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Lass sie raus!

Warum Wut im Job positive Veränderungen anstoßen kann

Es gibt Situationen im Berufsleben, die machen Menschen so richtig wütend. Zu Recht.

Es gibt Situationen im Berufsleben, die machen Menschen so richtig wütend. Zu Recht.

Überstunden, Ungerechtigkeiten, Konflikte mit Kollegen und Kolleginnen – es gibt viele Gründe, um im Job so richtig aus der Haut zu fahren, innerlich auf 180 zu sein. Doch Wut zu unterdrücken trägt nicht immer dazu bei, uns zu beruhigen. Im Gegenteil: Je stärker wir gegen dieses Gefühl ankämpfen, desto dominanter wird es. Bis es irgendwann unkontrolliert aus uns herausbricht und in unserem Umfeld für Unverständnis und Entsetzen sorgt.

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Dabei kann Wut durchaus hilfreich sein. Auch im Job. Denn sie ist ein wichtiger Indikator, der uns zeigt, was in unserem Leben gerade schiefläuft. Diese These bestätigen auch Körpertherapeutin Sam Jolig und Osteopath Bernhard Voss in ihrem Buch „Wut tut gut: Ein starkes Gefühl verstehen und konstruktiv nutzen“ (Goldmann Verlag), in dem sie erklären, warum Wut und Aggressionen eine wichtige Rolle für uns spielen und wie man sie positiv für sich nutzen kann. Sie sagen: „Wut ist eine Uremotion, die uns zeigt, dass wir mit etwas nicht im Reinen sind. Doch statt die Wut als Anstoß für eine positive Veränderung zu nutzen, entlädt sich dieses Gefühl oftmals in einem unkontrollierten Streit mit dem Gegenüber.“

Was steckt hinter der Wut?

Die Prägung für unseren Umgang mit der Wut findet bereits in frühester Kindheit statt. Erinnern Sie sich noch, wie man in Ihrer Familie mit dem Thema Wut umgegangen ist? Durften Sie ihr als Kind freien Lauf lassen, oder wurde sie strikt unterdrückt? Um Aggressionen und Wut konstruktiv für sich nutzen zu können, ist es Jolig und Voss zufolge wichtig, zu verstehen, was hinter diesen Empfindungen steckt. Sie haben festgestellt, dass die Prägung, die wir in frühester Kindheit erfahren haben, in unserer Aggressionsbiografie eine entscheidende Rolle spielt.

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Wurden starke Gefühle schon früh verdrängt, beeinflusst das unser späteres Aggressionspotenzial enorm. Schlimmer noch: Nicht ausgelebte Gefühle und Impulse machen uns auf Dauer psychisch und/oder physisch krank. Umso mehr lohnt es sich, einen guten Zugang zu seiner Wut zu finden.

Durch Wut positive Veränderungen anstoßen

Wut ist ein angeborenes Grundgefühl, das unserem Körper als Warnsignal dient. Es zeigt an, wenn eine Grenze überschritten wurde, und gibt uns die Möglichkeit, frühzeitig „Stopp“ zu sagen. Damit das gelingt, ist es jedoch wichtig, die Wut rechtzeitig wahrzunehmen und angemessen zum Ausdruck zu bringen. Sie einfach zu ignorieren bringt nichts und macht die Situation nur noch schlimmer. Besser: Die Wut als solche anerkennen, das Gefühl zulassen und ihm Raum geben. Nehmen Sie sich Zeit, um kurz innezuhalten und sich zu fragen: Woher kommt die Wut? Was war der Auslöser? Sind Sie vielleicht frustriert, weil Sie sich nicht gesehen oder gehört fühlen? Wie lässt sich das ändern? Oder wenn es sich nicht ändern lässt, weil es Dinge sind, die außerhalb Ihrer Kontrolle liegen, fragen Sie sich, ob Sie bereit sind, mit dieser Situation zu leben, oder ob es sinnvoller ist, den Job zu wechseln.

In jedem Fall sollten Sie Ihre Gefühle ruhig und offen am Arbeitsplatz ansprechen. Nur so kann sich nachhaltig etwas verändern. Verabschieden Sie sich dabei von dem Gedanken, Wut sei etwas Schlechtes. Indem Sie Ihre Wut angemessen zum Ausdruck bringen, zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Ihnen das Thema beziehungsweise der Job am Herzen liegen und Sie engagiert bei der Sache sind. So kann Wut auch etwas sehr Kraftvolles sein und positive Veränderungen anstoßen.

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Nadine Nentwig arbeitet als Texterin, Bloggerin und Redakteurin. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Ratgeber „Kluge Frauen scheitern anders“ verarbeitet.

In der Kolumne „Auf der Couch“ schreiben wechselnde Expertinnen und Experten zu den Themen Partnerschaft, Achtsamkeit, Karriere und Gesundheit.

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