Das Jahresgespräch steht an: So bereiten Sie sich am besten vor

  • In vielen Unternehmen beginnen im November bereits die Jahresgespräche. Leistung und Ziele, Lob und Kritik – das alles erwartet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei diesem Termin.
  • Doch wer sich gut vorbereitet, kann leichter Erfolge verbuchen und die Weichen für seine berufliche Entwicklung stellen.
  • Karrierecoach Bernd Slaghuis erklärt, wie man sich für das Jahresgespräch fit macht und für den Chef zu einem Gesprächspartner auf Augenhöhe wird.
Katrin Schreiter
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Köln. Viele Arbeitgeber nutzen Jahresgespräche dazu, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein umfangreiches Feedback zu geben. Geklärt wird dabei, welche Entwicklung sie im vergangenen Jahr durchgemacht haben: welche Ziele erreicht worden sind, welche Probleme und Herausforderungen es gegeben hat. Außerdem sollen neue Ziele und Aufgaben für das kommende Jahr abgesteckt werden.

„Doch oft verlaufen Jahresgespräche auch steif nach Schema F“, sagt Bernd Slaghuis, Karriere- und Businesscoach in Köln. „Manchmal werden nur Formulare ausgefüllt oder Punkte in einem Bewertungssystem abgefragt.“ Dabei könnte dieser Termin eine Chance für ein wirklich gutes Gespräch sein – von dem beiden Seiten profitieren.

Wie läuft ein Jahresgespräch ab?

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„In der Regel geht ein Jahresgespräch in zwei Richtungen“, sagt Slaghuis. „Zum einen gibt es eine Rückschau. Da wird besprochen, was gut gelaufen ist und was weniger. Zum anderen – und das ist noch wichtiger – wird der Blick nach vorn gerichtet: Da können fachliche Ziele festgelegt, aber auch Karriereschritte thematisiert werden.“ Eine gute Chance – für beide Seiten.

„Doch oft dominiert bei dem jährlichen Pflichttermin mit dem Chef die Angst“, weiß der Fachmann aus Erfahrung. Er rät deshalb dazu, das Jahresgespräch gut vorzubereiten – auch, um auf Augenhöhe sein zu können. „Letztlich entscheidet jeder selbst, mit welcher Haltung er zu seinem Vorgesetzten geht: Als vorgeladener Gast im Chefbüro, der pflichtbewusst Rede und Antwort steht? Oder als geschätzter Gesprächspartner, der auch eigene Meinungen und Themen einbringt?“

Sich ins Gespräch bringen, Ideen äußern, Chancen ergreifen, neue Aufgaben abstecken: „Angst ist dabei kein guter Ratgeber“, sagt Slaghuis. Und wenn vor allem Kritik kommt? „Dann ist es wichtig, sich nicht auf eine emotionale Ebene zu begeben oder demonstrativ in Widerstand zu gehen“, rät der Karrierecoach. Stattdessen könne man die Gelegenheit nutzen, seine eigene Sichtweise zu erklären.

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Darf man im Jahresgespräch nach dem Gehalt fragen?

„Nutzen kann man das Jahresgespräch auch, um das Thema Gehaltserhöhung zu besprechen“, meint der Experte. „Doch das sollte man keinesfalls an den guten Leistungen der Vergangenheit festmachen – die wurden bereits bezahlt“, so Slaghuis. „Das bietet sich eher an, wenn es um neue Aufgaben, mehr Verantwortung oder eine neue Rolle im Team geht.“

Auch zum Thema Protokoll hat der Karrierecoach einen Tipp: „Gesprächsnotizen, die für die Personalakte gedacht sind, sollte man – wenn möglich – abzeichnen. Und sich selbst auch Gesprächsnotizen machen, die der Chef zum Beispiel per E-Mail zur Kenntnis erhält.“ Damit man auf dem gleichen Stand ist. „Denn auch hier gilt: Klarheit schafft Sicherheit.“

Vorbereitungen auf das Jahresgespräch: Auf diese Fragen sollte man Antworten parat haben

Damit das Jahresgespräch keine lästige Pflichtübung bleibt, sollte man sich im Vorfeld folgende Fragen beantworten:

  • Was waren meine Ziele im vergangenen Jahr?
  • Welche Aufgaben haben sie beinhaltet?
  • Was habe ich geleistet?
  • Was hat besonders gut geklappt und warum?
  • Was war eher schlecht und warum?
  • Wie hat das Miteinander funktioniert?
  • Was wird es für neue Ziele geben?
  • Welche Aufgaben könnten sie beinhalten?
  • Was benötige ich, damit die Bedingungen passen?
  • Was möchte ich im nächsten Jahr lernen?
  • Was möchte ich erreichen? Gibt es Fortbildungen, die ich besuchen möchte?
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