Schimmel in der Wohnung: Diese Rechte haben Mieter

  • Schimmel entsteht durch feuchten Untergrund.
  • Bei Befall in der Wohnung kann die Miete gemindert werden.
  • Der Vermieter muss für den Schaden aufkommen, wenn er nicht glaubhaft versichern kann, dass er seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist.
Anzeige
Anzeige

Schimmel bildet sich dort, wo sich viel Feuchtigkeit ansammelt, die nicht abtrocknet. Mit der Zeit bilden sich in dem feuchten Untergrund Schimmelpilze. Häufig tritt dies nach Wasserschäden auf, die entweder unbemerkt bleiben oder nicht beseitigt werden. Schimmelpilze wachsen gut auf organischen Stoffen, die ihnen als Nahrung dienen, zum Beispiel auf Holz, Tapeten oder Zellulose.

Schimmel in der Wohnung: So erkennen Sie den Befall

Die offensichtlichsten Erkennungsmerkmale sind dunkle Flecken an den Wänden, die vom Schimmelpilz hervorgerufen werden. Diese breiten sich mit der Zeit aus und werden immer größer. Manchmal ist der Befall allerdings nicht auf Anhieb zu sehen, zum Beispiel wenn sich die Schimmelsporen zunächst hinter einem Schrank ausbreiten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Es gibt jedoch diverse Anzeichen, die auf Schimmelbefall hindeuten. Zunächst bildet sich ein muffiger Geruch. Bei weiterer Ausbreitung können gesundheitliche Beschwerden der Bewohner wie Reizungen der Haut und der Atemwege, brennende Augen oder Magen-Darm-Beschwerden hinzukommen. Auf ein vermehrtes Auftreten von Kellerasseln oder Silberfischen im Haus sollte ebenfalls geachtet werden.

Wer kommt für Schäden durch Schimmel auf?

Der Vermieter muss die Gebäudeabdichtung und die Unversehrtheit der Rohre und Baumaterialien gewährleisten. Daher ist er in der Pflicht, die Schäden zu beseitigen. Kann der Vermieter jedoch beweisen, dass ihn keine Schuld trifft, müssen Mieter glaubhaft darlegen, dass sie alles getan haben, um Schimmel zu vermeiden. Hier helfen ihnen Zeugen, die beispielsweise bestätigen, dass sie heizen und regelmäßig lüften.

Mietminderung bei Schimmelbildung in der Wohnung

Anzeige

Schimmelpilze sind ein Mangel, und Mieter haben somit das Recht, die Miete zu mindern, bis der Schimmel beseitigt wurde. Das gilt natürlich nur, wenn sie den Schimmel nicht verursacht haben. Die Höhe der zulässigen Mietminderung ist unterschiedlich und hängt von der Beeinträchtigung ab.

Es gibt Methoden, den Betrag der Mietminderung einzuschätzen. Die Summe wird anhand von Mietminderungstabellen oder Gerichtsurteilen geschätzt. Hilfreich ist, einen Experten zurate zu ziehen.

Mögliche Mietminderungen sind 7 Prozent Abzug bei wiederkehrender Feuchtigkeit mit tropfendem Wasser über 20 Prozent Abzug bei optischen Mängeln und leichter Geruchsbildung bis hin zu 100 Prozent bei erheblichen gesundheitlichen Gefährdungen durch Schimmelpilzsporen.

RND