Wasser sparen im Garten: Tipps von Regentonne bis Gartenwasserzähler

  • Im Sommer stellt sich fast jedes Jahr die Frage: Wie bleibt mein Garten bei Sonne, Hitze und knappem Wasser schön grün?
  • Einer der einfachsten und sinnvollsten Ansätze ist die Nutzung von Regenwasser.
  • Aber auch das richtige Gießen und technische Helfer können einen großen Unterschied machen.
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Wenn im Sommer zu wenig Regen fällt, sind vielerorts die tieferen Erdschichten ausgetrocknet. Das ist nicht gut für die Pflanzen im Garten. Und auch durch die Corona-Pandemie sind Menschen vermehrt zu Hause geblieben – als Urlaubsalternative, in Kurzarbeit oder Homeoffice – und daher ist auch der private Wasserverbrauch stark gestiegen. In den vergangenen Jahren hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) einen drastischen Anstieg des Wasserverbrauchs an heißen Tagen beobachtet: “Bei starker Hitze ist der Wasserverbrauch in den letzten Jahren tagesbezogen oft deutlich angestiegen, etwa um 40 bis 60 Prozent, wenn es 36 Grad sind und viele Leute gleichzeitig ihren Garten bewässern und Pools befüllen”, sagte der Hauptgeschäftsführer Wasser, Martin Weyand.

In einzelnen Gemeinden konnte sogar kurzzeitig die Trinkwasserversorgung nicht mehr aufrecht erhalten werden. Im niedersächsischen Lauenau zum Beispiel war der Wasserspeicher leer gelaufen. Hier haben die Menschen bereits aus der Not gelernt und sparen nun ganz bewusst Wasser. Der Wasserverbrauch sei auf die Hälfte des normalen Verbrauchs gesunken, sagte Georg Hudalla, Bürgermeister der Samtgemeinde Rodenberg. Es ist also möglich, jede Menge Wasser einzusparen. Im Garten gibt es da zahlreiche Möglichkeiten.

Gartenbewässerung: Wie sparsam sind Sprinkler, Gießkanne und Co.?

Bei Regen verteilt sich Wasser automatisch auf Rasen und Beeten. Zu trockenen Zeiten muss man nachhelfen. Dabei macht es durchaus einen Unterschied, wie man wässert und womit. Eines gilt auf jeden Fall für alle Bewässerungsmethoden: An heißen Tagen tagsüber zu wässern, ist Verschwendung. Vor allem bei starker Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser viel zu schnell und gelangt nicht an die Wurzeln der Pflanzen. Am besten sollte man also vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang den Garten wässern.

An heißen Tagen sollte man am kurz vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang den Garten wässern. © Quelle: Christian Hermann/Unsplash
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  • Gießkanne: Die Gießkanne ist wohl der Klassiker der Bewässerung. Jedoch sollten Sie hier in jedem Fall einen Brauseaufsatz verwenden, der den sonst recht wuchtigen Wasserstrahl bricht – vergleichbar mit einer Dusche. Das ist für Ihre Pflanzen angenehmer und die Wassermenge wird besser auf die Fläche verteilt, was ein sparsameres Gießen ermöglichst.
  • Rasensprenger: Rasensprenger – oder auch Wassersprenger, Regner oder Sprinkler genannt – allein sind schon eine Wissenschaft für sich. Wir versuchen, Ihnen hier einen möglichst kompakten Überblick zu verschaffen. Im Großen und Ganzen unterscheidet man die Kategorien Vierecksprenger, Kreissprenger (Halbkreissprenger, Viertelkreissprenger und die spezielle Form des Impulsregners), fest installierte Versenksprenger und meist in den Boden zu steckende Sprühregner. Bei der Wahl des Rasensprengers sollten Sie immer Ihren individuellen Garten vor Augen haben. Denn Wasser sparen kann man vor allem, wenn man Rasenflächen gleichmäßig beregnet, ohne Rasenstücke mehrfach zu wässern oder Haus- und Hofflächen mitzuwässern. Schauen Sie beim Kauf also, um welche Bauart des Rasensprengers es sich handelt, wie hoch die maximale Bewässerungsfläche ist und achten Sie auf die Reichweite des Sprengers. Sie sollte immer einstellbar sein, um optimal wässern zu können. Zusätzliche Vorteile bietet es, wenn auch eine einseitige Beregnung möglich ist. Viele Hersteller geben einen direkten Wasserverbrauch der Produkte leider nicht an und arbeiten teils mit eigenen Punktesystemen, sodass ein Vergleich erschwert wird. In der Regel ist man mit einem Verbrauch von 600 bis 800 Litern pro Stunde dabei, jedoch auch 1000 oder 2000 Litern sind möglich. Grundsätzlich rät die Selbstmachenseite selbst.de: Große Rasenflächen werden am besten mit Rechteckregnern oder Schwenkregner bewässert. Unregelmäßige Rasenflächen lassen sich mit Kreis- und Segmentregnern gut bewässern, abgelegene (Teil-)Grundstücke bewässert man wirksamer manuell mit einer Brause.

