Smart Lock: Wie sicher ist das intelligente Türschloss?

  • Wie so viele smarte Gegenstände soll auch das Smart Lock den Komfort im Alltag erhöhen.
  • Handwerkern, Paketzustellern oder Besuchern kann so der Zutritt zur Wohnung aus der Ferne ermöglicht werden.
  • Doch das wirft auch die Frage auf, wie sicher die Systeme sind.
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Hannover. Die Hände voll mit Einkäufen, der Schlüssel tief unten in der Tasche vergraben. Bei vielen beginnt nun das lästige Kramen vor der Haustür. Für Bewohner eines Smart Homes ist das Schnee von gestern - vorausgesetzt sie haben ihre Tür mit einem Smart Lock ausgestattet. Doch wobei handelt es sich dabei und wie sieht es mit der Sicherheit der vernetzten Türschlösser aus?

Was ist ein Smart Lock?

Beim Smart Lock handelt es sich um eine Kombination aus einem herkömmlichen mechanischen Schloss, das elektronisch geöffnet und verriegelt wird. Je nach Modell kann das bisherige Schloss entweder mit einem entsprechenden Aufsatz umfunktioniert oder auch komplett ausgetauscht werden. Smart Locks kommen vor allem als Teil der vernetzten Haussteuerung zum Einsatz.

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Wie funktioniert ein Smart Lock?

Bedienen lässt sich das Smart Lock über ein autorisiertes Gerät, zum Beispiel ein Smartphone. Per drahtloser Übertragung (Bluetooth, Z-Wave, WLAN oder per NFC) lässt sich der Schließzylinder sperren und entsperren. Dafür sendet das Gerät einen digitalen Code per App, der über eine Schnittstelle an das Smart Lock übermittelt wird und den Schlüssel im Schloss dreht.

Was bringt ein Smart Lock?

Nach Einschätzung der Hersteller bietet das Smart Lock eine Reihe an Vorteilen gegenüber herkömmlichen Türschlössern. Dazu zählt nicht zuletzt ein erhöhter Komfort. Wer ein Smart Lock mit Geofencing-Funktion eingebaut hat, muss sich sogar nur der Tür nähern, um diese automatisch zu entsperren. Vorausgesetzt, es handelt sich um eine in der App autorisierte Person.

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Da sich die Schlösser auch online oder automatisch zu festgelegten Zeiten entsperren lassen, ist es möglich, Besuchern die Tür aus der Ferne zu öffnen. So kann etwa Handwerkern, Paketzustellern oder Putzkräften der Zutritt zur Wohnung ermöglicht werden, während man selbst unterwegs ist. Der Online-Versandhändler Amazon bietet beispielsweise mit dem “Amazon Key” ein eigenes Smart-Lock-System an, das bislang allerdings nur in den USA zur Verfügung steht.

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Für Vermieter von Ferienhäusern oder privaten Unterkünften besteht zudem die Möglichkeit, Gäste ins Haus zu lassen, ohne dass vorab eine Schlüsselübergabe erfolgen muss. Die Besucher bekommen den zeitlich begrenzten Code einfach am Anreisetag per Mail oder SMS zugeschickt.

Welche Risiken gibt es?

Wie bei vielen Aspekten des Smart Homes, wird auch dem Smart Lock erhöhte Aufmerksamkeit beim Thema Sicherheit geschenkt. Was, wenn die Technik einmal versagt oder man sich aus Versehen ausgesperrt hat? Wie hilft man sich, wenn das Smartphone oder andere zum Entsperren benötigte Geräte verloren gehen? Und: Wie sicher ist das Smart Lock vor Einbrechern und Hackern?

Prinzipiell ist ein Smart Lock nicht sicherer oder unsicherer als ein gewöhnliches Türschloss. Zwar besteht das Grundrisiko des Missbrauchs durch Hacker, doch mit der richtigen Verschlüsselung durch die Hersteller und der nötigen Vorsicht durch die Besitzer lässt sich das Risiko gering halten.

Die meisten Modelle erlauben die Nutzung eines physischen Schlüssels parallel zur smarten Bedienung. Kein Problem also, wenn das Smartphone einmal nicht zur Hand ist oder der Akku leer ist. Bei Verlust des Smartphones lässt sich zudem ein anderes Gerät zum Öffnen der Tür autorisieren.

Darüber hinaus bietet das System eine gute Überwachung des eigenen Zuhauses. So registriert das intelligente Türschloss sämtliche Zugriffe und kommuniziert mit anderen Systemen im Smart Home. Sollte das Smartphone verloren gehen oder gestohlen werden, kann der Code auf dem autorisierten Gerät einfach ungültig gemacht werden.

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Doch was, wenn Hacker gezielt versuchen, die Verbindung zwischen Nutzer und Türschloss abzufangen? Zwar müsste sich der Angreifer bei dem Vorgang in Reichweite des Übertragungsradius befinden - bei Bluetooth sind das immerhin bis zu zehn Meter -, aber unmöglich scheint das nicht.

In solchen Fällen kommt es darauf an, wie gut die Hersteller ihre Produkte vor solchen Attacken schützen. Eine Methode ist der sogenannte Challenge-Response-Ansatz. Dabei wird beim Entsperren eine Zufallszahl generiert, die Besitzer über die App an das Schloss senden. So wird bestätigt, dass sie die Tür rechtmäßig öffnen dürfen. Da diese Zahlen immer wieder neu vergeben werden, können Hacker diese nicht für spätere Einbrüche nutzen.

Lohnt sich das Smart Lock?

Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Wer zu Hause ohnehin smart ausgestattet ist, wird beim Smart Lock nicht unbedingt die Grenze ziehen. Einen 2017 durchgeführten Test von AV-TEST hat die Merheit aller überprüften Modelle von deutschen und ausländischen Anbietern bestanden. Vor allem die deutschen Hersteller Noke und eQ-3 sowie der österreichische Anbieter Nuki überzeugten im Experten-Test.

Wenn man das gesamte Spektrum an Smart-Home-Produkten betrachtet, schneidet das Smart Lock sogar überdurchschnittlich gut ab. Wer hingegen auf den Komfort des schlüsselfreien Türaufschließens verzichten kann, ist auch weiterhin gut beraten, Schlüssel nah bei sich zu tragen.

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RND/pf