Technik-Messe CES: Diese Neuigkeiten erobern im Jahr 2020 die Technikbranche

  • Ein knickbarer Bildschirm, eine Mikrowelle zum Kühlen oder der Roboter für jedermann: So sieht die Zukunft der Technik aus.
  • Das hat die Technik-Messe CES in Las Vegas gerade gezeigt.
  • Wir haben die Trends des Jahres 2020 für Sie zusammengestellt.
Irene Habich
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Las Vegas. Die Technik-Messe CES in Las Vegas ist eine der weltweit größten Fachmessen für Unterhaltungselektronik. Sie findet jährlich statt und dauert in der Regel vier Tage. Die Trends des Jahres 2020 haben wir für Sie zusammengefasst.

Nach faltbaren Smartphones kommen jetzt faltbare Computer

2020 kommt der erste faltbare Computer auf den Markt: Das Thinkpad X1 Fold von Lenovo ist ein großes Tablet, das sich in der Mitte knicken lässt. Dann kann man das Gerät wie ein Buch halten, aber durch eine digitale Tastatur auch wie einen Laptop bedienen. Außerdem gibt es ein dünnes Keyboard mit echten Tasten zum Auflegen auf eine Hälfte des Tablets. Flexibel ist das Display dank der sogenannten OLED (Organic Light Emitting Diode) – Technologie, die bereits bei faltbaren Smartphones von Samsung oder Motorola zum Einsatz kam. Dabei werden dünne Folien mit Leuchtdioden beschichtet. Das Thinkpad X1 Fold soll es laut Lenovo ab Mitte 2020 zu kaufen geben, der Preis wird bei etwa 2500 bis 3000 Euro liegen.

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Lenovos Thinkpad X1 Fold bietet im aufgeklappten Zustand 13,3 Zoll Bildschirmdiagonale. © Quelle: Florian Schuh/dpa

Alte Technik neu interpretiert: Reachy, der Roboter

Reachy, der Roboter hat ein großes und ein kleines Auge und wackelt lustig mit den Antennen auf seinem Kopf. Er sieht niedlich aus und kann deshalb vor allem zum Kontakt mit Kunden eingesetzt werden. Reachy kann Kaffee servieren, Mausekästchen spielen, Messebesucher begrüßen oder vor Geschäften kleine Geschenke oder Werbebroschüren verteilen. Die Technik, die sich in Reachy verbirgt, ist hierbei nicht unbedingt neuartig. Das Besondere ist vielmehr, dass der Roboter beliebig weiterentwickelt werden kann. Die Firma Pollen bietet den Prototypen in verschiedenen Varianten an – danach kann jeder Reachy so programmieren, wie er möchte, er ist mit frei verfügbarer Software kompatibel. Die verschiedenen Reachy-Versionen werden zwischen 8000 und 15.500 Euro kosten. Ab wann Reachy geliefert werden kann, steht derzeit noch nicht fest.

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Reachy der Roboter wird auf der Technik-Messe CES in Las Vegas vorgestellt. © Quelle: James Atoa/imago images/UPI Photo/dpa

Hightech im Kinderzimmer: Die schlaue Windel

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Mit der neuen Windel Lumi von Pampers zieht Hightech ins Kinderzimmer ein. Ein Sensor misst den Feuchtigkeitsgehalt im Inneren der Pampers und erkennt, wann es Zeit zum Wechseln wird. Zusätzlich werden Bewegungen des Babys durch den Sensor gemessen und aufgezeichnet, wodurch sich Schlafdauer und Schlafphasen bestimmen lassen. Geliefert wird das Sensorsystem zusammen mit einer Kamera, die auch bei Dunkelheit eine hohe Auflösung bietet und sich ebenfalls mit der App verbindet. Anders als bei einem einfachen Babyphone funktioniert die Übertragung in beide Richtungen – Eltern können so auch aus der Entfernung ihrem Baby beruhigend zureden. Lumi ist derzeit nur in den USA erhältlich, ein Paket mit Kamera, Windelset mit Sensor und App kostet 349 US-Dollar (etwa 313 Euro).

Ein Sensor misst den Feuchtigkeitsgehalt im Inneren der Windel Lumi. © Quelle: James Atoa/imago images/UPI Photo/dpa

Social-Media-Trends des Jahres 2020

Die Online-Marketing-Agentur Talkwalker hat 50 Experten nach den Social-Media-Trends für 2020 befragt. Ein klar anhaltender Trend ist demnach das rasant wachsende Netzwerk TikTok, bei dem jeder Nutzer kurze Musikvideos drehen und teilen kann. Augmented-Reality-Anwendungen, bei denen Nutzer mithilfe von speziellen Headsets oder Brillen in 3-D-Welten eintauchen, sollen in Apps und sozialen Netzwerken verfügbarer werden.

