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Hilfe im Notfall: Was Emojis über Selbstmordgedanken verraten

  • Niemand kann den Suizid eines Angehörigen vorhersehen.
  • Allerdings gibt es bei vielen Menschen mit Selbstmordgedanken Anzeichen für ihre Tendenzen.
  • Einer aktuellen Datenauswertung nach können sogar Emojis wie die Pille oder der weinende Smiley auf eine lebensbedrohliche Lage hinweisen.
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New York. Welche Emojis und Schlagwörter deuten auf mentale Probleme oder sogar eine lebensbedrohliche Lage hin? Dieser Frage ging nun eine gemeinnützige Organisation aus New York nach. Die Crisis Text Line bietet Menschen in Krisenmomenten die Möglichkeit, sie per Chat oder Telefon zu kontaktieren. Ein Angebot, das seit der Gründung der Organisation im Jahr 2003 von vielen Menschen in Amerika genutzt wurde: Allein für die Datenauswertung analysierten die Experten 129 Millionen Nachrichten mithilfe von Algorithmen. Das Ergebnis: Wer suizidale Tendenzen hatte, nutzte nur in den seltensten Fällen Worte wie “Hilfe”, “traurig” oder “verzweifelt”.

Das Pillen-Emoji 💊 und der weinende Smiley 😭 deuten auf Suizid hin

Vielmehr wurden Gründerin Nancy Lublin zufolge Termini, die das Vorhaben beschreiben, genutzt. Dazu zählten zum Beispiel die Ausdrücke “Ibuprofen”, “800 Milligramm” und “Badewanne”. Hinzu kamen Symbole, etwa das Pillen-Emoji (💊), das in einer lebensbedrohlichen Situation viermal häufiger genutzt wurde als das Wort “Suizid”. Ähnliches galt für den weinenden Smiley (😭): Er wurde beinahe doppelt so oft genutzt. Laut Lublin zeigen die Worte und Symbole, dass Betroffene über den Punkt der Planung hinaus sind und möglicherweise zur Durchführung schreiten.

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Die künstliche Intelligenz der Crisis Text Line ermöglicht es, Nachrichten mit entsprechenden Schlagwörtern und Emojis zu priorisieren. Dadurch kommt es nur in wenigen Fällen dazu, dass die Seelsorger einen Rettungsdienst kontaktieren müssen. “Einen Algorithmus wie diesen zu haben, kann zwischen Leben und Tod entscheiden”, sagt Lublin.

Hier finden Menschen mit suizidalen Gedanken in Deutschland Hilfe

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Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben in Deutschland im Jahr 2017 mehr Menschen durch Selbstmord als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch, Aids und Mord: Insgesamt verzeichnete die Behörde 9241 Fälle, darunter 6990 Männer und 2251 Frauen. Die meisten Betroffenen, nämlich 1026 Personen, waren zwischen 50 und 54 Jahre alt. Informationen und Hilfe für Menschen mit Suizidgedanken und Angehörige gibt es bei folgenden Anlaufstellen:

  • Telefonseelsorge: Unter den Telefonnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 können Betroffene und deren Angehörige rund um die Uhr anonym Hilfe suchen – und zwar kostenfrei und bundesweit. Die Telefonseelsorge bietet auch Unterstützung per E-Mail und Chat sowie im persönlichen Gespräch über ihre derzeit 27 Beratungsstellen.
  • Sozialpsychiatrische Dienste: In jeder Stadt und Gemeinde können sich Hilfesuchende an einen sozialpsychiatrischen Dienst wenden. Die Mitarbeiter beraten und vermitteln bei Bedarf weitere Hilfe. Die Dienste sind meist den Gesundheitsämtern zugeordnet. Kontaktdaten wie Adresse und Telefonnummer erhalten Interessierte über das kommunale Amt.
  • Deutscher Kinderschutzbund: Der DKSB betreibt zwei kostenlose und bundesweit erreichbare Hotlines. Dazu zählen das Elterntelefon unter 0800/111 0 550 und das Kinder- und Jugendtelefon unter 0800/111 0 333. Zu festgelegten Zeiten beraten Mitarbeiter Eltern und Nachwuchs zu Sorgen aller Art.
  • Webseite der Deutschen Depressionshilfe: Über die Webseite können Betroffene zudem je nach Ort nach Krisendiensten und Beratungsstellen suchen. In Notfällen sollte jedoch immer der Notruf unter 112 gewählt werden.
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