Zum Jubiläum der legendären „Command & Conquer“-Reihe gibt es ein detailverliebtes Remake der ersten Teile „Tiberiumkonflikt“ und „Alarmstufe Rot“.
  • Nostalgiker dürfen jubeln: Das Spiel lässt Fan-Herzen höher schlagen.
  • Wer die Originalspiele nicht kennt, wird aber mit vielem nicht viel anfangen können.
Robert Nößler
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Wenn Zeitreisen immer so einfach wären: Ein Druck auf die Leertaste am PC genügt, und es geht ein Vierteljahrhundert zurück in die Vergangenheit. Mit der Remastered Collection von „Command & Conquer“, die jetzt zum 25-jährigen Jubiläum der Reihe erschienen ist, kommen bei Strategieveteranen Nostalgiegefühle auf. Wer den ersten Teil 1995 spielte, blickte in seinem Röhrenmonitor einst auf 640 mal 480 Bildpunkte. In der Neuauflage dient die originale VGA-Auflösung aber nun nur noch als Gimmick – zwischen alt und neu lässt sich einfach hin- und herwechseln.

Die Entwickler von Petrolglyph, unter ihnen auch Mitarbeiter des Original-Teams von Westwood, haben dem Remake neben einer aufpolierten 4K-Grafik auch neue Komfort-Features und einen Karteneditor spendiert. Optisch war „C&C“ noch nie revolutionär, spielerisch ging die Reihe in die Geschichte ein. Als Echtzeitstrategiepioniere ebneten der „Tiberiumkonflikt“ und vor allem der Nachfolger „Alarmstufe Rot“ den Weg für Kultspiele wie „Age of Empires“ oder „Starcraft“.

"Command & Conquer Remastered" lässt sich auch in der Originalauflösung spielen. © Quelle: Electronic Arts
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Die Retro-Edition enthält beide „C&C“-Titel, inklusive aller drei Erweiterungen – insgesamt mehr als 100 Missionen. Dazu gibt es Stunden bislang unveröffentlichte Cutscenes und neu eingespielte Soundtracks. Ein fairer Deal für 20 Euro.

„Command & Conquer Remastered“ lässt Fan-Herzen höher schlagen

„Welcome back, Commander“, begrüßt ein Retro-DOS-Menü den Spieler, danach geht es auf das historische Schlachtfeld. Mammutpanzer rollen durch den Schnee, Orca-Helikopter kreisen am Himmel und Tesla-Spulen grillen Soldaten. Leider verfahren sich die Tiberium-Erntefahrzeuge noch wie vor 25 Jahren und bleiben häufig stecken. Immerhin darf die Grafik jetzt gezoomt werden und bei der Einheitenproduktion gibt es Warteschlangen – heute längst Genre-Standard.

Mit der simplen Mischung aus Basisbau und schnellen Gefechten nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip wirkt „Command & Conquer Remastered“ wie ein Anachronismus. Spätestens wenn der glatzköpfige Bösewicht Kane zum ersten Mal zu sehen ist, schlägt aber das Fan-Herz höher, egal ob auf Seiten der GDI-Allianz oder der Bruderschaft von NOD.

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Wer die Originalspiele nicht kennt, wird mit alldem nicht viel anfangen können. Das Gameplay kommt altbacken daher, die Einheitenauswahl ist überschaubar, die Atmosphäre macht einen angestaubten Eindruck. Aber: Der überarbeitete Onlinemodus könnte zum Hit werden.

Zeitreise mit Stalin, Einstein und Hitler

Unfreiwillig komisch wirken viele Videosequenzen, trotz der aufwändigen Überarbeitung. Das gilt insbesondere für den zweiten Teil, in dem Josef Stalin mit der Sowjetunion die Weltherrschaft an sich reißen will, nachdem Albert Einstein durch eine Zeitreise ins Jahr 1924 Hitler liquidiert hat. Diese Filmszene schaffte es einst nicht ins fertige Spiel und ist nun im Remake erstmals zu sehen.

„Command & Conquer Remastered“ ist für Liebhaber der Originale ein großer Spaß – und für alle Nichtkenner ein mit viel Liebe designtes Geschichtsmuseum.

Die „Command & Conquer Remastered Collection“ von Electronic Arts ist seit 5. Juni als Download bei Steam und Origin für den PC erhältlich. Das Spiel ist ab 16 Jahren freigegeben und kostet rund 20 Euro.

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