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Da ist der Wurm drin: Das hilft gegen Schädlinge im Apfelbaum

Netze der Apfelgespinstmotte überziehen einen Apfelbaum in einem Obstgarten in der Region Hannover. Die Apfelgespinstmotte ist ein Schädling, der ganze Bäume befallen und zu größeren Schäden führen kann.

Sie sind das beliebteste Obst der Deutschen und in vielen Gärten zu finden: Apfelbäume. Die Früchte, die im Spätsommer geerntet werden, können zu Saft, Mus oder Kuchen verarbeitet werden – wenn es denn eine üppige Ernte gibt.

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Der Apfelbaum hat viele Feinde: von Pilzen, die braune, krustige Flecken auf den Früchten verursachen bis zu Motten, deren Raupen die Blätter und Äpfel fressen. Doch gegen die meisten Schädlinge können Hobbygärtner und -gärtnerinnen etwas unternehmen. Tipps und Tricks gegen die Apfelbaumschädlinge:

Was hilft gegen die Apfelbaumgespinstmotten?

Bei Apfelbaumgespinstmotten schüttelt sich wohl jeden Gärtnerin und jeder Gärtner. Viele kleine Raupen spinnen Anfang Juni ein dichtes Netz um die Blätter. Doch schon während der Blüte ist zu erkennen, ob der Baum mit den Apfelbaumgespinstmotten befallen ist, erklärt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Dann verfärben sich nämlich Blattteile braun und trocknen ein. Wenn man die trockenen Stellen öffnet, sind die kleinen Raupen darin schon zu erkennen.

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„Apfelgespinstmotten werden zunehmend zu einem Problemschädling für den Apfelanbau. Der Klimawandel führt zu trockenen Sommern und milden Wintern, was für die Raupen ideale Lebensbedingungen bedeutet“, sagt Bastian Sauer, Regionaler Streuobstbeauftragter des Regionalverband FrankfurtRheinMain in einer Mitteilung. Im schlimmsten Fall können sie ganze Apfelbäume kahlfressen.

 Eine Apfelgespinstmotte (Yponomeuta malinellus) sitzt in einem Garten auf einer Pflanze.

Eine Apfelgespinstmotte (Yponomeuta malinellus) sitzt in einem Garten auf einer Pflanze.

Und der Landschaftsgärtner und studierte Biologe verrät auch, was man gegen die Apfelgespinnstmotte unternehmen kann: „Am effizientesten ist es, bei mäßigem Befall oder bei Einzelbäumen, die Raupen einzusammeln oder die befallenen Stellen mit den Gespinsten herauszuschneiden“, rät er. Eine Alternative sei das Abspritzen der Bäume mit einem Wasserstrahl. Anschließend müssten aber die herabfallenden Raupen aufgesammelt werden, bevor sie sich wieder zum Rückweg auf die Bäume aufmachen. Ebenso helfen artspezifische Pheromonfallen, die die Motten mit Lockstoffen ködern. Im Hausgarten könne auch eine Schmierseifen-Spiritus-Lösung in kleinen Mengen helfen. Rück- und Pflegeschnitt der Bäume seien ebenfalls wichtig, damit die Bäume widerstandsfähiger sind.

Außerdem, so empfiehlt der Verband, sollten natürliche Feinde der Motte im Garten ein zu Hause finden – beispielsweise Vögel, Fledermäuse oder andere Insekten. Ein Nistkasten, Gehölz- oder Steinhaufen und eine blütenreiche Vegetation würden schon reichen.

Was hilft gegen Apfelspinner?

