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35 Jahre „The Legend of Zelda“: Wie ein kleiner blonder Held die Gamingwelt eroberte

  • In „The Legend of Zelda“ haben unzählige Gamer weltweit in den vergangenen Jahrzehnten schon etliche Male Feinde besiegt und die Prinzessin Zelda gerettet.
  • Die Videospielreihe hat schon mit dem ersten Teil ein neues Genre erschaffen und zahlreiche andere Games inspiriert, sagt „Zelda“-Streamer Marcel „LooksLikeLink“ Schumacher.
  • Auch 19 Spiele später ist die Franchise erfolgreich und einflussreich – nicht nur in der Gamingszene.
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Vor 35 Jahren sah die Gamingwelt noch anders aus. Gamer spielten damals noch auf Konsolen wie dem Sega Mega Drive oder dem Nintendo Entertainment System, Spiele waren nur in verpixelter 2-D-Grafik erhältlich. Während einige Games aus dieser Zeit bereits in Vergessenheit geraten sind, haben sich einige Spielreihen über all die Jahre hinweg etablieren können und kommen regelmäßig mit neuen Titeln heraus.

Zu diesen äußerst erfolgreichen und einflussreichen Spielreihen gehört „The Legend of Zelda“. Das Game machte 1986 sein Debüt und feiert dieses Jahr sein 35. Jubiläum. Gamer konnten schon in 19 Spielen für 13 Nintendo-Konsolen mit Schwert und Schild auf neue Abenteuer gehen. Und das sind nur die Haupttitel: Von der Franchise gibt es unzählige Ableger und Varianten, die in regelmäßigen Abständen auf den Markt gekommen sind.

Ein kleiner blonder Held namens Link

Das Spielprinzip ist in jedem Spiel immer wieder sehr ähnlich: Gamer erkunden die Welt, kämpfen gegen böse Kreaturen, retten ein Königreich namens Hyrule sowie die titelgebende Prinzessin Zelda. Apropos Zelda: Viele staunen nicht schlecht, wenn sie erfahren, dass der Protagonist gar nicht Zelda, sondern Link heißt. In den Anfangsjahren haben viele „Zelda“-Neulinge fälschlicherweise gedacht, er hätte den Namen der Prinzessin. Früher war es ein Fehler, doch heute gilt es als Gag, den kleinen Helden mit der grünen Kapuze Zelda zu nennen. Was für manche Fans der Reihe immer wieder ein kleiner Stich ins Herz ist, nimmt „Zelda“-Streamer Marcel Schumacher mit Humor: „Wer lässt sich heutzutage doch noch davon ärgern, der Witz ist doch alt“, sagt er.

Wenn es um „The Legend of Zelda“ geht, gibt es kaum einen größeren Experten als Schumacher. Er hat jeden einzelnen Teil mehrmals durchgespielt und streamt unter dem Namen „LooksLikeLink“ die „Zelda“-Teile auf Twitch und macht „Let‘s Plays“ für seinen Youtube-Channel – also Videos, in denen er Games spielt und kommentiert. Sein Gamername ist eine Anspielung auf seine verblüffende Ähnlichkeit zum Protagonisten: Als er im Alter von neun Jahren seinen ersten „Zelda“-Teil gespielt hat, war Schumacher ebenso wie Link ein kleiner blonder Junge. „Das hat mir natürlich auch sehr dabei geholfen, den Charakter lieb zu gewinnen. Inzwischen müsste ich mich vielleicht eher ,LookedLikeLink‘ nennen – denn einen Link mit Bart gibt es noch nicht“, sagt der 31-Jährige aus dem Brandenburgischen Neuruppin.

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Marcel „LooksLikeLink“ ist einer der größten „Zelda“-Fans in Deutschland. Er hat alle 19 Teile der Videospielreihe gespielt und zockt sie auch immer wieder in seinen Livestreams auf der Plattform Twitch. © Quelle: LooksLikeLink/Twitch

