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Britische Behörde fordert: Facebook-Konzern Meta soll Giphy wieder verkaufen

  • Um Wettbewerb und Innovation zu fördern, soll der Facebook-Konzern Meta den im August gekauften Dienst Giphy wieder verkaufen.
  • Das fordert die britische Kartellbehörde CMA.
  • Meta kritisierte die Anordnung.
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London. Britische Wettbewerbshüter wollen den Facebook-Konzern Meta zwingen, die im vergangenen Jahr übernommene Clip-Plattform Giphy wieder zu verkaufen. Der Zusammenschluss schwäche den Wettbewerb zwischen Online-Diensten in Großbritannien, stellte die Kartellbehörde CMA (Competition and Markets Authority) in ihrer am Dienstag veröffentlichten Entscheidung fest. Der US-Konzern könne damit seine führende Marktposition stärken und Konkurrenten unter Druck setzen, argumentierte sie. Der Verkauf sei der einzige Weg, die Bedenken auszuräumen.

„Indem wir von Facebook verlangen, Giphy zu verkaufen, schützen wir Millionen von Nutzenden sozialer Medien und fördern den Wettbewerb und die Innovation in der digitalen Werbung“, sagte Stuart McIntosh, der Vorsitzende der Gruppe, die die Untersuchung durchgeführt hatte.

Meta geht notfalls in Berufung

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Meta kritisierte die Anordnung. „Wir schauen uns den Beschluss an und prüfen alle Optionen, darunter auch ein Berufungsverfahren“, sagte ein Sprecher. Die Nutzerinnen und Nutzer sowie Giphy profitierten vom Zugang des Clip-Dienstes zur Infrastruktur von Meta, und der Zusammenschluss biete „mehr Auswahl für jeden“.

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Die CMA hatte bereits im Oktober eine Geldstrafe von 50,5 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 60 Millionen Euro) wegen Verstößen gegen Auflagen im Zusammenhang mit einer Prüfung des Giphy-Kaufs verhängt. Bereits im August hatte die Behörde angedeutet, möglicherweise einen Verkauf zu befürworten.

Unter anderem sieht die Behörde die Gefahr, dass Meta es für Rivalen von Facebook und Instagram schwieriger machen könnte, die animierten Bilder von Giphy einzubinden. So könne der Konzern verlangen, dass Giphy-Kunden wie Tiktok, Twitter oder Snapchat für den Zugang zu den Gifs mehr Kundendaten mit ihm teilen. Giphy sei bis zur Übernahme auch ein Wettbewerber für den Facebook-Konzern im Online-Werbemarkt gewesen, betonte die CMA.

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Facebook benennt sich in „Meta“ um
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Das kündigte Firmengründer und -chef Mark Zuckerberg am Donnerstag an. Es gehe darum, das nächste Kapitel des Unternehmens zu schreiben.  © Reuters

Instagram und Whatsapp abstoßen?

Große Tech-Plattformen standen zuletzt verstärkt im Visier von Wettbewerbshütern, Politikerinnen und Politikern. Es ist aber der erste Vorstoß eines Regulierers, der die Rückabwicklung eines bereits vollzogenen Deals fordert. In den USA gibt es bereits seit einiger Zeit Forderungen von Politikern und einigen Experten sowie Expertinnen, Meta solle die zugekauften Dienste Instagram und WhatsApp wieder abstoßen.

Der Konzern, der jüngst seinen Namen von Facebook zu Meta änderte, hatte Giphy im Mai 2020 in den Fotodienst Instagram einverleibt. Der Kaufpreis soll mehr als 300 Millionen Dollar betragen haben.

Aktuell wird auch der Plan von Facebook, das auf Software für Kundenbeziehungsmanagement spezialisierte Start-up Kustomer zu übernehmen, von Wettbewerbshütern aufmerksam geprüft. Im Sommer meldete die EU-Kommission Bedenken gegen diesen Deal an.

RND/dpa/Reuters/AP

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