Weniger ist mehr: Pflanzen vor dem Ertrinken retten

  • Die meisten Zimmerpflanzen benötigen im Winter weniger Wasser.
  • Generell gilt: Wer zu viel gießt, kann Staunässe verursachen.
  • Staunässe lässt sich an weißen Flecken auf der Blumenerde bemerken. Um die Pflanzen zu retten, müssen diese nun schnell aus dem Topf.
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Bonn. Wenn auf der Blumenerde von Topfpflanzen weiße Flecken auftauchen, kann dies verschiedene Ursachen haben. Handeln sollten Besitzer einer solchen Pflanze aber in jedem Fall. Häufig seien weiße Flecken auf der Pflanzerde "ein Hinweis darauf, dass die Erde einen hohen schlechten Kompostanteil hat", erklärt Torsten Höpken vom Zentralverband Gartenbau (ZVG). "Wenn die Struktur im Boden nicht stimmt und der organische Anteil zu fein ist, kann das Wasser nicht richtig ablaufen", sagte Höpken. Dann komme es meist zu Staunässe, die die meisten Pflanzen schädigt.

Staunässe: Weiße Flecken und muffiger Geruch

"Wenn Pflanzen trockene Böden gewöhnt sind, reichen zum Teil schon einige Stunden dafür aus", warnte Höpken - zum Beispiel sei dies bei Geranien oder Kakteen der Fall. Durch die Staunässe bildeten sich Schimmelpilze, die sich oft als weiße Flecken zeigen. Ein weiteres klares Indiz dafür, dass die Wurzeln zu wenig Luft bekommen, sei ein muffiger Geruch.

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Raus aus der Nässe und trocknen lassen

Doch was sollten Pflanzenfreunde in solch einem Fall unternehmen? Erstmal das Gewächs aus dem Topf holen und sich die Wurzeln genauer anschauen, rät Höpken. "Da reicht in der Regel ein Blick von außen. Sind die Wurzeln der Gehölze am Rand des Wurzelballens schwarz oder dunkelgrau, sind sie krank oder beschädigt." Gesunde, frische Wurzeln sind hingegen weiß. Bei Gehölzen verfärben sie sich im Laufe der Zeit durch die Verholzung und werden dann hellbraun.

Damit es der Pflanze gut geht, müssen die Wurzeln genug Luft bekommen. "Denn der Sauerstoff fördert das Wachstum, die Nährstoffaufnahme sowie den Stoffwechsel der Pflanze", sagt Höpken.

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Konkret bedeutet das: Der nasse Wurzelballen muss erstmal abtrocknen. Dies kann gerade bei kühleren Temperaturen mehrere Tage dauern. "Lassen Sie die Pflanze dabei in Ruhe", rät der Experte. "Genau das fällt den meisten Menschen am schwersten."

Mit frischer Erde zurück in den Topf

Wenn der Erdballen wieder trocken ist, kann die Pflanze wieder in den Topf. Stimmt die Struktur im Boden nicht – gemeint ist damit das Verhältnis von Fein-, Mittel- und Grobanteilen -, so kann man der Pflanze mit frischer Erde zusätzlich helfen. Wenn es gut läuft und man sie dann mäßig und zu ihrem Standort passend gießt, kann sie neue, gesunde Wurzeln bilden und sich erholen.

Hartes Wasser führt zu Flecken

Tauchen die weißen Flecken hingegen auf, wenn die Erde nicht feucht, sondern sehr trocken ist, deutet dies auf Kalk hin. "Dann ist das Wasser zu hart und der pH-Wert im Boden stimmt nicht", sagt Höpken. Dies könne langfristig dazu führen, dass gelbe Flecken auf den Blättern auftauchen. In einem solchen Fall sollte man möglichst weicheres Wasser verwenden sowie die Pflanze in frische Erde setzen.

RND/dpa