Wartung statt Austausch: Kleine Tricks helfen alten Heizungen

  • Eine Heizung, die älter als 15 Jahre ist, gilt als veraltet.
  • Eine neue Heizanlage kostet viel Geld, das haben die meisten nicht - oder sie wollen es nicht investieren.
  • Es lässt sich aber auch mit kleineren Investitionen noch mehr aus der Anlage rausholen.
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Berlin/Köln. Von den 21 Millionen Heizungen in Deutschland sind 13 Millionen technisch veraltet. Trotzdem laufen sie meistens weiter, solange es noch geht. Denn so ein Austausch kostet ja auch Geld. Aber man kann die Heizung immerhin etwas fitter machen - selbst wenn man nur wenig Geld zum Investieren hat.

Wann ist eine Heizung veraltet?

"Eine Heizung, die älter als 15 Jahre ist, gilt als technisch veraltet", sagt Jens Hakenes von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. "Aber auch jüngere Modelle, die erst später eingebaut wurden, sind möglicherweise jetzt nicht mehr auf dem aktuellen Stand." Er rät, regelmäßig den Zählerstand zu prüfen. "Liegt der Energieverbrauch über dem Durchschnitt, stimmt oft etwas nicht." Auch hohe Abgaswerte sollten zu denken geben.

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Wie erkennt man, ob die Heizung besser arbeiten könnte?

Wird die Wohnung nicht überall warm, kommt wahrscheinlich nicht bei allen Heizkörpern genügend Wasser an. Dann gluckern sie manchmal auch. Oder sie geht nicht aus, obwohl sie abgestellt wurde. "Solche Dinge lassen sich meist beheben, können aber auch Indizien für größere Schäden und unnötigen Energieverbrauch sein", erklärt Hakenes. Doch selbst wenn der Heizung anzumerken ist, kann sie ineffizient arbeiten und eine Belastung für die Umwelt sein. "Sie verbraucht unter Umständen zu viel Energie und stößt zu viel CO2 aus", erklärt Helmut Bramann vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. "Deshalb sollten Heizungen regelmäßig gewartet werden."

Liegt der Energieverbrauch über dem Durchschnitt, stimmt oft etwas nicht.

Jens Hakenes von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online
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Was kann der Handwerker ausrichten?

Es muss nicht immer die ganze Anlage erneuert werden. "Schon die Nachrüstung moderner Ventile und Armaturen und die Optimierung der Systemtemperaturen können den Brennwertbetrieb optimieren und damit die Heizung fitter machen", erläutert Bramann. "Auch der Austausch einer alten, nicht regelbaren Heizungspumpe durch moderne Technik trägt wesentlich zu einer höheren Effizienz bei." Selbst der Austausch kleinerer Teile wie der Thermostatventile an den Heizkörpern kann etwas bewirken. "Nach 10 bis 15 Jahren gehen sie häufig kaputt. Dann kann man überlegen, ob man statt einfacher lieber programmierbare Thermostate einbaut", sagt Hakenes. Das kann der Heimwerker übrigens auch selbst erledigen.

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Der Experte ergänzt noch eine Maßnahme: "Nicht nur bei älteren, sondern auch bei jüngeren Heizungen ist ein hydraulischer Abgleich oft sinnvoll." Der sorgt dafür, dass das Wasser gleichmäßig durch die Rohrleitungen in alle Räume fließt.

Fehlt dieser Abgleich, werden die Heizkörper in entfernt liegenden Räumen unter Umständen erst warm, nachdem die näher an der Heizanlage befindlichen Heizkörper die vorgesehene Temperatur erreicht haben. "So bleiben manche Zimmer kühl, obwohl die Heizung voll arbeitet", erklärt Hakenes. "Der hydraulische Abgleich trägt dazu bei, die eingesetzte Energie gezielter zu nutzen. Das spart Kosten und verringert den CO2-Ausstoß."

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Lohnt sich die Arbeit?

Mit Tricks wie diesen arbeitet die alte Heizung effizienter. Trotzdem raten Experten letztlich zum Nachrechnen, ob sich in dem konkreten Fall der Austausch von Komponenten gegenüber einem Neukauf wirklich lohnt. Denn auch viele kleine Komponenten gehen ins Geld. "Ohne finanziellen Aufwand sind größere Einsparungseffekte an älteren Heizungen unrealistisch", erklärt Andreas Lücke vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie.

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Wenn ich etwas Geld übrig habe - wann lohnt sich der Austausch?

Branchenexperten wie Lücke raten bei Heizungen, die älter als 15 Jahre sind, eher zu einem Austausch als zu einer Reparatur. Auch aus Umweltgründen. "Ältere Heizungen verbrauchen rund ein Drittel mehr Energie als moderne Systeme."

Wer gerne auf einen anderen Heizträger wechselt möchte, sollte damit nicht warten, bis die jetzige Heizung kaputt geht. "Springt sie im Winter nicht mehr an, wird sie oft durch das erstbeste neue System ersetzt", erklärt Hakenes. Denn es muss ja schnell Ersatz her, wenn es kalt ist, und es bleibt keine Zeit zur Planung und teils aufwendigeren Umrüstung. "Besser ist es, Alternativen zu prüfen, wenn die Heizung in die Jahre gekommen ist, aber noch läuft", erklärt Hakenes.

Wie oft sollte die Heizung vom Fachmann überprüft werden?

"Am besten einmal im Jahr vor der Wintersaison, damit die Heizung nicht beim ersten Frost ausfällt", empfiehlt Bramann. Viele Fachbetriebe bieten einen standardisierten Heizungs-Check an, bei dem die Schwachstellen der Anlage ermittelt werden. "Oft ist sie nicht optimal eingestellt. Die Regelungstechnik der Heizung kann dann neu programmiert werden, damit sich Verbrauchs- und Emissionswerte verbessern."

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RND/dpa