„The Sims“ wird 20 Jahre alt – und bleibt ein progressiver Klassiker

  • 20 Jahre ist es her, dass der Spieleklassiker "The Sims" auf dem Markt erschien.
  • Bis heute löst die Ansage "EA Sports – It’s in the Game" Nostalgie bei Millionen Menschen weltweit aus.
  • Aus der Reihe wurden etwa 200 Millionen Spiele verkauft.
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Hannover. Im Jahr 1989 entwickelte der damals 29-jährige Will Wright das Computerspiel “Sim City”, eine Städtebausimulation. Und die Idee, etwas zu erschaffen und darüber zu herrschen, kam gut an: Es folgten zahlreiche Ableger und Nachfolger, beispielsweise “Sim Copter” und “Sim Safari”. Der Spaß an Simulationen mündete in einem Allrounder, bei dem der Nutzer Gott spielen und Menschen, Häuser oder ganze Nachbarschaften entwerfen konnte. Am 4. Februar 2000 erschien “The Sims” in den USA und Kanada. Heute, 20 Jahre später, hat sich längst eine bekannte Marke entwickelt. Aus der Reihe wurden etwa 200 Millionen Spiele verkauft.

Die Inspiration des Spiels „The Sims“

Die Idee für die Kultsimulation des Spieleherstellers Electronic Arts (EA) entsprang einem ernsten Hintergrund. Ein Feuer vernichtete im Jahr 1991 Wrights Haus und Hof. Weil das Grundstück neu bebaut werden musste, sah sich der Computerspieldesigner mit unerwarteten Herausforderungen in Gestalt von Hausbau und materiellen Engpässen konfrontiert – die Grundlage für “The Sims”, wie EA auf seiner Homepage schreibt.

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Essen, Duschen, Sex: Die Bedürfnisse der Sims

Wer damals ein System mit mindestens 233 MHz CPU, 32 MB RAM, 175 MB Festplattenspeicher und sagenumwobenen zwei MB Videospeicher sein Eigen nennen durfte, konnte die Lebenssimulation spielen – und aus heutiger Sicht Gaming-Geschichte schreiben. Denn im Jahr 2000 beherrschten vor allem sogenannte Jump and Runs, Racing-Spiele, Shooter und militärisch geprägte Strategiespiele die Branche.

Bei “The Sims” hingegen erstellen Spieler ihren individuellen Sim, bauen oder kaufen ein Haus, das nach den eigenen Vorlieben eingerichtet wird, und lenken sowohl das berufliche als auch das private Leben der virtuellen Figuren nach den persönlichen Vorstellungen. Außerdem wollen ihre Bedürfnisse und Wünsche der Sims gestillt werden, vom Essen übers Duschen bis hin zum Sex.

„The Sims“ gilt als Vorreiter und Tabubrecher

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Insbesondere deren Liebesleben zog im Jahr 2000 Kritiker an. Denn die Macher des Spiels waren schon von Anfang an mutig genug, gleichgeschlechtliche Liebe als Option einzubinden. Seitdem der vierte Teil vor sechs Jahren erschien, zieht das Spiel außerdem keine klare Grenze mehr zwischen den Geschlechtern.

Wenig überraschend ist das in manchen Ländern noch heute umstritten. In Russland etwa liegt das Mindestalter der Spieler von “The Sims 4” bei 18 Jahren. Der Grund: Die Simulation gleichgeschlechtlicher Beziehungen wird als schädlich für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen angesehen.

Add-ons und Erweiterungen ergänzen die virtuelle Welt der Sims

Für viele gilt der Erwerb des Spiels als Basis. Diverse Erweiterungen ergänzen die virtuelle Welt um ausgefallene Umgebungen und Features. Dabei steht immer ein zentrales Thema im Mittelpunkt. Das aktuellste Pack etwa trägt den Namen “Tiny Houses” und bietet Spielern die Möglichkeit, den Wohnraum der Sims – zum Beispiel durch Schrankbetten – platzsparend zu gestalten. Andere Erweiterungen gehen in weniger alltägliche Richtungen. “The Sims 4: Vampires” beispielsweise verleiht dem Spiel einen mystischen Touch. Hier stehen Bedürfnisse wie Plasma, Kräfte und Schlaf im Vordergrund.

Kuriose Fakten: Die Sims gelten als außergewöhnlich

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Obwohl der Spieler die Sims nicht verstehen kann, baut er oftmals eine Bindung zu ihnen auf. Das liegt mitunter an den zahlreichen kuriosen Spielmerkmalen. Wir haben drei spannende Fakten für Sie zusammengestellt.

  • Die Sims sprechen Simlisch. Simlisch ist eine Fantasiesprache, die sich aus Puzzleteilen von Navajo, Ukrainisch und Tagalog zusammensetzt. Anstatt sich beispielsweise mit einem “Hallo” zu grüßen, sagen die virtuellen Figuren “sul sul”. Mittlerweile covern sogar namhafte Popstars Songs auf Simlisch.
  • “The Sims” sollte ursprünglich “Dollhouse” heißen. Ein Name, der womöglich dafür gesorgt hätte, dass die virtuelle Welt nur halb so viele Spieler an Land gezogen hätte. Eine entsprechende Marktanalyse zeigt nämlich, dass der Titel beim männlichen Publikum weniger gut angekommen wäre.
  • Die Tiere der Sims werden von Menschen synchronisiert. Denn die Hersteller machten es sich zu Nutzen, dass sie Emotionen auf Kommando vermitteln konnten. Anschließend wurden die menschlichen Stimmen mit den tierischen vermischt, um die Laute authentischer zu gestalten.

Scheidungsrate der Sims liegt bei nur 2 Prozent

“Gib einem Menschen Macht und du erfährst seinen wahren Charakter”, heißt es in einer Studie des Psychologen Thaddeus Griebel, für die 30 Studenten der Dominican University in Illinois (USA) über eine Zeitspanne von sechs Wochen insgesamt zehn Stunden “The Sims 2” spielten. Der “wahre Charakter” stellte sich innerhalb des Versuchs allerdings als relativ harmlos heraus. Meist wollten die Probanden Gutes tun. Ihnen war primär wichtig, dass ihre Sims Liebe bekommen. Die Scheidungsrate der virtuellen Figuren liegt bei lediglich 2 Prozent.

Wer aber Wut abbauen muss, hat bei “The Sims” eine Handvoll Möglichkeiten. In Fanforen tummeln sich Geständnisse à la “Ich lasse meine Sims gelegentlich von einer Kuhpflanze fressen” und “Manchmal baue ich die Leiter aus dem Pool heraus, damit ein Sim ertrinkt”. Doch keine Sorge: Bereut der Spieler seine Entscheidung, hat er die Möglichkeit, mit dem Sensenmann, um das Leben seines virtuellen Schützlings zu spielen.

Spieler warten sehnsüchtig auf „The Sims 5“

Wann der fünfte Teil der Kultsimulation erscheint, ist bislang unklar. Allerdings äußerte sich Andrew Wilson, CEO von EA, anlässlich des aktuellen Jubiläums zu “The Sims 5”. Möglich scheint demnach, dass der fünfte Teil mit einer cloudbasierten Welt, in der sich Spieler auf Wunsch treffen, zu einem Multiplayer wird. Sie könne sogar plattformübergreifend sein und Konsolen- sowie PC-Spieler verbinden. EA wolle dem Klassiker damit einen Wettbewerbscharakter verleihen.

Aber: Spieler sollen weiterhin die Möglichkeit haben, den klassischen Einzelspielermodus zu nutzen.

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