Studie: Warum manche Schulen digitale Kompetenzen erfolgreicher vermitteln als andere

  • Einigen Schulen gelingt es besser als anderen, Technik und Pädagogik miteinander zu vereinen.
  • Eine nun vorgestellte Studie hat die Erfolgsfaktoren der sogenannten “digitalen Optimalschulen” identifiziert.
  • Nach Angaben der Studienautoren zeichnen sie sich auch durch ihre Chancengleichheit aus.
Johanna Apel
|
Anzeige
Anzeige

Sie sind nicht umfangreicher ausgestattet als andere Schulen, dennoch fördern sie bei ihren Schülern ein überdurchschnittlich hohes Maß an digitaler Kompetenz.

Sogenannte “digitale Optimalschulen” schaffen, woran viele andere Bildungseinrichtungen derzeit scheitern: Technik und Pädagogik so miteinander zu vereinen, dass alle Schüler davon profitieren können – ungeachtet ihres sozialen Hintergrunds. Das zeigt eine im Auftrag der Vodafone-Stiftung durchgeführte Studie, die nun vorgestellt wurde.

Studie an nicht-gymnasialen Schulen

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Die Erziehungswissenschaftlerinnen Birgit Eickelmann und Kerstin Drossel haben dazu nicht-gymnasiale Schulen untersucht. Auf Basis der Daten der ICLIS-2018-Studie (International Computer and Information Literacy Study) identifizierten sie nun für die Studie mit dem Namen “digitales Potenzial” die Erfolgsfaktoren der digitalen Optimalschulen.

Diese würden zeigen, “dass es auch nicht-gymnasialen Schulen gelingen kann, im innerdeutschen und auch im internationalen Vergleich mitzuhalten”, so Birgit Eickelmann von der Universität Paderborn. Denn nach Angaben der Vodafone-Stiftung verfügen derzeit Achtklässler in Gymnasien über höhere Digitalkompetenzen als Gleichaltrige an anderen Schulen – den digitalen Optimalschulen gelinge es jedoch, dieses Muster zu durchbrechen. Sie weisen ein überdurchschnittlich hohes Maß an Digitalkompetenzen bei ihren Schülern vor.

Digitale Medien werden öfter verwendet

Konkret bedeutet das, dass in den Einrichtungen sowohl die technische Ausstattung als auch der pädagogische Ansatz sowie die Fortbildung der Lehrer in puncto Digitalisierung besonders gut zusammenspielen. Dabei sind die digitalen Optimalschulen hinsichtlich Hardware, Software oder Netzanschluss nicht besser ausgestattet als andere Schulen – allerdings sind die Lehrer dort überzeugter, dass die Schulen über pädagogisch passende IT-Ausstattung verfügen.

Gleichzeitig setzen sie diese Technologien auch vielfältiger und effektiver ein. Während 69 Prozent der Lehrer an digitalen Optimalschulen angeben, digitale Medien zum Präsentieren im Unterricht zu verwenden, sind es an den anderen Schulen nur 44 Prozent.

Förderung einzelner Schüler als Erfolgsfaktor

Ein weiterer Faktor: der Einsatz digitaler Medien zur Förderung einzelner Schüler oder kleinerer Gruppen. 24 Prozent der Lehrer an digitalen Optimalschulen gaben an, dies häufig zu tun. An den anderen Schulen taten dies nur 15 Prozent. “Die geschickte Kombination verschiedener Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien scheint den entscheidenden Mehrwehrt für das Lernen auszumachen”, sagt Birgit Eickelmann.

Zudem sei auffällig, dass die Lehrkräfte an den digitalen Optimalschulen ihre eigenen Fähigkeiten in puncto digitaler Technologie besonders intensiv und gezielt weiterentwickeln. Nach Angaben der jeweiligen Schulleitungen bilden sich dort größere Anteile des Kollegiums im Umgang mit digitalen Medien fort, als es in anderen Schulen der Fall ist. Fast die Hälfte der Lehrer an digitalen Optimalschulen hatte sich bereits vor der ICLIS-2018-Studie fachdidaktisch weitergebildet – an anderen Schulen waren es nur 31 Prozent.

Soziale Ungleichheiten überwinden

Die digitalen Optimalschulen weisen nach Angaben der Studienautorin zudem noch eine weitere Besonderheit auf: Sie sind chancengerecht. Digitale Kompetenzen würden dort bei allen Schülern gefördert – und Bildungsungleichheiten somit überwunden. “Damit können diese Schulen in doppelter Hinsicht beispielgebend für andere Schulen im Land sein”, so Birgit Eickelmann.

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen