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Adidas, SAP, VW: Auch deutsche Unternehmen stoppen Facebook-Werbung

  • Der Facebook-Boykott der Initiative #StopHateForProfit nimmt weiter an Fahrt auf.
  • Nach Unilever und Coca-Cola haben sich nun auch deutsche Konzerne dem Protest angeschlossen und ihre Werbung auf dem sozialen Netzwerk pausiert.
  • Unterdessen haben sich die Initiatoren der Aktion zu Wort gemeldet.
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Mehrere deutsche Unternehmen haben angekündigt, sich dem Facebook-Werbeboykott anzuschließen. Unter anderem wollen SAP, Siemens, Adidas, Bayer, Henkel und Beiersdorf ihre Anzeigen auf der Plattform pausieren, wie eine ZDFheute-Umfrage ergab. Mit der Aktion wollen die Konzerne auf Probleme mit Hass, Propaganda und Falschnachrichten aufmerksam machen und Facebook zum Handeln bewegen.

“Wir setzen alle Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram aus, bis das Unternehmen ein deutliches Signal gegen die Verbreitung von Hasskommentaren und Rassismus auf seinen Plattformen sendet”, ließ SAP mitteilen. Auch VW äußerte sich am Dienstag gegenüber dem “Handelsblatt”. Man stehe für ein “offenes und gleichberechtigtes Miteinander”, hieß es. Ein Umfeld von Falschmeldungen oder Hassbotschaften sei für den Konzern nicht akzeptabel. Daher setze der Konzern und seine Marken zentral geschaltete Anzeigen auf der Plattform aus.

Andere DAX-Unternehmen wie Allianz, Deutsche Bank und Merck wollen laut ZDFheute vorerst weiter Werbung bei Facebook schalten. Man werde aber die weiteren Entwicklungen im Blick behalten und eventuell Konsequenzen ziehen.

Die deutschen Konzerne sprechen sich gegenüber ZDFheute für Toleranz, Vielfalt, Respekt und gegen jegliche Form von Rassismus, Diskriminierung, Hassrede und Gewalt aus. Siemens und SAP signalisierten deutliche Unterstützung für die “StopHateforProfit”-Initiative mehrerer US-amerikanischer Bürgerrechtsorganisationen. Auch Adidas gehört bereits zu den offiziellen Teilnehmern der Kampagne.

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Seitens Facebook hieß es, man stehe weltweit mit Werbetreibenden in kontinuierlichem Austausch. “Wir akzeptieren keine Hassrede auf unseren Plattformen und entfernen diese, sobald wir darauf aufmerksam werden. Unser Ansatz gegen Hassrede und andere unerwünschte Inhalte entwickelt sich stetig weiter und wir investieren jährlich mehrere Milliarden US-Dollar in die Sicherheit unserer Plattformen”, ließ Tino Krause, Country Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz, mitteilen.

Facebook ändert Richtlinien und News Feed

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In den vergangenen Tagen hatten mehrere soziale Medien auf den Boykott und die anhaltende Kritik reagiert. Die Plattform Reddit löschte eine großes Trump-Anhänger-Forum, das bereits seit Längerem für hasserfüllte Rede in der Kritik stand und Youtube sperrte mehrere Konten, die rechtsextreme Inhalte verbreiteten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg kündigte unter anderem neue Richtlinien für Postings zu den US-Wahlen und diskriminierende Anzeigen an.

Darüber hinaus wurde der Ranking-Algorithmus für den News Feed verändert. Künftig sollen Inhalte, die von Primärquellen stammen, eine höhere Sichtbarkeit erhalten. “Wir werden ab sofort Artikel im News Feed priorisieren, die wir als Originalberichte zu einer sich entwickelnden Geschichte oder Thema identifizieren”, heißt es in einem Facebook-Blogpost.

Initiatoren: “Es gibt keine schnelle Lösung”

Den Initiatoren von “StopHateforProfit” gehen diese Schritte nicht weit genug. “Man kann diese kleinen Änderungen vornehmen, Subreddits entfernen oder Donald Trumps Tweets mit einem Etikett versehen, aber bis diese Social-Media-Plattformen tatsächlich über eine bürgerrechtliche Infrastruktur und Mitarbeiter verfügen, die darin geschult sind, Produkte und Inhalte auf Voreingenommenheit und Diskriminierung zu bewerten, wird man diese Probleme immer und immer wieder sehen”, sagte Jade Magnus Ogunnaike, stellvertretende Kampagnenleiterin der Bürgerrechtsorganisation “Color of Change”, in einem Interview mit “The Verge”.

“Es gibt keine schnellen Lösungen. [...] Unternehmen müssen sich tatsächlich Bürgerrechtsprüfungen unterziehen. Sie müssen untersuchen, wie sich Rassismus und Diskriminierung auf allen Ebenen des Unternehmens zeigen”, so Ogunnaike weiter. Die größte Herausforderung für Facebook, Twitter, Reddit, Twitch und Co. sei es, dauerhafte Strukturen aufzubauen, die Online-Hass langfristig ausschließen.

RND/mkr







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