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Standardfrage im Bewerbungsgespräch

„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ Muss ich das wirklich wissen?

Gut vorbereitet sein: Ihre Selbstpräsentation für ein Vorstellungsgespräch sollten Bewerberinnen und Bewerber am besten mehrfach proben.

Gut vorbereitet sein: Ihre Selbstpräsentation für ein Vorstellungsgespräch sollten Bewerberinnen und Bewerber am besten mehrfach proben.

Die Frage „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ gehört zu den Klassikern im Bewerbungsgespräch. Im Internet findet man unzählige Antwortvorschläge: Das Spektrum reicht von verschwommenen Aussagen wie „Ich möchte mich im Laufe dieser Zeit in Ihrem Unternehmen zu Hause fühlen“ bis zu witzig gemeinten Kommentaren wie „Wenn ich Hellseher wäre, würde ich nicht hier sitzen“.

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„Oft hört man als witzig gemeinte Antwort auch: ‚Dann sitze ich auf Ihrem Stuhl!‘“, sagt Tanja Herrmann-Hurtzig. „Spätestens nach dem fünften Mal findet das niemand mehr lustig“, sagt die Karriereberaterin, die lange Zeit als Personalerin Vorstellungsgespräche geführt hat.

Um die Situation besser verstehen zu können, empfiehlt Herrmann-Hurtzig dazu, die Perspektive zu wechseln: „Warum fragt das der Personaler?“ Ihre Antwort darauf: „Vor allem geht es darum, den Bewerber oder die Bewerberin besser kennenzulernen.“ Die Frage sollte man deshalb auch nicht negativ verstehen, sondern positiv.

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Generell rät die Karriereberaterin dazu, sich vor einem Bewerbungsgespräch intensiv mit seinen eigenen Wünschen, Vorstellungen und Zielen auseinanderzusetzen. „Das erleichtert auch die Antwort auf die Frage nach den Stärken und Schwächen, die mit Sicherheit so oder in abgewandelter Form auch kommen wird.“

Die eine richtige Antwort gibt es nicht

Was antwortet man also auf die Fünf-Jahre-Frage? „Eine Antwort, die in jedem Vorstellungsgespräch die richtige ist, die gibt es nicht“, weiß Herrmann-Hurtzig. „Das hängt nicht zuletzt vom Unternehmen und der Branche ab. Handelt es sich um ein eher konservatives Unternehmen? Ist in dem Job Veränderung gewünscht? Welche Aufstiegschancen gibt es überhaupt?“

Left to right: BJ NOVAK as Ryan Howard, RAINN WILSON as Dwight Schute, STEVE CARELL as Michael Scott, JOHN KRASINSKI as Jim Halpert and JENNA FISCHER as Pam Beesly on 'The Office: An American Workplace. Date: 30.12.2004.

Warum Empathie für Führungskräfte unverzichtbar ist

Ob sich Menschen an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, hängt Studien zufolge in großem Maß vom Verhältnis zu direkten Vorgesetzten ab. Einfühlungsvermögen ist deshalb eine der wichtigsten Eigenschaften für Führungskräfte, die allerdings oft unterschätzt wird. Das kann Unternehmen Millionen kosten – ein Teil der Lösung könnten mehr Chefinnen sein.

Natürlich spiele auch das Alter eine Rolle: „Wer sich auf den ersten Job nach seinem Studium bewirbt, hat in der Regel eine andere Vorstellung als ältere Bewerberinnen und Bewerber“, sagt die Expertin.

„Die Antwort ‚Keine Ahnung!‘ kommt mit Sicherheit nicht gut an“, warnt Herrmann-Hurtzig, die auch von einer auswendig gelernten Reaktion abrät. „Eine mögliche Antwort könnte sein: ‚Lassen Sie uns doch gemein­sam schauen, wo sich das Unternehmen in den nächsten Jahren hinentwickelt und wie ich meine Leistungen einbringen kann.‘“

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Fragen als Chance begreifen

Die Karriereberaterin rät, die Fragen im Vorstellungsgespräch als Chance zu begreifen. „Auch die Bewerberinnen und Bewerber können den Termin nutzen, um herauszufinden, ob es für sie passt.“

Aber könnte die Fünf-Jahre-Frage vielleicht durch die Hintertür auch eine Frage nach der Familienplanung sein? „Darauf muss man sich nicht einlassen. Privates wie die Familienplanung gehört wie auch die Themen Religion, Parteizugehörigkeit oder sexuelle Neigung zu den Tabus.“

Irritation als Plan

Es gebe allerdings auch immer wieder Personalabteilungen, die mit ungewöhnlichen Fragen irritieren wollen, weiß Herrmann-Hurtzig von ihren früheren Kontakten. Dazu gehöre zum Beispiel die Frage: „Wenn Sie ein Straßenschild wären, welches wären Sie gern?“ Eine schwierige Aufgabe. Falls man das nicht beantworten möchte, rät die Fachfrau zur Nachfrage: „Können Sie mir den Zusammenhang der Frage zum Unternehmen oder zum Job erläutern?“

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Auch das laute Nachdenken darüber könnte helfen. „Oft geht es bei der Fragestellung nur darum, welche Gedanken sich Bewerberinnen und Bewerber zu einem Thema machen.“ Schließlich lässt sich in jedes Straßenschild ganz Unterschiedliches hineininterpretieren. Einbahnstraße, Stoppschild, Spielstraße: Da scheint die Fünf-Jahre-Frage regelrecht unkompliziert.

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