Für wassersparendes Beregnen kann der Kauf eines Was­ser­men­gen­re­gu­lie­rers oder Wasserdrucksenkers sinnvoll sein. Diese regulieren die Menge des Wasserdurchflusses beziehungsweise des Wasserdrucks, können zum Beispiel an Wasserhahn, Schlauchverbinder, Regner, Brause oder auch einer Pumpe angeschlossen werden und ist bei manchen Rasensprengern bereits inklusive. Alternativ gibt es auch selbstfahrende Rasensprenger. Diese fahren entlang eines Gartenschlauches und werden über Wasserdruck angetrieben. Jedoch sind solch autonome Gartenroboter mit ihren Rädern eine zusätzliche Belastung für den Rasen.

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  • Gartenschlauch: Schlauch ist nicht gleich Schlauch, auch hier gibt es Unterschiede. Einmal natürlich von der Beschaffenheit, Lebensdauer und Nutzerfreundlichkeit, aber auch der Effizienz. Wer Wasser sparen möchte, setzt also auf einen Schlauch, der einen möglichst niedrigen Wasserdruck ermöglicht. Meist wird der Verbrauch in Litern pro Meter und Stunde angegeben. Beispielrechnung: Liegt der Verbrauch bei fünf Litern und der Schlauch ist 15 Meter lang, bedeutet dies einen Wasserverbrauch von 75 Litern pro Stunde. Wenn Sie einen Schlauch direkt zur Wässerung verwenden wollen, sollte auch dieser über einen Brauseaufsatz verfügen. Durch eine Düse mit Pistolengriff können Sie die Wassermenge besser steuern – und auch zwischenzeitlich stoppen, wenn Sie zum Beispiel die Terrasse überqueren müssen.
  • Sprühschlauch: Neben dem klassischen Gartenschlauch, der nur dazu gedacht ist, Wassermengen von A nach B zu transportieren, gibt es noch weitere Schlauchsysteme, die ein eigenes Bewässerungssystem innehaben. Der Sprühschlauch funktioniert durch Vernebelung und ist eine gute Möglichkeit, effektiv Wasser zu sparen. Es handelt sich um einen flachen Gartenschlauch, der über viele kleine Öffnungen verfügt und das Wasser dadurch fein zerstäubt in einige Höhe herausdrückt. Besonders geeignet ist diese Art für schwer zugängliche Flächen, Rasenflächen, niedrige Bepflanzung und Steingärten. Diese Bewässerungsmethode funktioniert in etwa so, wie bei einer Gartenrutsche, hier verfügen die erhöhten Ränder ebenfalls über Löcher, die die Rutschbahn befeuchten.
  • Perlschlauch/Tropfschlauch: Ein ähnliches Prinzip wie beim Sprühschlauch. Allerdings lässt der Name schon vermuten, dass die Wassermengen schlauchnah abgegeben werden. Bei beiden Arten handelt es sich grundsätzlich um automatische Bewässerungssysteme. Der Tropfschlauch ist hier auch als Micro-Drip-System bekannt. Diese Bewässerungsart ist grundsätzlich am wassersparendsten. Sie können individuell nach Größe von Beeten oder Blumenkästen angelegt werden und sind fest verbaut. Die Technik kann entweder oberirdisch oder unterirdisch verlegt werden und entstammt Erfahrungen aus Ländern mit Wasserknappheit. Dabei wird das Wasser tröpfchenweise an die Pflanzen abgegeben. Die unterirdische Verlegung hat den Vorteil, dass sie nicht nur optisch unauffälliger ist, zudem gerät das Wasser unmittelbar in den Wurzelbereich der Pflanzen. Jedoch bedarf es einen höheren Aufwand, das System zu verlegen. Der grundsätzliche Unterschied beider Techniken: Mit einem Perlschlauch wird entlang des Schlauches eine Reihe von Pflanzen versorgt. Der Tropfschlauch wässert mit einer Düse am Schlauchende punktuell und kann bei der Abgabe mit einem tropfenden Wasserhahn verglichen werden. Somit wird der Perlschlauch gerne im Gemüsegarten eingesetzt, der Tropfschlauch erreicht besser einzelne Sträucher oder Pflanzen im Garten und kann individuell auf den Wasserbedarf der jeweiligen Pflanze angepasst werden. Anschluss finden beide Systeme an einem Zuleitungsschlauch, der über einen Wasserhahn, eine Regentonne oder auch eine Zisterne gespeist wird. Kombiniert mit einer Zeitschaltuhr und einer elektrischen Gartenpumpe kann das System auch automatisiert werden. Gerade bei automatischen Bewässerungssystemen sollte man einen Feuchtefühler einbauen. Dadurch wird nur gewässert, wenn es nötig ist und nicht strikt nach Zeitschaltuhr.