Ähnliches gilt für den Apfelspinner – der wohl häufigste Schädling am Apfelbaum. Auch hier können natürliche Fressfeinde den Bestand regulieren. Zwar kann man die Äpfel mit Löchern noch essen, wenn sie erst spät befallen wurden, lange haltbar sind sie aber nicht. Das Tier frisst sich als Larve in das Innere des Apfels. Bei der Ernte weisen die Früchte dann Fraßlöcher auf, aus denen Kotkrümel quellen. Zur Überwinterung kriechen die Apfelspinner unter anderem in den Ritzen der Borke, informiert die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

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Wie bei den Gespinnstmotten können bei Apfelspinnern Pheromonfallen zum Einsatz kommen. Eine weitere Möglichkeit der Bekämpfung sind Obstmadenfanggürtel aus Wellpappe, die um einen Baumstamm gewickelt werden, empfiehlt die Landwirtschaftskammer. Ab Ende Juni kann man die Pappe anbringen, damit sich die Raupen darin verstecken. Dann gilt es nur noch, die vorhandenen Raupen zu entfernen. Mit dieser Methode ist zwar keine vollständige Bekämpfung möglich, weniger werden es so aber auf jeden Fall.

Was hilft gegen den Apfelblütenstecher?

Ein etwa 20 Zentimeter breiter Wellpappring um den Apfelbaumstamm kann auch gegen einen weiteren Schädling zum Einsatz kommen: dem Apfelblütenstecher. Der Käfer legt seine Eier in noch fest verschlossene Blütenknospen. Die Folge: Die Blüten können sich nicht öffnen, es werden keine Früchte gebildet. Oft sind Gärten in Waldnähe betroffen, informiert die Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V. in einer Broschüre.

Vögel können helfen, Schädlinge im Apfelbaum loszuwerden.

Vögel können helfen, Schädlinge im Apfelbaum loszuwerden.

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Bei gutem Blütensatz sollte an den Apfelbäumen eigentlich kein größerer Schaden entstehen. Wenn der Befall aber zu groß wird, können die winterliche Stammpflege und Weißanstrichpaste die Überwinterung der Apfelblütenstecher stören. Auch bei diesem Schädling können Vögel Abhilfe schaffen und den Befall im Folgejahr reduzieren. Ein Nistkasten ist also auch gegen den Apfelblütenstecher eine gute Idee.

Was hilft gegen Apfelschorf?

Die Äpfel haben braune, krustige Flecken und auch die Blätter sind braun gesprenkelt, der Baum wirft Früchte und Blätter früher ab als gewöhnlich – dahinter könnte sich Apfelschorf verbergen. Das ist ein Pilz, der den Apfelbaum befällt und für geringere Erträge sorgt. Besonders in niederschlagsreichen Jahren kann es zu einem regelrechtem Massenbefall kommen. Die befallenen Äpfel können noch verarbeitet und gegessen werden, eine Lagerung ist aber nicht mehr möglich.

Der Pilz überdauert den Winter in befallenen Blättern am Boden, wird dann im Frühjahr umher gewirbelt und befällt den Baum, heißt es beim Institut für Pflanzenschutz der Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft. Es empfiehlt, den Baum durch Pflanzenschnitt offenzuhalten, damit die Blätter schnell trocknen können. Außerdem solle altes Laub nach dem Fall entfernt werden. Kalkstickstoff kann bei der Zusetzung des Laubs helfen.

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Was hilft gegen Apfelmehltau?

Beim Apfelmehltau scheint es, als wären die Blätter mit Mehl belegt – einem weißen Puder. Später werden die Blätter grau oder braun und vertrocknen. Auch bei der Ernte macht sich der Mehltau bemerkbar – die Äpfel sind kleiner, oft netzartig berostet. Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 20 Grad Celsius begünstigen die Bildung von Apfelmehltau, es braucht keine Regenperioden, um die Sporen auskeimen zu lassen, schreibt der hessische Pflanzenschutzdienst.

Dieser empfiehlt, befallene Triebe sofort bis ins das gesunde Holz zurückzuschneiden. Das reduziert die vorhandenen Sporen und damit auch die Ausbreitung.

Im Internet kursieren außerdem verschiedene Hausmittel, die gegen Apfelmehltau helfen können. Beispielsweise könne man 125 Milliliter Milch mit eine Liter Wasser vermengen und alle paar Tage auf die Pflanzen sprühen. Fünf Esslöffel Natron gemischt mit fünf Esslöffeln Rapsöl und einem Liter Wasser soll einen ähnlich guten Effekt haben.

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