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Karrierecoach gibt Tipps

Ohne Floskeln und Langeweile: Wie formuliert man ein gutes Bewerbungsschreiben?

Ein Anschreiben ist für viele Bewerberinnen und Bewerber lästig. Nicht selten muss es gleich für mehrere Bewerbungen herhalten.

Das Anschreiben ist für viele Jobsuchende die größte Hürde bei einer Bewerbung.

Köln. Das Anschreiben ist für viele Jobsuchende die größte Hürde bei einer Bewerbung. „Genau genommen ist es ja ein Brief an den potenziellen neuen Arbeitgeber. Da glauben viele, sie müssten superseriös formulieren“, sagt Karrierecoach Bernd Slaghuis. „Und am Ende wird es dann steif und nichtssagend.“

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Wäre es dann nicht besser, gleich auf das ungeliebte Anschreiben zu verzichten? „Nein“, ist der Berater aus Erfahrung überzeugt. „Ein gutes Anschreiben geht über den Lebenslauf hinaus. Es hilft einem Arbeitgeber, sich nicht nur über die Vergangenheit der Bewerberinnen und Bewerber zu informieren, sondern auch über deren Erwartungen und Ziele.“

Slaghuis räumt ein, dass er sich mit der Bezeichnung „Anschreiben“ schwertut. „Das Anschreiben hat heute einen ‚Das macht man so‘-Stempel, die nichtssagenden Floskeln und Schleimereien will wirklich niemand mehr lesen.“ Aus seiner Sichte gehe es aber vielmehr um einen persönlichen Begleitbrief zum Lebenslauf, der Lust macht, einen Menschen kennenzulernen. Doch wie auch immer man es am Ende nennen will, „es sollte durch mehr Klarheit über die Wechselsituation, die persönlichen Werte- und Zielvorstellungen sowie einem Blick auf die Stärken und Persönlichkeit einen echten Mehrwert über den Lebenslauf hinaus schaffen“.

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Zwei Beispiele:

  • Ein Bewerber oder eine Bewerberin hat in den vergangenen zwei Jahren dreimal den Job gewechselt. Dies wird beim Lesen des Lebenslaufs sofort ins Auge fallen. Das Offensichtliche gleich zu Beginn anzusprechen, schafft Klarheit: „Nach zuletzt einigen kürzeren Stationen ist es nun mein Ziel, bei einem Arbeitgeber anzukommen. Hierfür ist es mir wichtig, …“
  • Ein Bewerber oder eine Bewerberin ist seit 25 Jahren bei ein- und demselben Arbeitgeber geblieben, will jetzt aber wechseln: „Nach 25 Jahren bei einem Arbeitgeber reizt es mich, noch einmal frische Luft zu schnuppern und eine neue Branche kennenzulernen.“

Ehrlich bleiben

„Es geht nicht darum, den Lebenslauf als Text zu verfassen oder sich für Wechsel und Lücken zu rechtfertigen.“ Slaghuis benutzt an dieser Stelle das Bild des Silbertabletts: „Wenn Sie sich einmal in die neue Position hineinversetzen – welche fünf Aspekte aus Ihrem Fach- und Erfahrungswissen sind hierfür besonders wertvoll? Dies sei dann wieder ein Mehrwert gegenüber dem Lebenslauf“, betont der Karrierecoach.

„Bleiben Sie ehrlich und schaffen Sie Klarheit!“, rät Slaghuis. „Und vermeiden Sie die nichtssagenden Informationen, auf welchem Portal Sie die Anzeige gelesen haben oder auf welche Position Sie sich bewerben – das weiß der Adressat bzw. die Adressatin.“ Auch die Ausführungen, die zeigen sollen, dass Sie sich im Netz über das Unternehmen informiert haben, seien unnötig.

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Klare Vorstellungen

Was bringen Bewerbende mit und was haben sie für Vorstellungen: „Auch hier ist Klarheit angebracht“, rät Slaghuis. Wer beispielsweise viel Wert auf Freiheiten und selbstbestimmtes Arbeiten legt, sollte das entsprechend formulieren. Schließlich gebe es Führungskräfte, die von einem „Gestaltungsspielraum“ für ihre Mitarbeitenden nicht viel halten. „Eine Absage ist in diesem Fall auch ein gutes Ergebnis.“

Eine Bewerbung habe heute viel mit Selbstschutz zu tun, so der Coach. „Man sollte sich über die eigenen Vorstellungen und Ziele klar werden – und sie dann offen kommunizieren.“ Je mehr Klarheit, desto sicherer kann ein potenzieller Arbeitgeber eine Entscheidung treffen.

Keine Fragen stellen

Keinen Platz im Anschreiben haben für Slaghuis ebenso Fragen, wie etwa „Konnte ich Sie mit meiner Bewerbung überzeugen?“ oder Aussagen, wie „Ich bin sicher, dass ich hervorragend in Ihr Unternehmen passe.“ Wer hiervon nicht überzeugt sei, würde sich nicht bewerben – es handelt sich also um eine Nullbotschaft.

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Was wäre stattdessen ein gelungener Abschluss? Slaghuis: „Zum Beispiel: ‚Ich freue mich auf unseren persönlichen Austausch.‘ Das zeigt nicht den Bittsteller, sondern den Menschen auf Augenhöhe – eine gute Basis für ein anschließendes Gespräch als echter Dialog.“

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