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Nach dem Ende der Homeoffice-Pflicht: Warum ein Hund im Büro eine echte Bereicherung sein kann

  • Die Homeoffice-Pflicht ist ausgelaufen. Viele Beschäftigten kehren zurück ins Büro. Doch seit der Corona-Krise haben sich auch viele Leute einen Hund zugelegt.
  • Wohin nun mit dem Tier? „Büro und Hund – das passt hervorragend“, meint Markus Beyer.
  • Der Hundeexperte erklärt, warum ein Vierbeiner die Gesundheit der gesamten Belegschaft positiv beeinflusst. Und welche Imagevorteile der Arbeitgeber durch einen Bürohund haben kann.
Katrin Schreiter
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Leipzig. In der Corona-Pandemie sind viele Leute auf den Hund gekommen. Ob Dackel oder Labrador, Pudel oder Boxer: Nach Angaben des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) sind 2020 im Vergleich zu Nicht-Corona-Jahren bundesweit 20 Prozent mehr Hunde gekauft worden.

„Die Menschen hatten Zeit, sich verantwortungsvoll um die Tiere zu kümmern“, sagt Markus Beyer, erster Vorsitzender des Bundesverbandes Bürohund. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Menschen schon im Vorfeld bestens vorbereiten.“ Es könne sich später natürlich immer herausstellen, dass jemand mit seinem Hund nicht klarkommt. „Aber eine große Tierheimkatastrophe erwarte ich demnächst nicht.“

Doch nachdem Ende Juni die Homeoffice-Pflicht ausgelaufen ist, stellt sich für viele nun die Frage: Wohin mit dem Hund? Darf er mit ins Büro? Für Coach Beyer ist die Antwort klar: „Ja! Das macht für alle Sinn!“ Schließlich würde der Vierbeiner eine äußerst positive Wirkung haben: auf die Kollegen, auf die Kunden, auf das gesamte Unternehmen.

Kollege auf vier Pfoten

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Hundeexperte Beyer verweist auf zahlreiche gute Gründe, die er in zwei Gebiete aufteilt.

1. Psychische Gesundheit

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„Das Bindungshormon, das beim Zusammensein mit einem Hund beim Menschen gebildet wird, reduziert die Stresshormone – und damit das Risiko zum Beispiel einen Burn-out zu erleiden“, erklärt Beyer. „Der Hund erinnert uns daran, dass wir mit ihm Gassi gehen müssen. Diese Unterbrechung erdet uns immer wieder, bringt uns in unsere Realität – und in Bewegung. Das wiederum vermindert nachgewiesenermaßen das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu bekommen.“ Nicht zuletzt würde das Tier im Unternehmen die Kommunikation erleichtern – zum Beispiel mit anderen Abteilungen, mit denen man sonst nicht so viel zu tun habe.

2. Arbeitgebermarke

„Chefs sollten nicht unterschätzen, wie sehr ein Hund die Aufmerksamkeit in den sozialen Medien erhöht“, weiß Beyer aus Erfahrung. „Das unterscheidet das Unternehmen von anderen, die nur so tun, als ob sie den Wandel der Arbeitswelt verstanden hätten.“ Außerdem unterstütze das Tier die Rekrutierung von Fachkräften. Nach einer Umfrage der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu (Xing) gehört der Bürohund hinter der flexiblen Arbeitszeit und dem Homeoffice zu den Top-drei-Wünschen, wenn es um die Benefits im Betrieb geht.

Chef muss Erlaubnis geben

Doch darf der Hund ohne Weiteres mit ins Büro? „Nein“, sagt Tobias Werner, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. „Da besteht kein Anspruch. Wollen Hundebesitzer ihre Tiere mit ins Büro nehmen, brauchen sie dafür die Erlaubnis des Arbeitgebers.“

Und wer zahlt, wenn das Tier einen Schaden anrichtet, zum Beispiel Bürostühle oder Kabel anknabbert? „Dann muss der Hundehalter dafür aufkommen“, erklärt der Rechtsexperte. Sein Tipp: „Hundehalter sollten darauf achten, dass sie entsprechend versichert sind.“ Das gelte übrigens auch, wenn das Tier einen Kollegen ins Bein beißt und der medizinisch versorgt werden muss.

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Außerdem sollte das Thema Gassigehen klar geregelt sein. „Denn zusätzliche Pausen gehen nicht auf Kosten des Unternehmens“, sagt Fachanwalt Werner. „Auch wenn der Chef den Hund im Büro duldet, bleibt er Privatangelegenheit.“

Klare Regeln aufstellen

„Damit es im Büroalltag keine Probleme gibt, müssen klare Regeln aufgestellt werden“, sagt Markus Beyer vom Bundesverband Bürohund. So sollten bestimmte betriebliche Bereiche hundefrei bleiben, um Kollegen zu schützen, die zum Beispiel Berührungsängste haben. Auch wie man anderen – zum Beispiel auf dem Flur – begegnet, sollte klar vereinbart werden.“

Dabei spiele es keine Rolle, ob der Vierbeiner groß oder klein sei. Auch die Rasse sei nicht entscheidend. „Wichtig ist vor allem, dass zwischen dem Tier und dem Herrchen beziehungsweise Frauchen ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis besteht“, sagt Beyer und empfiehlt für alle Fälle ein paar Stunden in der Hundeschule zu absolvieren. Der Bundesverband Bürohund bietet dabei Hilfe an. Weitere Informationen unter www.bv-bürohund.de.

Keine Kleintiere

Übrigens: Was für den Hund gilt, verhält sich bei anderen Haustieren anders: Hunde sind flexibel, sie können sich schnell auf eine neue Umgebung einstellen. Außerdem sind sie soziale Wesen und gerne überall in der Gruppe mit dabei. Katzen dagegen wollen ihre Ruhe haben und im vertrauten Revier bleiben. Auch Kleintiere wie Vögel, Hamster oder Kaninchen eignen sich nicht im Büro! Das bringt Stress statt Spaß für alle Beteiligten.

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