Für ein vollständiges Bewässerungssystem inklusive Bewässerung­scomputer, Regnern, Feuchtesensor und mehr rechnet Stiftung Warentest allein mit Materialkosten von 500 bis 950 Euro. Weiter raten die Warentester, sich genau die Funktionsweise der Systeme anzuschauen. In der Werbung würde zwar eine sparsame automatische Bewässerung versprochen, sei auf den zweiten Blick jedoch nicht immer gegeben. Zwei der 2018 getesteten Systeme werden nach jedem Gießen über Entwässerungventile automatisch entleert, um sie frostsicher zu machen. Im Winter ist dies zwar sinnvoll, führt in wärmeren Zeiten jedoch zu viel Wasserverlust.

Allgemein gilt: Auch bei trockenem Wetter muss nicht täglich beregnet werden. Die Heinrich-Böll-Stiftung empfiehlt, lieber einmal oder zweimal pro Woche satt zu wässern als jeden Tag nur ein bisschen zu geben. Besonders Blumenkästen und -töpfe dürfen nicht überwässert werden und sollten nach dem Bewässern nicht tropfen, das schwächt die Pflanze.

Statt Trinkwasser aus dem Hahn: Eine Regentonne kann im Garten sehr sinnvoll sein. © Quelle: Christin Klose/dpa-tmn
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Regenwasser im Garten auffangen – Regentonne zum Wassersparen

Statt Trinkwasser aus dem Hahn zu nutzen, lohnt es sich, Regenwasser zum Wässern von Pflanzen zu nutzen. Nach Berechnungen der Klimanauten der Heinrich-Böll-Stiftung sammeln sich durch ein durchschnittliches Dach etwa 70.000 Liter Regenwasser pro Jahr. Umgerechnet wären das 365 Regentonnen. Und allein eine mit Regenwasser gefüllte Gießkanne spare 135 Euro pro Jahr in einer durchschnittlichen Beispielrechnung. Das schont Geldbeutel und Umwelt.

