Schwarze Erde: Mit wenig Aufwand zum eigenen Gemüsegarten

  • Obst und Gemüse aus eigener Zucht: Das soll mit der schwarzen Erde Terra Preta ganz leicht sein.
  • Die Mischung kann man mit wenig Aufwand einfach selber herstellen.
  • Und tut damit sich und der Umwelt einen Gefallen.
Anja Klein
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Riesige Mengen köstliches Obst und Gemüse ernten – ganz ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln. Jahr für Jahr. Das hört sich traumhaft an. Mit Terra Preta soll das möglich sein. Die fruchtbare „schwarze Erde“ lässt sich mit überschaubarem Aufwand leicht im eigenen Garten herstellen.

Das steckt hinter Terra Preta

Terra Preta (portugiesisch für „schwarze Erde“) ist ein Gemisch aus Holzkohle, Tonscherben und zahlreichen organischen Materialien, wie Küchenabfällen, Knochen und Fäkalien. Hergestellt wurde sie bereits vor einigen Jahrhunderten von den Bewohnern des Amazonasbeckens. Fast alles, was in ihrem Alltag an organischem Material anfiel, wurde scheinbar dafür verwendet. Wenn wir heute unseren gesamten Abfall auf den Kompost werfen würden, wäre das darauf wachsende Gemüse ganz sicher ungenießbar. Trotzdem machen Gärtner, die Kompost (natürlich mit ausgewählten Zutaten) aufsetzen, auch heute noch etwas ganz ähnliches.

Die Pflanzenkohle macht den Unterschied

Der große Unterschied zum normalen Kompost scheint in der Zugabe größerer Mengen Pflanzenkohle zu liegen. Zumindest gehen neuere wissenschaftliche Untersuchungen davon aus, dass Pflanzenkohle die entscheidende Zutat für die extrem langfristige Düngewirkung der Terra Preta ist. Sie wirkt wie ein Speicher und verhindert, dass organische Nährstoffe durch Regen oder Gießwasser aus dem Boden ausgewaschen werden.

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Es reicht dabei aber nicht aus, einfach Pflanzenkohle in den Gartenboden einzuarbeiten. Allein scheint die Kohle keine Wirkung zu entfalten. Erst wenn man sie mit anderen Zutaten mischt und das Gemisch reifen lässt, entsteht innerhalb einiger Wochen fruchtbare schwarze Erde.

Terra Preta im eigenen Garten ausprobieren

Wäre doch schade, wenn das alte Wissen um die fruchtbare schwarze Erde verloren ginge. Die meisten dafür benötigten Zutaten fallen sowieso im Garten an. Den Rest kann man sich leicht besorgen.

Für die Herstellung von Terra Preta braucht man folgende Dinge: reifen Kompost, reifen Dung (Pferde- oder Rinderdung), zertifizierte Pflanzenkohle, Urgesteinsmehl, Effektive Mikroorganismen oder Pflanzenjauche.

Zunächst gilt es, Dung, Pflanzenkohle und Urgesteinsmehl zu vermischen und mit Impfkulturen aus Effektiven Mikroorganismen oder Pflanzenjauchen zu bewässern. Diese Mischung sollte man ein paar Tage lang in einem geschlossenen Behälter fermentieren lassen. Anschließend wird das Gemisch mit Kompost vermengt und alles zu einem Haufen aufgeschichtet. Je nach Menge der verwendeten Zutaten kann das direkt auf dem Beet oder in einem gesonderten Bereich erfolgen. Eine alte Regenwassertonne mit Deckel und Löchern am Boden ist zum Beispiel gut geeignet. Wichtig ist, dass die Mischung, wenn sie direkt auf das Beet aufgebracht wird, während der Fermentationsprozess läuft, mit einer Folie abgedeckt wird. Und auch bei der Tonne muss der Deckel drauf bleiben. Der Prozess soll weitgehend anaerob, also ohne Zufuhr von Sauerstoff, erfolgen. Vier bis sechs Wochen dauert es, bis die Fermentation abgeschlossen ist. Dann kann die Erde verwendet werden.

Und welche Zutaten braucht man?

Kompost und Dung: Grünabfälle fallen in jedem Garten regelmäßig an und ein Komposthaufen darf in einem ökologisch bewirtschafteten Garten generell nicht fehlen. Hühner, Hasen oder gar Pferde dagegen halten wohl die wenigsten. Dafür kann man beim Pferdehof in der Nähe kostenlos Pferdedung besorgen.

Pflanzenkohle und Urgesteinsmehl: Die Holzkohlereste der sommerlichen Grillabende sind leider nicht geeignet. Darin sind zu viele Stoffe enthalten, die im Gemüse nichts zu suchen haben. Experimentierfreudige Gärtnerinnen und Gärtner könnten theoretisch ihre eigene Kohle aus anfallenden Holz- und (trockenen) Pflanzenresten herstellen. Dafür muss man dann zum Beispiel einen Kohlemeiler bauen (es soll ja Gärtner mit viel Platz und toleranten Nachbarn geben). Sicherer und einfacher ist es, ökologisch einwandfreie Pflanzenkohle fertig zu kaufen. Dabei sollte man unbedingt auf das EBC-Siegel achten. Urgesteinsmehl kann man in einem gut sortierten Gartenmarkt kaufen.

Effektive Mikroorganismen: So wird eine Mischung von nützlichen Mikroorganismen (in erster Linie Photosynthese- und Milchsäurebakterien, Hefen, Aktinomyzeten, fermentaktive Pilze) bezeichnet, die es fertig im Handel zu kaufen gibt. Man kann aber auch einfach Brottrunk, die Flüssigkeit von Biosauerkraut, Joghurt, Treber oder selbst angesetzte Pflanzenjauche dafür verwenden.


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