Preispolitik: Apple scheint gelernt zu haben

  • Die Apple Keynote war für das Unternehmen aus Cupertino ein Erfolg.
  • Das lag aber nicht nur an den dargebotenen technischen Innovationen.
  • Apple hat aus dem für die Konsumenten tödlichen Wettlauf um den höchsten Verkaufspreis gelernt.
Daniel Killy
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Cupertino. Nach der Keynote 2018 am 13. September war trotz der neuen Mega-iPhones X und X Max vor allem von einem die Rede: dem Tabubruch in Sachen Preis, den Apple begangen hatte. Preise von 1300 Euro für ein Smartphone – und das sind die Minicomputer eben in der öffentlichen Wahrnehmung noch – waren und sind nur schwer darstellbar. Vielleicht waren es die erstmals ansatzweise schleppenden Verkaufszahlen, die die Macher in Cupertino zum Umdenken gebracht haben; vielleicht war es aber auch die Einsicht, mit immer irrsinnigeren Preisen letzten Endes perspektivisch nichts und niemanden gewinnen zu können.

Dieses Jahr nun sind die iPhones noch spektakulärer in ihren Features – aber die größte Neuerung scheint die Preispolitik zu sein. 999 Dollar für das iPhone 11 Pro als Einstiegspreis: Das ist teuer, aber nicht mehr irrsinnig. Und auch beim neuen Streamingdienst Apple TV+ scheint die Vernunft gesiegt zu haben. Hieß es bei der Erstvorstellung im Juni dieses Jahres noch, das Abo für Apple-Eigenproduktionen würde 9,99 Dollar im Monat kosten, verkündete Tim Cook stolz den ab November gültigen Preis: 4,99 Dollar. Da man annehmen kann, dass die Preise bei uns etwa 10 Prozent teurer sein werden (exklusive Umrechnungskurs), wären das grob gerechnet 5 Euro pro Monat.

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Apple stellt neue iPhones vor
1:09 min
Apple stellt das neue iPhone 11 mit besseren Kameras vor.
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Höchste Zeit also, vom hohen Ross zu steigen

Die Begeisterung für Apple resultierte früher daraus, dass deren edle Produkte zwar ihren Preis hatten, aber dennoch im Vergleich zu Mitbewerbern wesentlich besser waren. Es wurde gern mehr für Apple ausgegeben. Das hat sich geändert, der Markt ist härter geworden. Höchste Zeit also, vom hohen Ross zu steigen und Topqualität nicht immer mit überteuert zu assoziieren. Apple scheint gelernt zu haben.