Spinnen im Haus vertreiben: Diese Mittel helfen wirklich

  • Die Angst vor Spinnen ist – zumindest in Deutschland – unbegründet.
  • Um sie fernzuhalten, gibt es Fliegengitter in jedem Baumarkt, in Supermärkten, Discountern oder im Internet.
  • Sind die ungebetenen Gäste schon im Haus, helfen Anti-Spinnen-Sprays, Lavendel, Essig oder Pfefferminzöl.
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Hannover. Im Internet kursieren unzählige Tipps, wenn es um Mittel zur Vertreibung von Spinnen geht. Neben vergleichsweise „weichen” Lösungen wie etwa regelmäßigem Putzen – was ohnehin ein guter Tipp gegen ungewollte Krabbelgäste ist – und dem Entfernen von Spinnweben finden sich auch Hausmittel wie Zitronen, Essig, Kastanien oder Lavendel. Rabiatere Menschen greifen zur Fliegenklatsche oder zum Staubsauger. Diese Methoden gelten, genauso wie Haarspray und Backpulver, als besonders qualvoll für die Tiere. Vom Töten der Spinnen wird ohnehin abgeraten – Ekel hin oder her.

Mehr zum Thema: Was man jetzt über Spinnen wissen sollte

Für alle, die die achtbeinigen Krabbeltiere nur aus den eigenen vier Wänden fernhalten möchten, gibt es hier die häufigsten Tipps gegen Spinnen im Haus.

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Tipp 1: Anti-Spinnen-Spray

Den Anfang macht das Anti-Spinnen-Spray. Im Internet oder im örtlichen Baumarkt sind zahlreiche Biozidprodukte erhältlich. Die Gerüche solcher Sprays sollen Spinnen zuverlässig vertreiben. Besprüht werden alle Zugänge und Orte, an denen sich die Spinnen gern aufhalten. Allerdings sollte vor dem Kauf auf eventuelle Gefahrenhinweise des Herstellers geachtet werden.

Tipp 2: Lavendel gegen Spinnen

Lavendel ist ein beliebtes Hausmittel, um Spinnen gar nicht erst in die Wohnung zu lassen. Um Spinnen zu vertreiben, die es sich bereits bei Ihnen gemütlich gemacht haben, soll sich Lavendel aber ebenfalls eignen.

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Auch hier ist der Geruch der entscheidende Faktor: Er soll Spinnen abschrecken und vertreiben. Jeder Zugang, der nach Lavendel riecht, soll von der Spinne angeblich gemieden werden. Dabei muss es nicht zwangsläufig ein ganzer Lavendelbusch sein – eine Duftkerze oder ein Duftsäckchen sollten ausreichen. Das stärkste Mittel aus dem Bereich ist ein Präparat, bestehend aus je fünf Tropfen Lavendelöl, Spülmittel und einem Liter Wasser. Anschließend geben Sie die Mischung in eine Sprühflasche und verteilen sie überall dort, wo sich die Spinnen gerne aufhalten.

Übrigens gilt Lavendel auch als Mittel gegen Hausfliegen.

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Tipp 3: Essig gegen Spinnen

Ein weiteres Hausmittel gegen Spinnen ist gewöhnliches Essig. Auch hier werden alle Ecken und Ritzen besprüht, nachdem man den Essig mit Wasser verdünnt und in eine Sprühflasche gegeben hat. Die Prozedur muss alle ein bis zwei Tage wiederholt werden, wobei der stechende Geruch von Essig diese Lösung nicht unbedingt zur angenehmsten macht.

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Spinnen vertreiben: Diese Hausmittel helfen
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Spinnen sind für die meisten keine gern gesehenen Gäste. Für ein spinnenfreies Haus muss jedoch nicht zum Staubsauger gegriffen werden.  © Timo Röske/RND

Tipp 4: Pfefferminzöl, Zitrone, Eukalyptus, Tabak und Kastanie

Es gibt noch weitere Gerüche, die Spinnen in die Flucht schlagen sollen. Die Düfte von Minze, Zitrusfrüchten oder Eukalyptus etwa gelten als effektive Mittel, um die ungebetenen Gäste zu vertreiben. Aber auch der Geruch von Kastanien oder Tabak soll die Achtbeiner fernhalten. Das Vorgehen unterscheidet sich dabei jeweils kaum.

Zitrone, Orange, Minze und Eukalyptus: Ob Minze, Zitronenscheibe, Orangenschale oder Eukalyptusöl – überall dort, wo Spinnen einen Zugang zum Haus haben, wird der Duft verteilt. Die ätherischen Öle von Zitronen und Orangen halten ein paar Tage an, bevor die Früchte ausgetauscht werden müssen. Konzentrate wie Eukalyptus- oder Pfefferminzöl halten dagegen selbst mit Wasser und Spülmittel verdünnt bis zu eine Woche lang. Auf eine Sprühflasche mit Wasser kommen circa zwei Tropfen Spülmittel und zehn Tropfen Eukalyptusöl beziehungsweise 20 Tropfen Pfefferminzöl. Alternativ ein paar Tropfen auf ein Taschentuch träufeln, das anschließend an den entsprechenden Stellen abgelegt wird.

