Folge der Corona-Pandemie: UN kritisieren mangelnde Bildungschancen für Flüchtlingskinder

  • Die Einschulungsrate in der Sekundarstufe 2019/2020 liegt bei Flüchtlingskindern durchschnittlich nur bei 34 Prozent.
  • Die Vereinten Nationen (UN) sorgen sich um die Bildungsmöglichkeiten für Flüchtlingskinder während und nach der Corona-Pandemie.
  • Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR forderte die Staaten auf, das Recht auf Sekundarschulbildung zu gewährleisten.
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Genf. Die Vereinten Nationen haben mangelnde Bildungschancen für Flüchtlingskinder angeprangert. Rund ein Drittel der vertriebenen Mädchen und Jungen könnten keine Grundschule besuchen, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag in Genf mit.

Zudem erhielten rund zwei Drittel von ihnen keinen Unterricht in einer weiterführenden Schule, hieß es weiter. Nur fünf Prozent der geflüchteten jungen Menschen besuchten später eine Universität. Das gehe aus einer Untersuchung für das Schuljahr 2019/2020 in 40 Ländern hervor. In 40 Ländern lag die Einschulungsrate von Flüchtlingen laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in der Sekundarstufe 2019/2020 nur bei 34 Prozent.

Besserer Zugang und Unterstützung für die Länder gefordert

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Das UNHCR forderte die Staaten auf, das Recht auch der Flüchtlinge auf Zugang zur Sekundarschulbildung sicherzustellen. Länder, die eine große Zahl von Vertriebenen aufnähmen, benötigten Unterstützung beim Aufbau von Kapazitäten - unter anderem mehr Schulen, geeignetes Lernmaterial und Lehrerausbildung für spezielle Fächer, hieß es.

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Die Covid-19-Pandemie hat die Bildungschancen der Flüchtlingskinder den Angaben zufolge weiter verschlechtert. Um das Corona-Virus einzudämmen, schlossen demnach viele Länder die Schulen. Darunter befanden sich auch Bildungseinrichtungen für Flüchtlinge in und außerhalb von Lagern.

Heranwachsende mit geringer oder kurzer Schulbildung würden oft in die Kinderarbeit gezwungen, beklagten das Hilfswerk. Im Erwachsenenalter hätten sie schlechte Berufsaussichten, und ihre Unabhängigkeit sei eingeschränkt. Das UNHCR forderte mehr Investitionen in die Bildung der Flüchtlingskinder.

RND/epd/dpa

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