Zudem profitieren sogar die Pflanzen vom Regenwasser. Denn Regenwasser ist für sie bekömmlicher. Aufbereitetes Trinkwasser aus der Leitung kann einen hohen Kalkgehalt oder zugesetztes Chlor, Fluor oder Ozon enthalten, das viele Pflanzen nicht sonderlich gut vertragen. Zudem ist auch die Wassertemperatur ein Vorteil von Regenwasser: Abgestandenes Regenwasser entspricht der Luft­temperatur. Kaltes Wasser aus dem Hahn hingegen kann zu Pflanzenschäden bei wärmeliebenden Pflanzenarten führen.

Kosten für eine Regentonne nicht unterschätzen

Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es nicht nur beim Aufstellen einer Regentonne bleibt. Denn um das Wasser nutzen zu können, benötigen Sie zum Beispiel eine Gartenpumpe, die durchschnittlich mit 70 Euro zu Buche schlägt. Das gilt übrigens auch für die Nutzung eines Brunnens. Welche Pumpe für Sie die richtige ist, hängt unter anderem vom Wasserdruck und der Fördermenge ab. Sie sollten also Förderhöhe (zum Beispiel Tiefe des Brunnens oder einer unterirdischen Zisterne), Entfernung zum Rasensprenger und Anzahl der Rasensprenger bedenken, um einen reibungslosen Ablauf zu sichern. Im Zweifelsfall gilt: lieber eine Nummer größer nehmen.

Wer neu plant, sollte von der Regenrinne direkt ein Fallrohr in die Regentonne laufen lassen. Aber auch nachträglich kann das arrangiert werden. Zum Beispiel mit Hilfe eines “Regendiebs”. Die Regenwassersammler, wie die “Regendiebe” korrekt heißen, werden in die Fallrohre eingebaut und können das Wasser aus einer Regenrinne am Haus ableiten. Bei Regen öffnet man deren Klappe und leitet das Wasser in die bereitgestellte Regentonne um.

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Wichtig ist, gerade in einem Haushalt mit kleinen Kindern oder Tieren eine Abdeckung der Regentonne, um Unfälle zu vermeiden. Außerdem sollte die Regentonne regelmäßig geleert werden, da sich in stehenden Gewässern sonst leicht Mückenlarven einnisten. Und so eine Population will man sicher nicht im Garten haben.

Eine Genehmigung für die Nutzung eine Regentonne ist übrigens nur dann nötig, wenn das gesammelte Regenwasser auch im Haus verwendet werden soll. In welchen Fällen sich das tatsächlich lohnt, bespricht man am besten mit dem entsprechenden Fachmann für Haustechnik.

Optionen zur Regentonne

In vielen Fällen ist das Fassungsvermögen einer Regentonne ausreichend. Aber gerade für größere Grundstücke kann auch der Einbau einer Zisterne oder eines Regenwassertank sinnvoll sein. Diese sammelt das Regenwasser unterirdisch und ist in unterschiedlichen Größen erhältlich. Je nach Material und Größe ist eine Zisterne ab mehreren hundert Euro erhältlich. Größere Anlagen mit 10.000 Liter Fassungsvermögen liegen eher bei rund 2000 Euro. Die benötigte Größe sollte man vorab genau abwägen, denn bei Hitze benötigt ein Quadratmeter Rasen etwa 15 Liter Wasser (im Normalfall zehn Liter). Bei einer Rasenfläche von 100 Quadratmetern wären das in Hitzeperioden schon 1500 Liter bei einer vollständigen Wässerung, die einmal pro Woche erfolgen soll. Bei extremer Hitze sind noch mehr – bei häufigerem Rasensprengen mit etwas weniger Wassermenge.

