Tipps für die betriebliche Weihnachtsfeier in Corona-Zeiten

  • 3G und 2G, Homeoffice und Kontaktbeschränkungen: In diesem Jahr werden die betrieblichen Weihnachtsfeiern sowohl präsent als auch virtuell gefeiert.
  • Viele Unternehmen planen bereits im November ihr gemeinsames Event.
  • Benimm-Coach Verena Gorris hat einige Tipps, damit die unterschiedlichen Formate gelingen.
Katrin Schreiter
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Hamburg. Aufgrund der Corona-Pandemie gab es in den meisten Betrieben im vergangenen Jahr kein grünes Licht für Weihnachtsfeiern. Die Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen hatten vor allem Abstand verlangt. Gemütliches Beisammensein – Fehlanzeige!

Frische Luft vor dem Partyzelt

„Mittlerweile hat sich die Situation in den meisten Unternehmen entspannt“, weiß Benimm-Coach Verena Gorris. In vielen Betrieben würde eine Weihnachtsfeier mit der 2G- beziehungsweise 3G-Regelung möglich sein. „Wobei ich zur 3G-Regelung rate – damit sich niemanden ausgeschlossen fühlt.“ Schließlich soll die Feier für alle im Team wertschätzend sein, Beteiligung signalisieren – Kommunikation auf Augenhöhe.

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„Man sollte lieber die Location so aussuchen, dass man schnell mal rausgehen kann, um frische Luft zu schnappen.“ Denkbar wäre zum Beispiel ein Partyzelt.

Und wenn man sich auf der Party nicht 100-prozentig wohlfühlt? „Dann bleibt man nur bei dem offiziellen Teil und geht nach dem gemeinsamen Essen einfach nach Hause“, rät Gorris. „Keiner muss bei einer Betriebsfeier bis zum Ende bleiben. Man muss sich – vor allem in großer Runde – auch nicht verabschieden oder gar einen Grund nennen, warum man eher gehen will.“ Zum guten Ton gehöre es allerdings, dass man sich am nächsten Tag bei den Organisatoren der Feier bedankt.

Stichwort Alkohol: Bei Betriebsfeiern geht es häufig besonders locker zu – besonders dann, wenn es ganz offiziell ein Gläschen im Kollegenkreis gibt. Damit man dabei nicht den Spaß übertreibt, empfiehlt der Benimm-Coach, „sich im Vorfeld gut zu überlegen, wie viel man in betrieblicher Runde trinken kann, um auch am nächsten Tag mit dem Abend noch klarzukommen.“

Anders gestalten sich virtuelle Feiern: „Selbstverständlich sollte im Vorfeld sichergestellt sein, dass jeder die entsprechenden technischen Voraussetzungen hat, um überhaupt teilnehmen zu können“, sagt Gorris. Aber auch an ein kleines Programm sollte man denken.

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Virtuelles Wichteln

Wie wärs mit virtuellem Wichteln? Hierbei hilft im Vorfeld eine Wichtel App. Damit die beliebte Weihnachtstradition virtuell funktioniert, mischt ein digitaler Zufallsgenerator die Lose und ordnet jedem einen Wichtel zu. Das Geschenk an die Kollegin oder den Kollegen wird dann per Post verschickt.

„Für viel Freude und gute Stimmung kann auch das gemeinsame Kochen sorgen“, weiß die Benimm-Expertin aus Erfahrung. „Dazu wird jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin ein spezielles Paket nach Hause geschickt – zum Beispiel mit einem Rezept oder mit den entsprechenden Zutaten sowie mit Wein und Weihnachtsservietten.“ Nach dem gemeinsamen Onlinekochen könne man dann gemeinsam essen. „Weihnachtsdekoration und festliche Kleidung sorgen zusätzlich für die passende Stimmung.“

Nicht grußlos ausklinken

Und wie verhält es sich bei der virtuellen Feier mit dem frühen „Ausklinken“? „Das sollte man keinesfalls grußlos machen“, sagt Gorris. „Wer schon vorher weiß, dass er nur begrenzt Zeit hat, sollte das gleich zu Beginn der Veranstaltung ankündigen“, rät die Fachfrau. „Wenn dann nach dem offiziellen Teil ein guter Moment gekommen ist, sollte man sich bedanken und den anderen weiterhin viel Spaß wünschen.“

Apropos bedanken: Egal ob man zu einer „echten“ oder einer virtuellen Betriebsfeier eingeladen wird – zum guten Benehmen gehört, dass man sich dafür bedankt,“ weiß Gorris. „Dabei kann man getrost im Medium des Absenders bleiben: per Post, per E-Mail oder per Whatsapp.

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Muss ich überhaupt teilnehmen?

Die einen freuen sich drauf, die anderen gruselt es davor. Wie sieht das arbeitsrechtlich aus: Muss ich an der Weihnachtsfeier teilnehmen?

„Eine gesetzliche Regelung gibt es nicht. Der Chef kann also die Anwesenheit, wenn die Feier außerhalb der Arbeitszeit liegt, nicht vorschreiben. Findet die Feier während der Arbeitszeit statt, sind natürlich nur diejenigen von der Arbeit freigestellt, die auch mitfeiern“, sagt Till Bender, Jurist beim DGB Rechtsschutz.

„Und: Findet das Fest während der Arbeitszeit statt und will ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin nicht mitfeiern, muss er oder sie in dieser Zeit arbeiten – oder sich freinehmen.“

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