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Brandenburger Studenten schalten das Licht mit ihren Gedanken an

  • An der Technischen Hochschule Brandenburg gibt es ein ganz besonderes Seminar.
  • Hier können Studenten mit ihren Gedanken Technik steuern.
  • Was nach Zauberei klingt, könnte zukünftig vielen Menschen das Leben leichter machen.
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Das Seminar von Julia Schnitzer ist immer schnell ausgebucht. Denn wie die „Märkische Allgemeine Zeitung“ (MAZ) berichtet, macht die Professorin für Digitale Medien der Technischen Hochschule in Brandenburg an der Havel (THB) mit ihren Studenten etwas, das auf den ersten Blick wie Magie wirkt: Die gebürtige Wienerin lässt ihre Studenten Dinge mit dem Gehirn steuern.

Doch mit Zauberei hat das alles nichts zu tun. Stattdessen spielen Physiologie, Physik, Neurologie und Informatik eine Rolle: Denn mithilfe von Sensoren werden die Hirnströme der Studenten wahrgenommen und von der Technik in konkrete Handlungen umgesetzt. So können die Studenten mit ihren Gedanken zum Beispiel einfach das Licht ausschalten.

Dabei schauen sie auf einen Bildschirm und müssen einen digitalen Würfel auf ein Lichtschaltersymbol ziehen – während die Hände weder Tastatur noch Maus berühren. „Das ist keine Frage von Intelligenz. Wer das schaffen will, muss sich aber sehr gut konzentrieren und fokussieren können“, erklärt Julia Schnitzer. Um Dinge steuern zu können, sei anstrengendes Training notwendig. Wer digital beweglich sein oder werden will, benötige Trainingseinheiten ebenso wie Erholungsphasen, so Schnitzer.

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Die Technologie könnte Menschen im Alltag helfen

Das Projekt der Professorin ist bei Weitem nicht nur eine Uni-Spielerei. Die möglichen Anwendungsgebiete für solch eine Technologie sind weit gefächert: Besonders helfen könnte man damit beispielsweise Menschen mit Behinderung, die nicht in der Lage sind, zu laufen, zu greifen oder zu sprechen. Eine Steuerung per Gedanken würde ihren Alltag deutlich vereinfachen.

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Doch wenn die Maschinen die Gedanken lesen können, können es Menschen dann in Zukunft ebenfalls? Professorin Schnitzer sieht da keine Gefahr: „Die Technologie ist erst einmal komplett neutral“, versichert sie. So sei etwa die Emotion Freude messbar – doch woher das Gefühl rührt, bleibe auch der Maschine verborgen. Julia Schnitzer: „Heimliche Sünden auslesen, davon sind wir weit entfernt.“

RND/jo

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