© Quelle: Methi Somcag/Unsplash

Rasen wassersparend bewässern

Die richtige Uhrzeit

Werden die Gräser nicht ausreichend gegossen, dann gleicht der Garten schon nach wenigen Tagen einer gelbbraunen Steppe: Der Rasen ist verbrannt. Dem will man natürlich vorbeugen. Viele Gartenbesitzer lassen also täglich den Rasensprenger laufen. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass beim Rasensprengen am Mittag bis zu 90 Prozent der Wassermenge ungenutzt verdunstet. Daher sollten man seinen Rasen nicht am Tage bei Sonnenschein sprengen, raten die Energieexperten der Verbraucherzentrale Bremen. Und nicht nur das: Ist der Rasen tagsüber nass, dann wirken die Wassertropfen in der Sonne wie ein Brennglas, erklärt Rasenspezialist Norbert Lischka. Die “beste Uhrzeit zum Gießen ist morgens zwischen vier und acht Uhr”, erklärt Lischka. Zu dieser Zeit ist es am kältesten, weil die Sonne die Luft noch nicht erwärmt hat. Das Wasser verdunstet dann nicht so schnell und kann tief in den Boden zu den Wurzeln eindringen. Wer da aber noch nicht an Gartenarbeit denken kann, kann dies auch nach Sonnenuntergang tun.

Nur betroffene Stellen wässern

Auch müsse womöglich nicht die komplette Gartenfläche versorgt werden. Denn grundsätzlich sind die meisten Rasengräser gut an sommerliche Trockenheit angepasst. Und zu viel Wasser begünstigt die Bildung von Unkraut. Hält die Dürreperiode länger an, können dann auf der einst so schönen Grünfläche braune und gelbe Stellen entstehen. Das liegt in erster Linie natürlich am Wassermangel. Wenn jedoch Flächen häufig betreten werden, verdichtet sich der Boden dort, sodass die Wurzeln nur schwer Wasser aufnehmen können. Dann reicht es jedoch aus, die betroffenen Stellen entsprechend zu wässern: “Wenn der Rasen nur punktuell trocken ist, dann ist das Gießen mit der Hand am effektivsten”, rät der Rasenexperte deswegen. So werden nur die betroffenen Stellen versorgt und gleichzeitig Wasserkosten gespart.

Wie viel gegossen werden soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich gilt: Der Rasen braucht mindestens so viel Wasser, wie den Tag über auf der Fläche verdunstet. Bei Temperaturen von 25 Grad sind das etwa vier Liter pro Quadratmeter, bei 35 Grad schon sechs Liter. Aber auch die Grasart und der Beschaffenheit des Bodens beeinflussen, wie viel Wasser der Rasen braucht.

Die Heinrich-Böll-Stiftung beruhigt besorgte Gartenbesitzer: Es sei in Ordnung, den Rasen braun werden zu lassen – er werde sich nach dem Regen wieder erholen.

Selten, aber gründlich wässern

Ein häufig von Gartenexperten beobachtetes Problem: Die Menschen wässern zu häufig, aber mit zu wenig Wasser. Heiner Grüne­berg von der Berliner Humboldt-Universität erklärt im Interview bei Stiftung Warentest: “Zwischen­zeitliche Trocken­phasen sind für die allermeisten Pflanzen sinnvoll, aber auch für das Bodenleben. Grundsätzlich sollte man besser nicht allzu häufig, dafür aber gründlich wässern. Und bis zum nächsten Gießen sollte man warten, bis die Erde schon etwas angetrocknet ist.” Zu häufiges Wässern nütze nur dem Moos.

Sparsam Rasen mähen

Nicht nur beim Wasser können Sie sparen – auch beim Rasenmähen. Durch Hitze und Trockenheit sind die Rasenpflanzen stark strapaziert. Rasenmähen erzeugt da noch mehr Stress. Daher gilt: Lieber nicht zu häufig mähen und den Rasen lieber etwas länger lassen. Denn sehr kurzer Rasen benötigt mehr Wasser, um grün zu bleiben und frisch geschnittenen Pflanzen sind an der Schnittstelle besonders empfindlich und verbrennen bei starker Sonneneinstrahlung noch schneller. Zudem können sich die Grashalme gegenseitig Schatten spenden. Häufig gemähter Rasen trocknet nur schneller aus und muss öfter künstlich bewässert werden.

