Zimmer unterm Sternenhimmel: So bauen Sie selbst eine Terrasse

  • Terrassen erweitern in der warmen Jahreszeit die Wohnfläche.
  • Mit dem notwendigen Know-how können sie selbst gebaut werden.
  • Erfahren Sie hier, worauf sie beim Terrassenbau achten müssen.
Sebastian Hoff
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Morgens in der Sonne frühstücken, mittags Siesta im Sonnenstuhl halten und abends bei einem Glas Wein in den Sternenhimmel schauen: An warmen Tagen wird der Garten zum Wohn- und Esszimmer im Freien. Terrassen erweitern die Wohnfläche nach außen. Wer noch keine besitzt oder die alte erneuern möchte, kann das selbst in die Hand nehmen. Dafür sind allerdings ein wenig handwerkliches Geschick, eine gute Planung, passendes Material und das nötige Know-how erforderlich. Nichts falsch machen könne man mit kompletten Verlegesystemen, sagt der Fachjournalist und Heimwerkerexperte Uli Wolf.

Die richtige Ausrichtung und Größe

In der Regel ist der Ort für die Terrasse vorgegeben. Falls nicht, sollte man sich überlegen, zu welcher Zeit die Terrasse hauptsächlich genutzt wird. Wer tagsüber kaum zu Hause ist, wählt besser eine Ausrichtung nach Westen. Sonnenanbeter sollten auf eine Südausrichtung achten. Praktisch ist eine Anbindung an die Küche, damit die Wege bei den Mahlzeiten kurz sind. Im Idealfall befinden sich Terrasse und Erdgeschoss auf einer Höhe, sodass Stufen vermieden werden. Terrassen sollten nicht zu klein geplant werden: 20 Quadratmeter sind empfehlenswert, wenn darauf vier Personen und ein Grill Platz finden sollen.

Holz und Beton sind geeignete Materialien für Terrassen

Als Terrassenbelag kommen viele Materialien infrage. Am einfachsten vom Heimwerker zu verarbeiten sind Holz, Verbundstoffe und Beton. „Mit Holz kann fast jeder umgehen“, sagt Wolf. Harthölzer wie Douglasie oder Lärche eignen sich besonders – im Idealfall besitzen sie ein FSC-Siegel für nachhaltige Waldwirtschaft. Tropenhölzer wie Bangkirai sind aus ökologischen Gründen hingegen nicht zu empfehlen.

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Eine Alternative zum Holz stellen Verbundstoffe wie WPC dar, die aus Holzfaser und Harz bestehen und teilweise Hohlkammern besitzen. Für BPC wird unter anderem Bambus verwendet, der lichtecht und sehr lange haltbar ist.

Auch Betonsteine seien relativ einfach zu verarbeiten und zu verlegen, sagt Katja Fischborn von der DIY-Academy in Köln. Die Vielfalt ist groß, sogar in Holzoptik sind sie zu bekommen. Im Vergleich zu Fliesen oder Naturstein seien sie zudem deutlich günstiger, erklärt die Heimwerkerexpertin: „Naturstein ist eine große Investition. Da sie kein einheitliches Maß haben und unterschiedlich dick sind, sollten sie im Zweifelsfall von einem Profi verlegt werden.“

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Eine sicherere Basis schaffen

„Ein guter Untergrund ist das A und O beim Terrassenbauen“, betont Fischborn. Sie rät dazu, ein Splitt- oder Kiesbett anzulegen. Der Untergrund sollte wasserdurchlässig, eben und fest sein. In der Regel muss er deshalb mit einer Rüttelmaschine verdichtet werden. Wichtig: Das Gefälle sollte etwa 2 Prozent, also zwei Zentimeter auf einen Meter, betragen und vom Haus wegführen, damit Regenwasser ablaufen kann. Für Holzterrassen muss eine weitere Unterkonstruktion erfolgen: Dafür werden etwa Betonplatten oder höhenverstellbare Drehfüße ausgelegt, auf die anschließend die tragenden Balken kommen. Diese sollten zum Beispiel mit wasserdichten Tape geschützt werden, rät Wolf: „Das Entscheidende bei Holzterrassen ist immer, dass das Wasser nicht dauerhaft in Kontakt mit dem Holz ist.“

Beim Verlegen von Holz auf den richtigen Abstand achten

Betonplatten können direkt auf dem Untergrund verlegt werden. „Das geht ziemlich fix“, sagt Fischborn. Sie empfiehlt, einem Verlegeplan zu folgen. Zum Zuschneiden werde eine Flex mit harter Trennscheibe benötigt. „Das ist eine sehr staubige Angelegenheit. Es gibt aber auch halbe Steine und weitere Größen im Angebot“, erklärt sie. Die Fugen zwischen den Platten werden am besten mit Sand verfüllt.

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Holzdielen werden in Querrichtung zur Unterkonstruktion verlegt. Mit speziellen Abstandshaltern oder Keilen sollte zwischen ihnen eine Lücke von ein paar Millimetern gelassen werden. Dann kann Wasser besser ablaufen. Außerdem hat das Holz Platz, sich auszudehnen, wenn es Feuchtigkeit aufnimmt. Vor dem Schrauben sollten die Löcher vorgebohrt werden. Die Schrauben sollten korrosionsfest sein, einen kleinen Kopf besitzen und so weit versenkt werden, dass sie nicht überstehen, aber auch nicht zu tief ins Holz gehen, empfiehlt Wolf: „Wenn ich sie zu tief eindrehe, sammelt sich Wasser und es entstehen hässliche schwarze Ränder.“

Bauzeit und Preis berücksichtigen

Eine kleine Terrasse zu verlegen, sei an einem Wochenende möglich, sagt Fischborn: „Schön ist es, wenn man es zu zweit macht. Denn die Arbeit geht auf den Rücken.“ Für Betonplatten veranschlagt sie Ausgaben von 20 bis 25 Euro pro Quadratmeter. Dielen aus Verbundstoffen kosten mindestens doppelt so viel. Der Preis hängt stark von der Qualität des Materials ab – wie auch beim Holz: Laut Wolf gibt es Lärche und Douglasie ab 30 Euro pro Quadratmeter.

Tipp: Terrassen aus Betonsteinen sind in der Regel länger haltbar als Holzterrassen. Allerdings sollten sie imprägniert sein. Die Platten lassen sich mit einer Bürste, Sodawasser und bei Bedarf etwas Sand reinigen und anschließend mit dem Gartenschlauch abspritzen. Ein Hochdruckreiniger sollte nicht verwendet werden, weil damit die Poren in den Betonplatten beschädigt werden könnten. Wenn Holzterrassen nicht grau werden sollen, kann man sie mit Holzlasuren oder Holzölen schützen, die am besten mit einem breiten Pinsel aufgetragen werden. Schadhafte Stellen können leicht ausgebessert oder einzelne Dielen im Zweifel auch ausgetauscht werden.

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