Bundeswehr bewirbt Mali-Einsatz mit Snapchat-Filter

Per Filter verwandeln sich Snapchat-Nutzer in Bundeswehr-Soldaten.

Per Filter verwandeln sich Snapchat-Nutzer in Bundeswehr-Soldaten.

Berlin. Auslandseinsatz hautnah: Rote Sandstürme, Panzer auf Schotterstraßen, Soldaten in der Wüste. Mit einem bildgewaltigen Trailer wirbt die Bundeswehr auf der Video-Plattform Youtube für die Webserie "Mali". Nach dem Vorgänger "Die Rekruten" startete am 16. Oktober die zweite Youtube-Doku, die im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums für 6,5 Millionen Euro inklusive Werbekosten produziert wurde.

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Die Serie dokumentiert den Alltag acht junger Soldaten in Mali. Sechs Wochen lang erscheinen die Folgen täglich von Montag bis Donnerstag auf dem Youtube-Kanal der Bundeswehr. Auch auf Instagram und Facebook ist die Produktion zu sehen. Dass sich die Serie vor allem an den jungen Nachwuchs richtet, zeigt auch die neuste Werbeaktion auf Snapchat: In Form eines Filters können sich die Nutzer selbst in Bundeswehr-Soldaten verwandeln und virtuell in den Einsatz versetzen. Weltweit waren im Jahr 2016 60 Prozent der Snapchat-User jünger als 25 Jahre.

Kritik an Werbekampagne

In den sozialen Netzwerken wurde die Webserie und ihre Bewerbung in den vergangenen Tagen verstärkt kritisiert. Die Mission sei kein Abenteuer, sondern „blutiger Ernst“, twitterte etwa der Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich (Die Linke). Auch andere Nutzer kritisieren, dass die Werbeposter sich am Design von Ego-Shooter-Computerspielen und Hollywood-Blockbustern orientieren und damit die Situation in Kriegsgebieten beschönigen.

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„Jetzt dreht die Bundeswehr wohl völlig durch“, sagte der ZDF-Moderator Daniel Bröckerhoff in einem Snapchat-Selbsttest.

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Man wolle den Auslandseinsatz für das Publikum „erlebbar machen“, hieß es beim Verteidigungsministerium. Die Bundeswehr ist seit 2013 in Mali stationiert, um im Rahmen der UN-Mission Minusma die Umsetzung des Friedensabkommens zu überwachen. Im Norden des Landes kämpfen Terrorgruppen und Milizen gegen die Regierung. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind in dem UN-Camp nahe der Stadt Gao derzeit rund 1000 deutsche Soldaten im Einsatz.

Von RND/dpa/mkr

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