Besonders Mähroboter können dem empfindlichen Rasen übrigens mit ihren Rädern schaden, da sie meist öfter als nötig über die gleichen Rasenstellen fahren.

Multitasking auch beim Rasenwässern

Die Klimanauten der Heinrich-Böll-Stiftung haben noch einen praktischen Tipp parat. Wer mit dem Hochdruckreiniger Gartenmöbel oder das Fahrrad reinigt, sollte das direkt auf dem Rasentun. So wird das Wasser recycelt. Auf den Einsatz von Reinigungsmitteln sollten Sie in diesem Fall verzichten, um Boden und Grundwasser nicht zu belasten.

© Quelle: Louis Hansel/Unsplash

Wassersparende Pflanzen im Garten

Nicht nur beim Wässern lässt sich Wasser sparen. Schon bei der Auswahl der Pflanzen und dem Aufbau des Gartens kann man ansetzen. Wer seinen Garten noch anlegt oder gerade umgestaltet, kann auf Pflanzen setzen, die etwas mehr Trockenheit vertragen. Außerdem können durch die Anordnung der Pflanzen zudem “Verschattungsinseln” geschaffen werden. Diese spenden Schatten und für die Pflege der sich dort befindenden Pflanzen wird wiederum weniger Wasser benötigt. So einen Platz schätzen besonders durstige Pflanzen wie Rhododendron und Hortensien.

Diese Pflanzen brauchen nur wenig Wasser

Mit wenig Wasser und in der prallen Sonne fühlen sich nur sehr robuste Steppen- oder Steingartenpflanzen wohl. Es gibt jedoch eine ganze Reihe sogenannter trockenheitstoleranter Pflanzen. Zum Beispiel sind Hartlaubgewächse, Oleander oder Zitrusgewächse auf große Hitze besser eingestellt.

Mediterrane Pflanzen wie Dickblattgewächse oder Sukkulenten halten von Natur aus einen Wasservorrat und haben somit einen geringeren Wasserbedarf. “Auch Gaura, Lichtquirl und Rudbeckien sind sehr trockenheitsverträglich, denn sie stammen aus eher steppigen, wasserarmen Gebieten”, sagt Erika Brunken, Leiterin für Gartenbau der Niedersächsischen Gartenakademie. “Und eine Wiese mit heimischen Pflanzen braucht weniger Wasser als ein kurzgeschnittener, englischer Rasen”, ergänzt Ulrich Thüre, ehemaliger Pressesprecher des Naturschutzbundes Niedersachsen in Hannover.

Michael Moll vom Bund deutscher Staudengärtner, Olaf Beier, Bundesverband der Einzelhandelsgärtner in Berlin und Oliver Fink, Vorsitzender des Verbands der GartenBaumschulen, haben noch mehr Beispiele:

  • Goldgarbe (Achillea filipendulina)
  • Seidenhaar-Königskerze (Verbascum bombyciferum)
  • Purpur-Fetthenne (Sedum telephium)
  • Prachtkerze (Gaura lindheimeri)
  • Rote Witwenblume (Knautia macedonica)
  • Großer Ehrenpreis (Veronica teucrium)
  • Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca)
  • Blaue Stauden-Lein (Linum perenne)
  • Steinquendel (Calamintha)
  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
  • Kaukasus-Storchschnabel (Geranium renardii)
  • Flausch-Federgras (Stipa pennata)
  • Blaues Schillergras (Koeleria glauca)
  • Carex- oder Festuca-Arten
  • Thymian
  • Lavendel
  • Ginster (Genista)
  • Sommerflieder (Buddleja)
  • Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Ahorn (Acer), insbesondere Feldahorn (Acer campestre)
  • Tamariske (Tamarix)
  • Ölweide (Elaeagnus)
  • Hasel (Corylus)
  • Holunder (Sambucus)
  • Schlehe (Prunus spinosa)
  • Sanddorn (Hippophae rhamnoides)
  • Schmetterlingsflieder (Buddleja alternifolia ‘Unique’)
  • rotblühender Holunder
  • Liguster mit zweifarbigem Laub
  • dreifarbige Sommerflieder (Buddleja davidii ‘Papillion Tricolor’)

Es gibt auch kreative Arten, solche Pflanzen in Szene zu setzen. Trockenmauern, oft auch Natursteinmauern genannt, zum Beispiel sind pflegeleicht und fördern die Artenvielfalt. Insekten und Amphibien lieben Trockenmauern. Zwischen den Steinen finden sie ein herrliches Rückzugsgebiet, das in angelegten Gärten sonst nur noch selten zu finden ist. Damit die Trockenmauern auch hübsch aussehen, kann man sie bepflanzen – mit den richtigen Kräutern und Gewächsen.

Frühlingsfingerkraut und Mauerpfeffer kommen mit den Bedingungen an der Mauer besonders gut zurecht, weiß der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Farbenfroh verschönert werden kann eine Trockenmauer außerdem mit Zypressen-Wolfsmilch, Natternkopf oder Weißem Mauerpfeffer. Auch Kleines Habichtskraut oder Gewöhnliche Grasnelke eignen sich ebenso wie Glockenblume, Teppich- oder Polster-Phlox, Zimbelkraut oder Lavendel. Eine große Auswahl finden Sie auch auf naturgartenfreunde.de.

Der Boden als Wasserspeicher – so nimmt er mehr Wasser auf

Es gibt zahlreiche Arten, wie man die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens verbessern kann. Einige Dinge sollte man auch über die Bodenbeschaffenheit wissen. Je trockener die Erde zum beispiel ist, desto langsamer wird das Wasser aufgenommen. “Der Boden kann nur eine bestimmte Menge Flüssigkeit aufnehmen, der Rest fließt einfach ab”, erklärt Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Gartenakademie. Es lohnt sich daher, nicht die gesamte Wassermenge auf einmal zu geben, sondern über zwei bis drei Stunden verteilt.

Auch die Bodenqualität macht einen Unterschied. Lehmige Böden müssen länger gegossen werden als sandige. Dafür müssen letztere häufiger bewässert werden, da sie das Wasser nicht so lange halten können wie lehmige. Als Faustregel gilt: Leichte Böden benötigen zehn bis 15 Liter pro Quadratmeter, bei festen Böden sind 15 bis 20 Liter Wasser angebracht. Rasen, Sommerblumen und Staudenpflanzen vertragen zehn Liter pro Quadratmeter.

Wissenswertes über den Boden als Wasserspeicher

  • Je mehr offene Erde zu sehen ist, desto mehr geht über Verdunstung verloren. Es lohnt also der Einsatz von Bodendecker – der beugt zusätzlich Unkraut vor.
  • Regenwasser muss versickern können, deshalb sollten weniger Flächen undurchlässig versiegelt werden.
  • Mulch, Holzhäcksel, Kompost, Humus, Stallmist, Hornmehl oder Grasschnitt halten die Feuchtigkeit länger in der Erde, wie die Verbraucherzentrale Bremen erklärt. So wird die Erwärmung und Verdunstung durch direkte Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent gemindert.
  • Auflockern rettet verbrannten Rasen: Damit das Wasser zu den belasteten Wurzeln vordringen kann, können mit Hilfe einer sogenannten Grabgabel (ein großer Spaten mit drei Zinken) kleine Löcher gebohrt werden, in die das Wasser laufen kann.
  • Pflanzen sollten direkt am Übergang zum Boden gegossen werden – nicht auf die Blätter. So kann das Wasser am besten ins Erdbereich eindringen.

RND

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