Nach dem Umzug: Tipps für den Stromanbieter-Wechsel

  • Wer umzieht, muss möglicherweise wegen unliebsamer Vertragsklauseln einen teuren Strom-Vertrag mitnehmen.
  • Manchmal sei das aber unzulässig, kritisiert die Verbraucherzentrale.
  • Kunden sollten sich grundsätzlich nicht unnötig lange an einen Energie-Anbieter binden.
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Berlin. Wer bei einem Umzug seinen Stromanbieter wechseln möchte, sollte genau auf die Details in seinem Vertrag achten. Oft sieht dieser vor, dass Kunden den bestehenden Vertrag bei einem Umzug mitnehmen müssen. Manche Klauseln seien aber unzulässig, sagt Fabian Fehrenbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Nach Ansicht der Verbraucherschützer kann man den Vertrag fristlos kündigen, wenn der Anbieter bei einem Umzug die Vertragsbedingungen ändert, etwa den Preis oder die Laufzeit erhöht.

Weniger Kosten durch Stromanbieter-Kündigung

In dem Kündigungsschreiben sollten Kunden den Grund angeben und einen Nachweis über den Umzug beilegen. Die Kündigung lohnt sich, da am neuen Wohnort oft günstigere Preise existieren. Wer seinen Strom vom Grundversorger erhält, hat es da einfacher als Kunden von Drittanbietern. Verträge von Grundversorgern lassen sich nämlich immer mit einer Frist von zwei Wochen zum Monatsende kündigen.

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Bei vielen Drittanbietern gilt dagegen häufig eine Frist von drei Monaten zum Ende der Laufzeit. Die Folge: Der Vertrag muss mit in die neue Wohnung genommen werden - sofern die Konditionen dieselben bleiben. Um in diesem Fall Mehrkosten zu vermeiden, sollte der Verbraucher mit seinem Stromanbieter klären, wer sich beim Grundversorger an der neuen Adresse meldet. Denn wenn dieser von keinem bestehenden Vertrag weiß, springt er automatisch ein.

Wie finden Verbraucher günstige Angebote?

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"Binden Sie sich nicht unnötig lang an einen Energie-Anbieter", empfiehlt die Verbraucherzentrale. "Bleiben Sie lieber flexibel, so dass Sie bei Bedarf andere attraktive Angebote nutzen können." Ein neuer Tarif könne am besten gezielt über ein Vergleichsportal im Internet gefunden werden - beispielsweise bei "Check 24" oder "Verivox".

Filter-Einstellungen bei Online-Portalen prüfen

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Aber Vorsicht: Oft haben die Portale Voreinstellungen bei den Filtern, welche die Auswahl unnötig einschränken. Diese kann man aber in den meisten Fällen deaktivieren. So sollte man beispielsweise den Bonus nicht einrechnen lassen, um die Jahreskosten besser einschätzen zu können. Auch auf die Voreinstellung "hohe Kundenempfehlungsquote" sollte man bei der Suche verzichten. Denn die Portale bekommen laut Verbraucherzentrale Provisionen für die Tarife, die damit versehen sind.

Um nicht gleich wieder lange an einen Energieanbieter gebunden zu sein, empfiehlt die Verbraucherzentrale, nach einer Erstvertragslaufzeit von maximal zwölf Monaten zu suchen, mit einer Kündigungsfrist von maximal einem Monat. Bei einem Tarif mit Bonus sollten sich Kunden darauf einstellen, nach einem Jahr erneut zu wechseln. Denn das zweite Vertragsjahr sei in den Bonus-Tarifen in der Regel teurer. Die geringeren Kosten im ersten Jahr gehen oft ausschließlich auf den Bonus zurück.

dpa/ RND