• Startseite
  • Digital
  • Apple Card: Aufregung über angebliche Diskriminierung von Frauen

Apple Card: Aufregung über angebliche Diskriminierung von Frauen

  • Apple und dem Bankhaus Goldman Sachs droht Ärger.
  • Der Elektronikriese und das Bankhaus sollen bei der Festlegung von Kreditlimits für die neue Apple Card Frauen diskriminiert haben.
  • Das kommt dem Hightech-Unternehmen, das immer auf Gleichheit und politische Korrektheit bedacht ist, äußerst ungelegen.
Daniel Killy
|
Anzeige
Anzeige

Den Stein ins Rollen brachte nach Angaben der "New York Times" kurz vor dem Wochenende ein prominenter Software-Entwickler. David Heinemeier Hansson, Erfinder der Entwicklersoftware "Ruby on Rails", erwähnte in einem Tweet, dass sein Kreditrahmen bei der Apple Card 20 Mal höher sei als der seiner Frau – obwohl sie seit vielen Jahren verheiratet und gemeinsam steuerlich veranlagt seien. Zudem lebten sie in einer ehelichen Zugewinngemeinschaft, so Heinemeier Hansson. Weniger sachlich war seine Einleitung: "Apple Card ist so ein verflucht sexistisches Programm."

Apple-Mitgründer Steve Wozniak meldete sich ebenfalls zu Wort und schrieb, dass sein Verfügungsrahmen zehn mal höher sei als der seiner Frau. Auch die Wozniaks sind nach eigenen Angaben gemeinsam veranlagt und leben in einer Zugewinngemeinschaft.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Die New Yorker Finanzbehörde DFS kündigte an, sich des Themas anzunehmen. Man werde untersuchen, so die Leiterin des DFS, Linda Lacewell, ob der für die Kreditrahmen-Vergabe genutzte Algorithmus New Yorker Gesetze verletze, die eine Diskriminierung aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit verbieten.

"Die New Yorker Gesetzgebung verbietet die Diskriminierung geschützter Gruppen von Individuen. Das bedeutet, dass ein Algorithmus – wie jede andere Art der Definition von Kreditwürdigkeit – nicht zu einer unterschiedlichen Behandlung von Menschen aufgrund ihres Alters, Glaubens, ihrer Rasse, Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft und sonstigen geschützten Eigenschaften führen darf."

Anzeige

Goldman Sachs, die Bank, die die Apple Card herausgibt, betonte in einer Stellungnahme – ebenfalls auf Twitter – dass "Faktoren wie das Geschlecht" niemals bei Kreditentscheidungen eine Rolle spielten und erklärte, weshalb es bei unterschiedlichen Familienmitgliedern unterschiedliche Kreditentscheidungen geben könne.

Anzeige

Dass Goldman Sachs damit durchkommt, sich auf individuelle Entscheidungen bei der Kreditvergabe zu berufen, scheint jedoch unsicher. Zwar ist es logisch, dass auch Ehepartner unterschiedliche Kreditverpflichtungen, Verbindlichkeiten und Tilgungsverläufe haben können, doch über die Systematik jenes Algorithmus' wurde Stillschweigen bewahrt. Eine Sprecherin der DFS jedenfalls ergänzte am Wochenende: "Jeder Algorithmus, der, absichtlich oder nicht dazu führt, dass Frauen oder jede andere geschützte Gruppe von Menschen diskriminiert werden, verletzt New Yorker Recht."