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Anspruchsloses Knöpfchenkloppen – „Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ im Test

  • „Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ will die Vorgeschichte zum Switch-Spiel „Zelda: Breath of the Wild“ erzählen.
  • Der Genrewechsel fällt jedoch drastisch aus: vom Open-World- zum Musou-Spiel.
  • Das ist allem voran Geschmackssache.
Christian Neffe
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Nachschlag für Zelda-Fans? Das vom japanischen Studio Tecmo Koei entwickelte „Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ soll zumindest ein wenig die wohl noch lange Wartezeit bis zum nächsten Serienhauptteil „Breath of the Wild 2“ überbrücken. Das zumindest versprechen Setting und Story: „Zeit der Verheerung“ spielt 100 Jahre vor den Ereignisse des umjubelten Nintendo-Switch-Starttitels „Breath of the Wild“ und will dessen Vorgeschichte erzählen. Spielmechanisch könnte die Differenz aber kaum größer sein.

Denn: „Zeit der Verheerung“ ist ein Vertreter des sogenannten Musou-Genres (in etwa mit „unerreichbar“ oder „unübertrefflich“ übersetzbar), einer typisch japanischen Spielart, deren bekanntester Ableger die „Dynasty Warriors“-Reihe mit ihren inzwischen fast drei Dutzend Serienteilen ist.

Das Spielprinzip:

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In der Rolle einer oder mehrerer Helden pflügt der Spieler auf vergleichsweise weitläufigen Schlachtfeldern durch riesige, oft passive bis wehrlose Gegnerhorden, erfüllt simple Missionsziele, setzt dabei Spezialangriffe ein, kommt niemals wirklich in Bedrängnis und levelt die eigenen Figuren auf, um noch seltener in Bedrängnis zu geraten.

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Anspruch und Abwechslung Fehlanzeige

Diesem Konzept wurden für „Zeit der Verheerung“ nun Figuren aus dem „Zelda“-Kosmos und eine entsprechende Story übergestülpt, die in schön inszenierten Zwischensequenzen jeweils vor und nach den 21 Hauptmissionen erzählt wird und der (Vor-)Geschichte von „Breath of the Wild“ einige neue Facetten hinzufügt. Aufgrund des bekannten Ausgangs will allerdings keine Spannung aufkommen – was auch für die Gefechte selbst gilt. Denn die lassen sowohl Anspruch als auch Abwechslung vermissen.

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Monster erledigen wird schnell monoton

Das liegt in der Natur der Musou-Games – und ist insofern absolute Geschmackssache. Sich mit simplen Kombinationen aus leichten und schweren Attacken durch gewaltige Gegnermassen zu kloppen, um am Ende der Mission eine vierstellige Anzahl an besiegten Monstern auf dem Statistikbildschirm stehen zu haben, ist zumindest anfangs noch recht spaßig, wird aber alsbald monoton.

Auch die Angriffsmuster der größeren und etwas schlagfertigeren Zwischen- und Endbosse sind schnell durchschaut: ausweichen, angreifen und im richtigen Moment mal eine der vier Spezialfähigkeiten zünden – das war’s. Immerhin: Die in Summe 18 steuerbaren Figuren bieten ein teils stark unterschiedliches Spielgefühl, zumindest hier ist also etwas Abwechslung gegeben. Und im unkomplizierten Zwei-Spieler-Splitscreen-Modus macht das eintönige Button-Mashing noch mal etwas mehr Spaß.

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„Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“. © Quelle: Nintendo

Kamera und Bildrate machen Probleme

„Zeit der Verheerung“ enttäuscht allerdings sowohl abseits der großen Schlachtfelder als auch technisch: In Nebenaufträgen (die diesen Namen eigentlich nicht verdienen) wird noch mehr geprügelt oder es werden im Kampf eingesammelte Items in Textboxen abgeliefert, was kleine Vorteile für weitere Aufträge gibt. Und die Grafik greift zwar den aus „Breath of the Wild“ bekannten Look auf, allerdings bricht die Bildrate bei größerem Gegneraufkommen (was hier sehr häufig der Fall ist) stark ein. Ebenso macht die Kamera fast durchgehend Probleme.

Musou-Liebhaber könnten ihren Spaß haben

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Wer alles verschlingt, auf dem „Zelda“ steht, und überdies noch ein Faible für Musou-Games hat, den wird „Zeit der Verheerung“ glücklich machen. Wer an „Breath of the Wild“ hingegen die enorme spielerische Freiheit und Kreativität schätzte, sollte besser einen Bogen um dieses Spin-off machen. Allein für die Handlung – ohnehin nie die große Stärke von „Zelda“ – lohnen sich die 60 Euro Kaufpreis jedenfalls nicht.

„Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ ist exklusiv auf Nintendo Switch verfügbar, ab zwölf Jahren freigegeben und kostet circa 60 Euro.


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