Brennholz zerkleinern leicht gemacht: kleine Benzin­kettensägen im Praxistest

  • Wer für den Winter Brennholz zerkleinern will, kommt mit einer Kettensäge deutlich schneller voran.
  • Benzingeräte sind dabei eine gute Wahl, denn die sollen auch bei schlechtem Wetter problemlos laufen.
  • Experten der Zeitschrift „Selbst ist der Mann“ testen sieben kleine Benzin­kettensägen – schlecht ist keine.
Anzeige
Anzeige

Köln. Wer sein Brennholz selbst auf die richtige Länge sägen will, kann das mit einer Kettensäge ziemlich schnell erledigen. Kompakte Benzin­kettensägen sollen das robust und auch bei schlechtem Wetter erledigen. Tun sie auch, lautet das Ergebnis eines Tests der Zeitschrift „Selbst ist der Mann“ (11/2021).

Getestet wurden sieben benzin­betriebene Modelle der unteren Leistungsklasse bis 1,4 Kilowatt (2 PS). Aufgrund ihres Zweitakt­motors sind solche Sägen lauter als Modelle mit Akku, aber auch günstiger. „Akkusägen in dieser Größen­ordnung kosten etwa gleich viel – aber ohne Akku und ohne Ladegerät“, sagt Peter Baruschke, Testredak­teur der Zeitschrift. Dadurch sei der Preis am Ende schnell doppelt so hoch.

Längeres Sägeschwert bei dickeren Ästen

Anzeige

Die Preisspanne der Testgeräte bewegt sich zwischen 95 Euro (CSP 41 von Scheppach) und 230 Euro (MS 162 C-BE von Stihl, Version mit Kettenspanner). Und für das Geld bekommt man unterm Strich auch eine gute Leistung, so die Tester. So schnitten, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, drei Modelle mit „sehr gut“ ab, am besten die KS 400-41 V von Güde. Die vier anderen Modelle bekamen hier ein „gut“.

Im Praxistest zeigten mehrere der Sägen eine gute Leistung auch beim Fällen kleinerer Bäume und dem Teilen abgelagerter Eichen­stämme. Wer hier mehr benötigt, der sollte ein Blick auf das Sägeschwert werfen. „Wenn ich etwa weiß, dass ich dickere Stämme schneiden will, sollte mein Sägeschwert etwas länger sein“, rät Peter Baruschke.

Sicherheitsrisiko: Start mit laufender Sägekette

Anzeige

Ein Testkriterium war auch der Motorstart, das funktionierte bei allen Geräten problemlos. Einen etwas kräfte­sparenderen Start gab es bei drei Maschinen, deren Seilstarter mit Federn ausgestattet sind. Hier wird beim Ziehen der Starterschnur zunächst die Zugkraft in der Feder gespeichert und später in einem Schwung auf den Motor übertragen

Bedenklich: Einige Maschinen starteten mit laufender Sägekette, wenn die Motorbremse nicht eingelegt war. Erst nach Betätigen des Gasgriffs blieb die Sägekette später im Leerlauf stehen. Das bewerteten die Tester und der TÜV Rheinland als Sicherheitsrisiko.

Die getesteten Geräten liegen in der unteren Leistungsklasse bis 1,4 Kilowatt (2 PS). Auch Kanthölzer konnten mit den Sägen gut geteilt werden. © Quelle: Claudio Kalex/Selbst ist der Man

Gebrauchsanleitung oft nicht umfassend genug

„Generell sollte man beim Kauf einer Kettensäge beachten: Das ist keine ungefährliche Maschinen­kategorie“, so Peter Baruschke. Er empfiehlt, vorher einen Motor­sägen-Führer­schein zu machen, bei dem man lernt, mit so einem Gerät sicher umzugehen. Wegen der vergleichsweise hohen Risiken beim Handling solcher Geräte wurden auch die Gebrauchs­anleitungen genauer unter die Lupe genommen.

„Insgesamt führte das bei einigen Sägen zu einer Gesamtnote von ‚befriedigend‘, obwohl sie in der Praxis eigentlich recht gut gesägt haben“, so Peter Baruschke. Nur Stihl wurde hier den Anforde­rungen gerecht und bekam am Ende auch insgesamt die beste Note (1,7) vor der KS 400-41 V der Marke Güde (Note 1,9) und der Husqvarna 120 Mark (Note 2,2). Ein weiteres Modell schnitt auch mit „gut“ ab, die drei restlichen mit „befriedigend“.

Anzeige

Spannschrauben teils nicht gesichert

Neben der Sicherheit und Inbetrieb­nahme wurde unter anderem auch auf die Bedienbarkeit mit Arbeits­hand­schuhen geschaut. Bei fünf Modellen wurde dabei der Betriebs­schalter beim Umgreifen zum Fällschnitt ungewollt vom Daumen betätigt und die Maschine ausgeschaltet.

Beim Thema Ketten­wartung flossen der einfache Zugang zur Spann­schraube sowie die Bedienung des Spann­mechanismus in die Bewertung ein. So können bei manchen Modellen die Spann­schrauben der Ketten­befestigungen beim Kettenwechsel verloren gehen, da sie nicht gesichert seien, so die Tester. Erfreulich hingegen: Fast alle Maschinen kamen mit extra Zubehör wie etwa Schärffeilen und Misch­behälter für das Benzin­gemisch.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen