Was blüht im Winter? Christrose und Lenzrose sorgen für Farbe im Blumenbeet

  • Mitten im Winter öffnen Christrosen ihre strahlend weißen Blüten.
  • Einige Wochen später folgen ihre nahen Verwandten, die Lenzrosen.
  • Wer beide im Garten hat, kann sich über Blüten bis April freuen.
Anzeige
Anzeige

Hannover. Leuchtend weiße Schalenblüten und in der Mitte sonnengelbe Staubgefäße – besser als die Christrose kann eine Pflanze in der dunkelsten Zeit des Jahres kaum auf sich aufmerksam machen. Kein Wunder, dass dieses vorgezogene Versprechen auf den Frühling im Winter gerne als Topfpflanze verschenkt wird.

Botanisch gesehen handelt es sich bei diesen Präsenten nicht um Rosen, sondern um Helleborus niger, eine Staude, die zur Familie der Hahnenfußgewächse gehört. Als Zimmerpflanze ist diese winterharte Pflanze aber völlig ungeeignet.

Wer sie geschenkt bekommt, kann sie zwar ein paar Tage im Wohnzimmer bewundern, sollte sie aber schrittweise wieder an die Kälte gewöhnen und ihr mittelfristig einen Platz im Garten reservieren. Dort bevorzugt Helleborus niger einen eher kalkhaltigen Boden. Bei Bedarf wird mit etwas Algenkalk im Pflanzloch nachgeholfen.

Lenzrosen blühen ab Februar

Grob geschätzt gehören rund 20 weitere Arten zur Gattung Helleborus. Selbst unter Botanikern herrscht keine Einigkeit über die genaue Anzahl. Schließlich kreuzen sich die diversen Arten leicht untereinander. Somit ist die Gattung Helleborus ein ideales Arbeitsfeld für Züchter, die jedes Jahr zahllose Neuigkeiten auf den Markt bringen.

Die meisten gehören zu den Lenzrosen (Helleborus x hybridus), die meist ab Februar blühen und im Gegensatz zur Christrose keinen kalkhaltigen Boden benötigen. Die als unkompliziert geltenden Lenzrosen blühen nicht nur über viele Wochen – auch die Blüte selbst fasziniert.

Anzeige

Vielfalt im winterlichen Garten

Je nachdem, welche Exem­plare miteinander gekreuzt wurden, zeigen die Lenzrosen ganz unterschiedliche Gesichter: Klares Weiß, wie man es von Christrosen kennt, ist da nur eine Option von vielen. Purpur getupft, geadert oder gerandet, grün überhaucht oder (selten) auch zartgelb und apricot getönt – die Liste möglicher Kombinationen scheint endlos, und gefüllte Varianten gibt es auch.

Anzeige
Die Blüte der Christrose wird zwischen fünf und zehn Zentimeter groß. © Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Beste Voraussetzungen, um eine Sammelleidenschaft zu entwickeln. Weil die Vielfalt so groß ist und man sich die Schönheit und Besonderheit der jeweiligen Blüten nur schwer vorstellen kann, gehören Lenzrosen zu jenen Stauden, die man am besten zur Zeit der Blüte aussucht und kauft. Im Handel werden die Lenzrosen häufig auch als Helleborus x orientalis angeboten. Unstimmigkeiten gibt es nämlich nicht nur hinsichtlich der Artenvielfalt, sondern auch im Hinblick auf deren korrekte botanische Bezeichnung.

Christ- und Lenzrosen: Einfache Pflege, wenig Ansprüche

Weniger kompliziert als die Namensgebung ist die Pflege der Christ- und Lenzrosen, die sich in ihren Bedürfnissen weitgehend ähneln. Zwar braucht Helleborus niger wie erwähnt einen eher kalkhaltigen Boden, ansonsten hat sie aber ähnliche Ansprüche wie Helleborus x hybridus. Ohnehin sind die Übergänge fließend, denn es gibt auch Kreuzungen zwischen beiden. Diese vereinen die frühe Blüte von Christrosen mit dem dekorativen und besonders üppigen Erscheinungsbild der Lenzrosen.

Damit die Dauerblüher ihre volle Schönheit entfalten können, brauchen sämtliche Arten eine ausreichende Portion Nährstoffe. Gut geeignet sind organische Dünger wie Kompost, der im Frühjahr oberflächlich in die Erde rund um die Pflanzen eingearbeitet wird. Beste Pflanzzeit ist die Zeit der Blüte. Wer sich in ein bestimmtes Exemplar verliebt hat, kann die frisch gekaufte Auserwählte also gleich einpflanzen – vorausgesetzt der Boden ist nicht gefroren.

Für einen optimalen Start sollte das Pflanzloch rund doppelt so groß wie der Ballen sein und mit einer Mischung aus Kompost und Gartenerde aufgefüllt werden. Halbschattige Standorte gelten als ideal, Sonne wird aber vertragen, wenn der Boden feucht genug ist.

Drei Jahre von der Aussaat bis zur ersten Blüte

Nach der Pflanzung brauchen Vertreter der Gattung Helleborus meist zwei bis drei Jahre, bis sie sich etabliert haben. Diese Geduld lohnt sich, denn sie gehören zu den langlebigen Stauden, die durchaus 25 Jahre und länger an einem Standort wachsen.

Bei guten Bedingungen säen sie sich selbst aus und verschenken ihre Sämlinge großzügig. Bis diese blühen, ist Geduld gefragt, denn von der Aussaat bis zur erstmaligen Blüte vergehen meist rund drei Jahre. Wer unterschiedlich aussehende Helleborus-Exemplare im Garten kultiviert, darf gespannt sein, wie deren Nachkommen blühen. Es ist gut möglich, dass sich die Pflanzen untereinander gekreuzt haben und wieder eine neue Spielart dieser dankbaren Staude entstanden ist.