Das Erfolgsrezept von „Zelda“: In jedem Spiel ein neues Abenteuer

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Schumacher betont jedoch, dass Link ein Held für alle Spieler ist. Das ist eine wichtige Zutat im Erfolgsrezept vom Entwickler Nintendo. „Es war schon immer das Ziel von Nintendo, dass sich alle Gamer mit dem Charakter identifizieren können“, sagte er. Lange war es eine gängige Fantheorie, dass der Protagonist auch deshalb Link heißt, also Englisch für Verbindung. „Zelda-Vater“ Sigeru Miyamoto löste das Rätsel zum Namen jedoch vor über neun Jahren auf und lieferte eine eher unerwartete Herkunftsstory. Demnach war die ursprüngliche Idee des Spiels, dass Link in die Vergangenheit und Zukunft reisen kann und somit die Verbindung zwischen den Zeiten herstellt, wie der Entwickler 2012 im Gespräch mit der französischen Videospiel-Nachrichtenwebsite „Gamekult“ verriet. In die Zukunft ist der kleine Held, dessen Design von Disneys Peter Pan inspiriert ist, jedoch nie gereist.

„The Legend of Zelda“ hatte einen großen Einfluss auf die Videospielbranche. „Schon mit dem ersten Teil hat ‚Zelda‘ etwas Neues erschaffen – nämlich das Action-Adventure-Genre. Es gab Actionspiele, es gab Adventurespiele, aber die Kombo aus beiden Genres hat es vorher so noch nicht gegeben“, sagt der „Zelda“-Experte. Vor allem die freie Erkundung einer Welt sei für viele Spieler sehr neu gewesen. Schumacher erinnert sich auch gut an den Teil „Ocarina of Time“ zurück, der 1998 auf der Nintendo-64-Konsole erschienen ist und sein erstes persönliches „Zelda“-Game war. „Der Sprung von 2D auf 3D war damals etwas ganz Besonderes – nur manche Spiele haben den nicht so gut geschafft. Aber unter anderem ,Super Mario‘ und eben auch ,Legend of Zelda‘ haben das nahezu perfekt hinbekommen“, sagt der Streamer. Waffen in 3D schwingen, Gegner gezielt anvisieren und den Charakter automatisch über Hindernisse springen lassen waren alles Features, die viele Gamer bis dahin nicht kannten. „Ocarina of Time“ wird von vielen langjährigen Fans als Höhepunkt der Franchise angesehen.

Aktueller „Zelda“-Teil: „Breath of the Wild“ bricht Rekorde

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„Nintendo hat über die Jahre hinweg immer die gleiche Schablone beibehalten: Eine Welt frei zu erkunden, Gegenstände zu finden und Hindernisse zu überwinden“, sagt Schumacher. Doch wie jede Franchise hat sich auch „The Legend of Zelda“ stets weiterentwickelt – sowohl bei der Grafik als auch beim Spielerlebnis. Die Mischung aus einem nostalgischen Spielerlebnis und frischen Erneuerungen in jedem Game ist ein weiterer Faktor für den Erfolg der Spielreihe. Auch der aktuellste Teil, „Breath of the Wild“, ist ein Hit und gewann zahlreiche Auszeichnungen in der Kategorie Spiel des Jahres. Das 2017 erschienene Game konnte sich bis Ende 2020 mehr als 21 Millionen Mal auf den Konsolen Nintendo Switch und Wii U verkaufen und liegt damit deutlich vor dem vorherigen Spitzenreiter „Twilight Princess“ (2006) mit 8,85 Millionen verkauften Exemplaren.

„‚Breath of the Wild‘ würde ich als neuen Höhepunkt bezeichnen. Es ist krass, wie man eine Spielreihe, die schon so lange existiert, auf eine noch höhere Ebene bringen konnte“, betont Schumacher. Besonders faszinierend findet er, dass man das Spiel direkt am Anfang beenden kann: Spieler können schon zu Beginn zum finalen Gegner rennen und ihr Glück versuchen – nur dürfte sich das ohne die nötigen Tools und Ausrüstung als schwierig erweisen, die man erst im Laufe des Spiels sammelt. Dennoch ist das Spiel eine gern angenommene Herausforderung für „Speedrunner“, also Gamer, die Spiele so schnell wie möglich beenden und dabei neue Rekorde aufstellen wollen. Der Rekord für „Breath of the Wild“ liegt aktuell bei 26 Minuten und sechs Sekunden und wird vom Gamer „Player_5″ aus den USA aufgestellt, wie aus dem Portal speedrun.com hervorgeht. Und das bei einem Spiel, für das manche auch gerne über hundert Stunden investieren, um die gesamte Welt zu erkunden.

