Wie Sie einen Teich im Winter pflegen und vor dem „Umkippen“ bewahren

  • Wenn die Natur zu schlafen scheint, kann man die vergangene Teichsaison bewerten.
  • Schon jetzt lassen sich Verbesserungen planen.
  • Mit Tests kann die Wasserqualität regelmäßig kontrolliert werden, die Technik muss eingewintert werden.
Stefanie Syren
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Falls der Teich in den vergangenen Monaten mehr Frust als Freude bereitet hat, lohnt es sich, darüber nachzudenken, woran es lag. Ganz oben auf der Liste möglicher Probleme steht das sogenannte „Umkippen“. Mit Aufmerksamkeit und Pflege lässt sich das verhindern. Bis zum Frühling bleibt Zeit genug, die nötigen Weichen zu stellen – bloß das Einwintern der Technik sollte jetzt geschehen.

Den Teich winterfest machen

Minusgrade verleihen Wasser bekanntlich Sprengkraft. Damit Pumpen nicht beschädigt werden, sollten sie ausgeschaltet, gereinigt und in frostfreie Räume geholt werden. Eingelagert werden sie in einem mit Wasser gefüllten Eimer. Diese ungewöhnliche Aufbewahrung verhindert, dass noch vorhandener Restschmutz eintrocknet und die Pumpe später blockiert. Auch die Zuleitungsschläuche halten länger, wenn sie im Winter nach drinnen geholt werden. Ist die Pumpe frosthart oder steht sie so tief im Teich, dass sie nicht durchfrieren wird, kann sie draußen bleiben. Sind Fische vorhanden, lässt sich die Wasseroberfläche mit einem Eisfreihalter gegen Zufrieren schützen. Das Ziel, dadurch den Sauerstoffgehalt im Wasser zu erhöhen, steht auch im Rest des Jahres bei der Teichpflege im Mittelpunkt.

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Wann ein Biotop „umkippt“

Sauerstoffmangel ist der Schlüssel, wenn ein Teich im übertragenen Sinne umkippt: Dies geschieht meist in den warmen Monaten, wenn der Nährstoffgehalt im Wasser gleichzeitig zu hoch ist. Das ökologische Gleichgewicht kippt, weil sich Algen unter diesen Bedingungen explosionsartig vermehren. Sterben sie ab, sinken sie zu Boden. Durch die Abbauprozesse nimmt der Sauerstoffgehalt im Wasser in kurzer Zeit so stark ab, dass eventuell vorhandene Fische und andere Lebewesen sterben. Wird der Teich aufmerksam beobachtet, ist ein rechtzeitiges Eingreifen möglich.

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Algen an sich sind übrigens kein Problem, sondern ein normaler Teil des Ökosystems – lediglich ihre massenhafte Vermehrung gilt es zu verhindern. Ob damit zu rechnen ist, lässt sich anhand der Wasserqualität ablesen. Entsprechende Teststreifen, die den pH-Wert, die Karbonathärte und den Gehalt an Nitrat und Nitrit ermitteln, sind im Fachhandel erhältlich. Gab es in der letzten Saison Probleme mit übermäßigem Algenwachstum, sollten diese Schnelltests im kommenden Gartenjahr griffbereit sein. Sobald sich das Wasser auf rund 12 Grad erwärmt hat, steht die erste Messung an.

Die Nährstoffe reduzieren

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Regelmäßiges Überwachen der Wasserqualität ändert natürlich noch nichts, bewahrt aber vor Überraschungen und zeigt rechtzeitig an, ob zu viele Nährstoffe im Wasser sind. Damit diese reduziert werden, gehört das Entfernen von Blättern und anderen organischen Substanzen, die auf der Wasseroberfläche treiben, zu den routinemäßigen Pflegearbeiten am Teich. Sie tragen Nährstoffe in das Wasser und lassen sich mit einem Kescher abfischen. Das gilt auch für im Wasser treibende Algen, die mit den Zinken eines einfachen Rechens gut entnommen und kompostiert oder direkt als Dünger auf Beete aufgebracht werden. Ansonsten sollte im Garten möglichst wenig gedüngt werden, denn die Nährstoffe benachbarter Flächen können nach Regenfällen in den Teich gelangen. Außerdem lohnt es sich, bestimmte Wasserpflanzen als Verbündete und natürliche Kläranlage zu nutzen: Die Krebsschere (Stratiodes aloides), Herzblättriges Hechtkraut (Pontederia cordata) oder Sumpfschwertlilien (Iris pseudacorus) für die Uferzone sind nur drei Beispiele für Pflanzen, die das Wasser reinigen.

Wie Technik hilft

Wasserspiele und Sprudelsteine sorgen nicht nur für angenehmes Plätschern, sondern erhöhen den Sauerstoffgehalt im Teichwasser und sind eine sinnvolle, schöne Anschaffung. Allerdings können auch sie nicht verhindern, dass sich mit der Zeit am Grund normalerweise eine Schlammschicht aus organischem Material bildet, die im Frühling oder Herbst entfernt werden sollte. Mit Teichsaugern, die man auch mieten kann, geht das relativ komfortabel. Das regelmäßige Keschern der Oberfläche verlangsamt die Bildung dieser Schicht und kann auch von einer Oberflächenabsaugung, dem Skimmer, übernommen werden. Er siebt nicht nur Laub, sondern auch Blütenstaub und feinere Algen ab.

Wichtig beim Kauf: Der Skimmer sollte so konstruiert sein, dass versehentlich angesaugte Amphibien unbeschadet und selbstständig wieder aus dem Skimmerschacht zurück in den Teich finden. Ein zusätzlicher Filter, der dem Skimmer nachgeschaltet werden kann, entzieht auch bereits im Wasser gelöste Nährstoffe und sorgt auf diese Weise für klare Verhältnisse am Teich.

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