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Australien verklagt Facebook: Privatsphäre von über 310.000 Nutzern verletzt

  • Australien verklagt Facebook, da es die Privatsphäre von über 310.000 Australiern verletzt haben soll.
  • Auch das skandalöse Unternehmen Cambridge Analytica ist in den Fall verwickelt.
  • Die Klage könnte einen Schadensersatz von 529 Milliarden Dollar bedeuten – so weit wird Australien vermutlich aber nicht gehen.
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Hannover. US-Gigant Facebook wird von der australischen Regierung wegen angeblicher Verstöße gegen die Datenschutzgesetze des Landes verklagt. Wie das britische Nachrichtenportal “Mashable” berichtet, kann der mögliche Schadensersatz 529 Milliarden Dollar betragen. Die Klage wurde am Montag beim australischen Bundesgericht eingereicht. Demnach soll Facebook die Privatsphäre von 311.127 Australiern verletzt haben.

Zwischen März 2014 und Mai 2015 soll Facebook persönliche Daten an die App This is Your Digital Life weitergegeben haben. Bei This Is Your Digital Life handelt es sich um die App des Forschers Aleksandr Kogan, über die das britische Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica Daten bei Facebook sammeln ließ. Diese Daten soll das Unternehmen unter anderem für die politische Profilerstellung und die Weitergabe an Dritte verwendet haben – und rief mit seinen Machenschaften einen regelrechten Cambridge-Analytica-Skandal auf den Plan.

Vorwurf: Facebook hat keine Schritte unternommen

In einer Pressemitteilung der australischen Informations- und Datenschutzbeauftragten Angelene Falk heißt es, Facebook habe “keine angemessenen Schritte unternommen, um die persönlichen Daten dieser Personen vor unbefugter Offenlegung zu schützen.” Darüber hinaus wurden die persönlichen Informationen zu einem anderem Zweck als angegeben gesammelt. Die beiden Vorwürfe sind Verstöße gegen das australische Datenschutzgesetz.

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Benutzer hätten keine Möglichkeit, sich zu schützen

Die Benutzer seien in die Irre geführt worden, heißt es in der Pressemitteilung weiter: “Wir sind der Ansicht, dass das Design der Facebook-Plattform dazu führte, dass Benutzer keine angemessene Auswahl und Kontrolle darüber haben konnten, wie ihre persönlichen Daten offengelegt wurden.”

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Zudem habe die Mehrheit der betroffenen Australier die This-Is-Your-Digital-Life-App nicht selbst installiert. Ihre Daten wurden gesammelt, nachdem ihre Facebook-Freunde die App heruntergeladen hatten. Die Nutzer hätten so keine Möglichkeit gehabt, sich von der App zu distanzieren. Die unabhängige australische Regierungsbehörde, OAIC, behauptet, dass nur 53 Nutzer aus Australien This is Your Digital Life heruntergeladen hätten – jedoch die Daten von 311.127 Australiern gestohlen wurden.

Wird der Schadenersatz sehr viel milder ausfallen?

In Australien wird jeder mögliche einzelne Verstoß mit einer Höchststrafe von 1,7 Millionen Dollar verbunden. Werden alle vom Informationsministerium genannten Fälle addiert, ergibt sich eine Gesamtsumme von 529 Milliarden Dollar.

Auf Anfrage der australischen Zeitung „Australian Financial Review“ teilte das Ministerium allerdings mit, dass das Gericht möglicherweise alle Fälle zu einem einzigen Verstoß zusammenfassen könnte. Dadurch würde der Schadensersatz auf 1,7 Millionen Dollar gesenkt.

RND/Alice Mecke

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