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Behörden bitten Facebook um Zugang zu verschlüsselten Nachrichten

  • Behörden aus den USA, Großbritannien und Australien appellieren an den Daten-Riesen Facebook.
  • Sie fordern den Zugang zu verschlüsselten Nachrichten normaler User.
  • amit sollen Verbrechensprävention und -aufklärung verbessert werden.
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New York. Behörden in den USA, Großbritannien und Australien verlangen von Facebook einen Zugang zu verschlüsselten Nachrichten von einfachen Nutzern. Dies sei notwendig, um schwere Verbrechen zu verhindern oder entsprechende Ermittlungen einzuleiten, hieß es in einem offenen Brief von US-Justizminister William Barr und anderen Regierungsvertretern, der der Nachrichtenagentur AP vorab vorlag. Wiederholt wird in dem auf Freitag datierten Schreiben mit Gefahren wie sexueller Missbrauch von Kindern argumentiert.

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Facebook will Verschlüsselung ausweiten

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Der zu Facebook gehörende Kurznachrichtendienst WhatsApp nutzt die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den Nachrichtenaustausch. Diesen kann selbst Facebook nicht einsehen. Das Online-Netzwerk plant nun, diese Schutzvorrichtung auf seinen Messenger-Dienst und auf Instagram Direct auszuweiten.

Die Regierungsvertreter riefen Facebook indes auf, das Vorhaben auf Eis zu legen. Das Social-Media-Unternehmen entgegnete, Nutzer hätten das Recht auf private Unterhaltungen im Netz. Im Übrigen reagiere das Online-Netzwerk bereits auf juristisch stichhaltige Anfragen von Regierungsbehörden.

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Cyberexperten warnen vor Öffnung der Daten für Polizei und Justiz

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Schon lange suchen Polizei- und Justizbehörden nach Wegen, um verschlüsselte Nachrichten zu lesen. Sicherheitsexperten warnten allerdings, dass ein solcher Zugang für die Ermittlungsarbeit den Nachrichtenaustausch für alle unsicherer mache. Und auch eine neu entwickelte Verschlüsselung mit "Hintertüren" für die Polizei schaffe Anfälligkeiten, die sich Kriminelle oder ausländische Spione zunutze machen könnten. "Alle paar Jahre erhebt das FBI sein hässliches Haupt und sagt uns, dass es Zugang zu Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben muss", rügte Eva Galperin, Direktorin für Cybersicherheit bei Electronic Frontier Foundation, eine Aktivistengruppe, die sich für digitale Rechte einsetzt. "Man kann keine Hintertür machen, durch die nur gute Jungs durchgehen können."

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RND/AP