„Zelda“ auch jenseits der Gamingszene beliebt

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„The Legend of Zelda“ hat längst Kultstatus erlangt – auch abseits der Gamingszene. Zu der Serie wird seit 1997 auch eine beliebte Mangareihe produziert und die Kostüme von Link, Zelda und Co. sind auch bei Cosplayern sehr beliebt. „Durch ‚Zelda‘ wurden viele Leidenschaften erweckt. Viele haben sich kreativ angesprochen gefühlt und haben sich Kostüme zusammengeschneidert oder Animationen gemacht“, sagt Experte Schumacher. Er interessiert sich neben den Spielen für die Mangareihe und Figuren von seinem Idol. Auch einige Stars haben die Spielreihe ins Herz geschlossen. So hat der 2014 gestorbene Schauspieler und Komiker Robin Williams seine Tochter Zelda genannt. Der US-amerikanische Wrestler Cody Rhodes trug bei einigen seiner Kämpfe zudem Stiefel mit dem Logo vom Triforce, einem bedeutsamen göttlichen Relikt im Spiel.

„Zelda“-Streamer Schumacher begeistert Fans auf Twitch und Youtube

Schumachers persönlicher Lieblingsteil ist „Majora‘s Mask“ (2000), der direkt nach „Ocarina of Time“ erschienen ist. „‚Majora’s Mask‘ hat einen ganz besonderen Reiz: Spieler haben ein Zeitlimit, in dem sie das Spiel durchhaben müssen – das heißt auch, dass man den Teil immer wieder auf ganz vielen verschiedenen Wegen durchspielen kann. Kein Durchgang ist gleich“, erklärt er. Auch deshalb greift er immer wieder nach dem Teil, wobei er auch die anderen Spiele der Reihe nach all den Jahren spielt, um „auf ein Abenteuer zu gehen und noch mal Zelda zu retten“.

Auf seine Reise durch die vielen Teile der Spielereihe nimmt er seine zahlreichen Fans im Livestream auf Twitch mit. Beim Streaming finde er vor allem die Interaktion mit seinen über 36.000 Followern und weiteren Zuschauern spannend. „Sie berichten mir häufig in den Kommentarspalten, dass ich immer gut gelaunt und sehr witzig bin. Mir ist es wichtig, dass ich Leute gut unterhalten und sie zum Lachen bringen kann“, sagt der Streamer. Angefangen hatte seine Karriere mit „Let‘s Plays“ auf Youtube im Jahr 2009. Nach seinem abgeschlossenen Studium in Mittelstandsmanagement machte er sich selbstständig und startete als einer der ersten „Let‘s Player“ in Deutschland.

Das inzwischen über 22 Jahre alte Game „Ocarina of Time“ ist einer der beliebtesten und bekanntesten Teile von „The Legend of Zelda“. Streamer Marcel „LooksLikeLink“ Schumacher zockt das Spiel noch heute immer wieder gern. © Quelle: LooksLikeLink/Twitch

Stille bei Nintendo zum 35. Jubiläum

Wann es mit „The Legend of Zelda“ weitergeht, ist aktuell noch unklar. Nintendo kündigte Anfang des Jahres den Nachfolger von „Breath of the Wild“ an – jedoch ohne dabei ein Erscheinungsdatum zu nennen. Auch davon abgesehen hat sich Nintendo zum 35. Jubiläum des Spiels im Februar mit großen Ankündigungen sehr bedeckt gehalten. Experten interpretieren die Stille um Zelda allerdings auch als Marketingstrategie. Schließlich hatte Nintendo erst Ende vergangenen Jahres den 35. Geburtstag von „Super Mario“ gefeiert und besondere Titel veröffentlicht. Ein möglicher Grund, warum Nintendo eher sparsam mit neuen Details zum Nachfolger umgeht. Immerhin kündigte der Entwickler eine neue Version vom zehn Jahre alten Titel „Skyward Sword“ für die Nintendo Switch an.

Schumacher freut sich jedenfalls schon auf die kommenden Teile, warnt aber: „Man muss immer aufpassen, dass eine Spielereihe nicht stagniert – auch wenn die Fans immer sagen, dass sie das Gleiche wollen.“ Schon bei „Breath of the Wild“ hätten vielen Fans bemängelt, dass der Teil in manchen Hinsichten anders als seine Vorgänger war. „Ich hoffe, dass Nintendo nicht allzu sehr auf die nörgelnden Gamer hört und lieber seine Experimentierfreude beibehält“, sagt der „Zelda“-Gamer.

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