Coming-Out am Arbeitsplatz: Akzeptanz laut Umfrage groß

  • Wer mit seiner sexuellen Orientierung im Job offen umgeht, kann mit der Akzeptanz seiner Kolleginnen und Kollegen rechnen.
  • Diesen Schluss lässt zumindest eine Umfrage der Onlinejobbörse Indeed zu.
  • Gegen Diskriminierung würde fast die Hälfte der Befragten vorgehen und die geoutete Person offen verteidigen (45 Prozent).
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Coming-Out am Arbeitsplatz: Wer sich dazu entschließt, muss sich laut einer Umfrage der Onlinejobbörse Indeed wenig Sorgen über die Reaktionen seiner Kolleginnen und Kollegen machen. Der größte Anteil der Befragten (43 Prozent) würde sich nämlich nicht anders als sonst verhalten. Ein Fünftel (21 Prozent) würde sich freuen, 16 Prozent würden Unterstützung anbieten. Nur 4 Prozent gaben an, solch eine Situation irritierend zu finden. 3 Prozent wären befangen im Umgang mit der Person.

Die Umfrage hat das Marktforschungsunternehmen YouGov durchgeführt. 1.027 Erwerbstätige haben Anfang März 2021 teilgenommen. Sie beantworteten Fragen dazu, wie sehr „LGBTQIA*“-Personen an ihrem Arbeitsplatz akzeptiert werden oder werden würden. Das Akronym „LGBTQIA*“ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, Transgender-, queere, intersexuelle und/oder asexuelle Personen. Das Sternchen dient als Platzhalter für weitere Geschlechtsidentitäten.

Mehrheit ist aufgeschlossen

Die Mehrheit der Befragten gibt sich aufgeschlossen: Knapp zwei Drittel (64 und 63 Prozent) finden die Arbeit im Team mit Homo- und Bisexuellen völlig unproblematisch, 55 Prozent mit Transgendern.

Allerdings: Die wenigsten Teilnehmenden benennen das Engagement für Diversität (15 Prozent) und eine gelebte Frauenquote (11 Prozent) als für sie wichtige Eigenschaften eines Arbeitgebers. Ein Viertel (25 Prozent) der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer findet, dass die Unterstützung von vermeintlich benachteiligten Gruppen, wie beispielsweise Menschen anderer sexueller Identität und Orientierung, Überhand nehme.

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Gegen Diskriminierung vorgehen

„Wie groß wäre die Akzeptanz an Ihrer Arbeitsstelle für ein Coming-Out?“, wollten die Meinungsforscher ebenfalls wissen. Die Befragten sollten auf einer Skala von 1 (überhaupt keine Akzeptanz) bis 10 (vollkommene Akzeptanz) die Situation in ihrem Unternehmen einschätzen. Einen Wert von sechs oder höher kreuzten 66 Prozent für die Akzeptanz von homosexuellen Personen an. Danach folgen bi- (63 Prozent) und asexuelle Menschen (57 Prozent). Transgender kämpfen nach Einschätzung der Befragten am meisten mit der Akzeptanz der Kolleginnen und Kollegen (51 Prozent).

Gegen Diskriminierung würde fast die Hälfte der Befragten vorgehen und die geoutete Person offen verteidigen (45 Prozent). 38 Prozent würden andere auf das diskriminierende Verhalten aufmerksam machen. Den Betriebsrat oder Vorgesetzte informieren, zu diesem Schritt wäre ein Viertel (26 Prozent) der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer bereit.

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