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Kastanie: Die Kastanie zerschlagen, um möglichst viel von den Aromastoffen freizusetzen. Anschließend die zerschlagene Nuss vor Fenstern, Türen, unter dem Sofa oder auf dem Schrank im Schlafzimmer platzieren – eben überall dort, wo sich die Spinne wohlfühlt.

Tabak: Die Verwendung von Tabak ist für Bereiche außerhalb des Wohnbereichs zu empfehlen, da der Geruch bekanntlich nicht nur Spinnen stört. Daher empfiehlt sich die Anwendung etwa für den Keller oder den Dachboden. Die Herstellung eines Tabaksuds ist eher etwas für Hartgesottene: Hierfür wird eine Tasse mit Zigarettenstummeln mit Wasser aufgekocht und anschließend durch ein Sieb gefiltert.

Tipp 5: Spinnen fernhalten – Fliegengitter, Zugänge abdichten, regelmäßig putzen

Zuletzt noch ein paar Tipps, mit denen die Spinne gar nicht erst ins Haus gelangt:

Fliegengitter gibt es in jedem Baumarkt. Sie sind aber auch in Supermärkten, Discountern oder im Internet erhältlich. Einmal vor dem Fenster angebracht, sollen die Netze eigentlich Insekten wie Fliegen oder Mücken fernhalten. Sie eignen sich aber auch, um Spinnen den Zutritt zur Wohnung zu verwehren.

Dunkle Ecken sowie enge Spalten und Ritzen lassen sich zudem mit Klebeband oder Silikon abdichten. Um Spinnen fernzuhalten, empfiehlt es sich generell, alle Zugänge in das Haus oder die Wohnung zu versiegeln. Insbesondere bei älteren Türen und Fenstern können Spinnen die porösen Dichtungen als Zugang nutzen.

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Regelmäßiges Putzen entzieht der Spinne ihre Lebensgrundlage. Zum einen vermindert jedes entfernte Spinnennetz die Beute und somit die Nahrungsgrundlage der Achtbeiner. Zum anderen hält sich die Beute selbst bevorzugt bei herumliegenden Lebensmitteln und Müll auf. Ein sauberer Haushalt schränkt daher auch die Insektenpopulation ein. Weniger Insekten, weniger Spinnen – so einfach ist das.

Welche Spinnen befinden sich häufig im Haus?

Die meisten Spinnen und Spinnentiere, die sich vor allem im Herbst den Weg in unsere Häuser suchen, sind die große Hauswinkelspinne, die Zitterspinne und der Weberknecht.

Weberknecht: Eigentlich ist der Weberknecht keine Spinne, sondern zählt zu den Spinnentieren. Er ähnelt der Zitterspinne, ist jedoch etwas dunkler und vorwiegend in dunklen, schmalen Ritzen zu finden.

Winkelspinne: Die Winkelspinne stellt womöglich den Supergau für Phobiker hierzulande dar. Mit einer Größe von bis zu zehn Zentimetern im Durchmesser gehört sie zu den größten Spinnenarten in Deutschland, ist blitzschnell unterwegs und hält sich bevorzugt in dunklen Ecken auf. Man trifft die Hauswinkelspinne daher meist im Keller, hinter Schränken oder unter Sofas an.

Zitterspinne: Die Zitterspinne sieht dem Weberknecht zum Verwechseln ähnlich. Am liebsten hält sie sich in Kellern an Decken und in Ecken auf. Ihren Namen hat sie ihren Netzen zu verdanken: Die Zitterspinne webt große Netze, die bei den geringsten Erschütterungen anfangen zu schwingen. Das nutzt die Zitterspinne zu ihrem Vorteil. Setzt sie sich auf ihr „zitterndes" Netz, ist sie für andere Tiere schwieriger zu erkennen.

Kribbelt's schon? Hier sind acht Fakten über Spinnen:

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Immer wieder erscheinen Statistiken darüber, dass Menschen im Laufe ihres Lebens mehrere Spinnen verschlucken. Experten halten das aber für einen Mythos. Denn eigentlich meiden Spinnen Feuchtigkeit und dementsprechend auch die feuchte Luft, die Menschen ausatmen. Dass eine Spinne aus Versehen in einem Mund landet, ist ebenfalls unwahrscheinlich: Zwar sehen Spinnen schlecht, aber dank ihrer Sinnesorgane spüren sie Erschütterungen und Luftschwingungen - und würden frühzeitig Atemluft registrieren.

Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft: Warum man Spinnen nicht töten sollte

Viele Menschen erstarren beim Anblick der achtbeinigen Kreaturen – besonders, wenn besagte Beine auch noch lang und behaart sind. Die häufige Reaktion: Ekel, Panik und regelrechte Hysterie. Dabei ist die Angst vor Spinnen unbegründet. In Deutschland leben nahezu ausschließlich ungefährliche Spinnenarten. Und auf den Menschen haben es die Krabbeltiere sowieso nicht abgesehen.

Tatsächlich sollten wir der Spinne dankbar sein: Im Fachmagazin „The Science of Nature" schreiben Forscher aus Deutschland, Schweden und der Schweiz, dass alle Spinnen auf der Welt zusammengenommen jährlich zwischen 400 und 800 Millionen Tonnen Insekten und Kleinsttiere fressen. Wer also einen natürlichen und kostenlosen Schutz vor Insekten sucht, findet in Spinnen nützliche Mitbewohner.

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