„2020 Game“: Das Corona-Jahr im Schnelldurchlauf

  • In einem Browser-Game nimmt Entwickler Max Garkavyy die Spieler mit auf eine Reise durch das Jahr 2020.
  • Es geht um Hamsterkäufe, die US-Wahl, Tiktok – und natürlich die Corona-Pandemie.
  • Innerhalb weniger Tage wurde das kostenlose „2020 Game“ ein kleines Internetphänomen.
Robert Nößler
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Klopapier kaufen, Atemmaske aufsetzen und los: Es dauert nur rund fünf Minuten, um 2020 noch einmal im Schnelldurchlauf zu erleben. Ein neues Browserspiel lässt das Jahr auf spaßige Art Revue passieren, mit pandemischen Gefahren, historischen Momenten und alltäglichen Herausforderungen – vom Hamstern über die US-Wahl bis zum Zoom-Call im Homeoffice. Innerhalb kürzester Zeit wurde das kostenlose „2020 Game“ zu einem kleinen Internethit.

Das Jump’n‘Run beginnt ganz friedlich: Der Himmel ist blau, dazu erklingt die idyllische „Morgenstimmung“ aus der Peer-Gynt-Suite. Doch gleich zu Beginn des neuen Jahres verdunkeln die Buschbrände in Australien das Firmament. Per Tastatursteuerung rennt und springt der Spieler über Stock und Stein, rettet einen wimmernden Koala vor den Flammen und begegnet einer Fledermaus – dem ersten Vorboten der Pandemie. Auch am Smartphone lässt sich das „2020 Game“ spielen. Hier wird das quergedrehte Display einfach zum Gamepad.

Bei „2020 Game“ geht es nicht nur um Panikkäufe und Corona

Corona-Gefahren lauern überall. Kontakt mit herumfliegenden Sars-CoV-2-Viren führt zum kurzzeitigen „Game Over“. Es sei denn, man findet eine Mund-Nasen-Maske. Vor dem Supermarkt stehen Menschen Schlange, um sich für den Lockdown einzudecken. Brot, Bananen, Milch und 19 Rollen Klopapier müssen eingesammelt werden, danach geht es in die häusliche Quarantäne. Der Spieler rennt auf dem Weg vorbei an Fitnessstudios, Restaurants, Kinos – alle geschlossen. Bei 5G-Handymasten gilt besondere Vorsicht: Die Strahlung könnte „tödlich“ sein.

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Natürlich geht es nicht nur um Verschwörungserzählungen, Panikkäufe und Corona. Die boomende Videoplattform Tiktok hat einen Miniauftritt ebenso wie zwei alte weiße Männer, die sich ein Wettrennen ums Weiße Haus liefern. Einmal verstummt die Musik: Ein Graffiti an einem Haus erinnert an George Floyd, davor liegen Blumen. Auch der Börsencrash, der die Kurse von Google, Facebook und Co. einbrechen ließ, wird zum Thema – die Aktien stürzen dem Spieler auf den Kopf. Weil der Benzinpreis ebenso fällt, gibt es für eingesammelte Erdölfässer keine Dollars. Dafür freut sich die Natur: Der Himmel strahlt zusehends, die Umweltverschmutzung macht eine Pause.

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Das Homeoffice dagegen wird zur Hürde: Sätze, die jeder inzwischen aus Videokonferenzen kennt („Deine Verbindung ist schlecht, du bist nicht zu hören“), helfen als Sprechblasen dabei, die Pandemie zu überbrücken. Natürlich darf auch der obligatorische Abschiedsgruß nicht fehlen: „Bleib gesund!“

Hobbyprogrammierer entwickelte das „2020 Game“

Programmiert hat das Minispiel der Hobbyentwickler Max Garkavyy. Mit dem „2020 Game“ sammelt er Spenden, um seinen Bürojob an den Nagel hängen zu können und Spieledesigner zu werden, wie er auf seiner Website schreibt. Rund ein halbes Jahr hat Garkavyy in das simple Retroabenteuer gesteckt, das an „Super Mario“ erinnert. 25.000 Dollar waren sein Spendenziel – erreicht hat er es bereits.

„Ich bin sicher, 2021 wird viel besser werden“, heißt es am Ende des Spiels, wenn die zweite Corona-Welle abgewehrt ist und die Silvesterraketen knallen. Eine willkommene Abwechslung zum Lockdownfrust ist dieses einfache, unterhaltsame Spiel allemal. Auch wenn der virale Spaß schon nach wenigen Minuten vorbei ist.

Das „2020 Game“ ist am PC oder auf dem Handy spielbar. Auf der Webseite gibt es auch die Möglichkeit zu spenden. www.2020game.io

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