Eine Mikrowelle zum Kühlen: Juno Rapid Chiller

Hat man vergessen, Wein, Bier oder Cola kaltzustellen, hilft bisher nur Geduld. Das soll sich dank einer Erfindung des Start-ups Matrix ändern. Der Juno Rapid Chiller bringt eine Getränkedose in ein bis zwei Minuten auf Eiseskälte. „Wie eine Mikrowelle – nur zum Kühlen“ müsse man sich das Ganze vorstellen, so die Hersteller. Statt mit Mikrowellen arbeitet der Rapid Chiller allerdings mit kaltem Wasser, das in seinem Inneren zirkuliert. Geliefert werden soll der Rapid Chiller voraussichtlich ab August, er wird für rund 180 Euro angeboten.

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Der Juno Rapid Chiller bringt eine Getränkedose in ein bis zwei Minuten auf Eiseskälte. © Quelle: AP Photo/Ross D. Franklin/dpa

4K war gestern: 2020 liegen 8K-Fernseher im Trend

4K ist noch nicht tot, aber: Es lebe 8K! Das ist die Botschaft der Fernseherhersteller für 2020. Was vor wenigen Jahren noch die Spitze der TV-Technik war, ist nun Standard – und die Industrie schiebt die Käufer ihrer Geräte sanft, aber bestimmt auf die nächste Stufe zu. LG, Samsung, TCL und Sony zum Beispiel setzen bei neuen TV-Geräten auf 8K, also auf die vierfache Pixelzahl von 4K-Fernsehern. Die großen Bildschirme mit vielen Pixeln allein sorgen aber nicht automatisch für ein besseres Videoerlebnis. Hochauflösende Inhalte sind bislang Mangelware. Immerhin gibt es nun mit HDMI 2.1 eine passende Schnittstelle zur Übertragung von Zuspielgeräten – die aber bislang ebenfalls noch selten sind. Dieses Jahr dürfte sich das jedoch ändern.

Ton direkt aus dem Bildschirm: Sony OLED-Flaggschiff ZH8 in 8K-Auflösung versetzt das Display in Schwingungen und erzeugt so die Geräusche. © Quelle: Florian Schuh/dpa

Sprachassistenten für Toiletten, Duschköpfe und Co.

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In Fernsehern stecken sie, in vernetzten Lautsprechern sowieso und mittlerweile auch in vielen anderen Geräten: Sprachassistenten. Jetzt geht der Trend zum Sprachassistenten an eher ungewöhnlichen Stellen weiter. Zum Beispiel beim US-Sanitärhersteller Kohler. Zusammen mit Harman Kardon hat er einen Duschkopf entwickelt, in dem ein vernetzter wasserdichter Lautsprecher mit Amazons Alexa steckt. Auch eine smarte Toilette mit Sprachassistenten gibt es. Oder einen Fahrradhelm von Safe-Tec, der aufs Trägerwort hört und zum Beispiel die eingebauten Ohrhörer steuern lässt.

Im Inneren des Moxie-Duschkopfs von Kohler steckt ein zusammen mit Harman Kardon entwickelter wasserdichter Smart Speaker. © Quelle: Florian Schuh/dpa

Kabellose Kopfhörer: Apple kriegt Konkurrenz

Apples Airpods wurden 2016 kontrovers diskutiert. Doch die weißen Ohrstöpsel in Zahnbürstenkopf-Optik haben ein neues Genre mit definiert: die True-Wireless-Kopfhörer. Die Geräteklasse boomt: Rund ein Drittel mehr Absatz erwartet der US-Branchenverband CTA für das Jahr 2020. Hersteller wie Panasonic, Technics, Samsung, Sony und Huawei sind mittlerweile auch im Geschäft. Und auch wenn kaum einer es offen anspricht: Fast alle wollen sich als wahre Alternative zu Apples Ende 2019 eingeführten und 279 Euro teuren Airpods Pro positionieren. Klanglich reichen tatsächlich einige Konkurrenten den Apple-Kopfhörern das Wasser, auch aktive Geräuschunterdrückung ist bei teureren Modellen mittlerweile an Bord.

Airpods-Konkurrenz aus Japan: Die drahtlosen Ohrstöpsel mit der Bezeichnung EAH-AZ70W stammen von der Panasonic-Tochter Technics. © Quelle: Technics/dpa
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