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Beruf mit Zukunft

Alles für den Strom: Was machen Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik?

Lars Grebe arbeitet bei Krull Elektromotoren GmbH in Hannover.

Lars Grebe arbeitet bei Krull Elektromotoren GmbH in Hannover.

Hannover. Wenn sich Lars Grebe bei seiner Arbeit schmutzig macht, ist das eher ein gutes Zeichen. Denn viele Teile, mit denen er hantieren muss, sind öl- oder fettverschmiert. „Nichts für Leute, die es beruflich klinisch rein mögen“, sagt der gelernte Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik augenzwinkernd.

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Grebe arbeitet in Hannover bei der Krull Elektromotoren GmbH, ist dort in der Reparaturabteilung für den richtigen Draht auf den Kupferspulen verantwortlich. „Die Wicklung ist das Herzstück der Motoren“, erklärt der 27-Jährige. „Ohne die gewickelten Spulen würde sich nichts drehen. Denn sie sorgen dafür, dass elektrische Energie in Bewegungsenergie umgewandelt wird.“

Welcher Draht passt? Wie dick muss er sein? Wie viele Windungen sollen auf die Spule? Alles Fragen, die Grebe anhand des konkreten defekten Motors beantworten muss. Zu diagnostizieren ist beispielsweise das Innenleben von kaputten Förderbändern, Aufzügen, Kransystemen, Ventilatoren und Pumpen – von Motoren in einer Kreissäge bis hin zu den Antrieben in Schrottpressen.

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„Langweilig wird das nie“, sagt Grebe. „Kein Tag ist wie der andere. Zum Beispiel repariert man an einem Tag eine Tauchpumpe in der Werkstatt und am nächsten beim Kunden vor Ort eine Krananlage in zwölf Metern Höhe.“

Wiederverwertung ist in der Firma Krull ein großes Thema. „Gerade bei älteren Motoren können nicht einfach Ersatzteile neu gekauft werden, sondern müssen wiederaufgearbeitet werden.“ Das bietet der Branche ein anspruchsvolles Tätigkeitsfeld.

Von E-Motoren bis Transformatoren

Elektronikerin und Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik kennen sämtliche Bauteile von Elektromotoren, Generatoren und Transformatoren. Sie reparieren nicht nur, sondern bauen vor allem Teile für die elektrische und elektronische Technik, montieren sie entsprechend und nehmen die Anlagen anschließend in Betrieb. Außerdem stellen sie Schalt- und Steuerschränke oder Regeleinrichtungen so ein, dass die Maschinen auf Knopfdruck loslegen können.

In der Ausbildung steht deshalb alles auf dem Plan, was mit Elektrotechnik und Maschinenbau zu tun hat: Wie man Bauteile fertigt, elektrische Maschinen montiert und prüft, sie in Betrieb nimmt und wartet. Auch wird das Feilen, Fräsen, Drehen, Schweißen sowie das Einlegen von Drähten in einen Elektromotor gelernt.

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Geschick und technisches Verständnis

„Bei diesem Beruf sind handwerkliches Geschick und technisches Verständnis gefragt“, sagt Grebe, der vor Kurzem als bester Geselle im Kammerbezirk Hannover geehrt wurde – Abschlussnote 1,3. „Man darf auch nicht so zimperlich sein“, erklärt er. Mitunter müsse man schon beherzt zupacken, um beispielsweise festgerostete Bauteile voneinander zu trennen.

Nicht zuletzt sei Vorsicht angesagt: Denn der Umgang mit stromführenden Teilen bedeutet ständig Gefahr. „Arbeitssicherheit ist bei uns elementar“, sagt der 27-Jährige, der im März mit der Meisterschule beginnen will, um danach vielleicht selbst Azubis auszubilden. Auftragsengpässe sieht der junge Mann in seiner Branche in Zukunft nicht: „Solange es Strom gibt, wird es unseren Beruf geben.“

Auch Thomas Bürkle ist überzeugt, dass Elektroniker und Elektronikerinnen für Maschinen und Antriebstechnik in Zukunft keinesfalls arbeitslos werden. Der Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke verweist vor allem auf die erneuerbaren Energien: So laufen Windturbinen mit moderner Generatorentechnik, die gebaut und regelmäßig gewartet werden müsse, erklärt Bürkle. „Gleichzeitig kommen eine neue Generatorentechnik wie die Brennstoffzelle oder auch spezielle Anlagenspeicher hinzu.“

Außerdem würden mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien die Themen Notstromversorgung und Netzqualität immer wichtiger. „Um Netzsicherheit zu gewährleisten, braucht es ebenfalls Generatorentechnik und Netztrafos.“ Und nicht zuletzt „sind auch im Bereich E-Mobilität moderne Elektromotoren im Einsatz – in Autos, in der Bahn und in Schiffen“.

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Steckbrief: Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik

… übernehmen Aufgaben im Bereich der Montage, der Inbetriebnahme sowie der Instandhaltung elektrischer Maschinen und Antriebssysteme.

Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre

Ausbildungsform: duale Ausbildung in Handwerks- oder Industriebetrieben, Berufsschule und Lehrwerkstätten

Zugang: keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend angehende Elektroniker mit mittlerer Reife ein.

Eignung: Mathe- und Physikkenntnisse, handwerkliches Geschick, Grundkenntnisse in Informatik

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Perspektiven: Beschäftigung finden Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik in der Elektroindustrie, in Betrieben des Elektromaschinenbauhandwerks, bei Trafo- und Motorenwerken, aber auch in Reparaturbetrieben für Elektromotoren und Generatoren.

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