Garten im Dezember 2019: Wichtige Gartenarbeiten, die Sie erledigen sollten

  • Im Winter legen nicht nur die Pflanzen eine Ruhepause ein, auch der Gartenbesitzer kann sich entspannen.
  • Ein wenig jedenfalls. Draußen gibt es nämlich trotzdem etwas zu tun.
  • Worauf Hobbygärtner jetzt achten müssen.
Julia-Marie Meisenburg
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Hannover. Im zwölften Monat sind bunte Farben im Garten Mangelware. Erfahrene Naturfreunde haben deshalb längst vorgesorgt: Ihr privates Paradies wirkt deshalb nicht leer und langweilig, weil sie Rosenbögen und -zäune, Buchskugeln, Dekoelemente und Rankobelisken zu ihrem zweiten großen Auftritt des Jahres verholfen haben. Deren Konturen werden jetzt im Dezember durch Raureif und Schnee in ein schmuckes silbernes Gewand gekleidet. Freude macht nun im Winter auch der Blick auf das bunte Treiben im Vogelhäuschen – allerdings nur dann, wenn die gefiederten Freunde dort auch einen reich gedeckten Tisch vorfinden.

Leckerbissen für Vögel

Um Vögel im Winter zu unterstützen, können Gartenbesitzer Futterstellen einrichten. © Quelle: Pixabay (Symbolbild)
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Denn wenn es draußen kräftig friert, suchen gefiederte Gartenbesucher oft vergeblich nach Essbarem. Tierliebe Hobbygärtner schaffen Abhilfe, indem sie kleine Futterinseln einrichten, die regelmäßig nachgefüllt werden. Geeignet sind dazu geschrotete Erdnüsse, grob gemahlener Mais, mit Fett angereicherte Haferflocken und Hirse. Auch geviertelte Äpfel, Rosinen und Sonnenblumenkerne sind sehr beliebt. Wichtig: Die Futterstellen sollten katzensicher sein.

Fallobst: Fruchtmumien entfernen

Sie befallen Kern- und Steinobstfrüchte, treten oft nach einem feuchten Frühjahr auf: Monilia-Pilze. Um Neuinfektionen zu verhindern, werden die Fruchtmumien befallener Äpfel, Birnen oder auch Pflaumen im Dezember entfernt. Nur so wird verhindert, dass der Pilz im Frühjahr neue Sporen bildet, die die jungen Früchte befallen könnten. Die ausgetrockneten Früchte gehören in die Abfalltonne, dürfen nicht auf dem Kompost landen.

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Schnecken: Eier im Dezember entfernen

Was viele Gärtner nicht wissen: Die stecknadelkopfgroßen, milchig weißen Eier von Schnecken sind extrem frosttolerant. Wer im nächsten Jahr nicht wieder mit den fiesen Fressern um Zierblumen, Salat und Co. kämpfen möchte, muss jetzt im Dezember ran, unter Steinen, Brettern und Pflanzenteilen nach verborgenen Gelegen suchen. Auch häufiges Hacken des Bodens zerstört eventuelle Ansammlungen. Außerdem bietet ein feinkrümeliger Boden den Schleimern weniger Versteckmöglichkeiten.

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Obstbäume: Weißanstrich gegen Frostrisse

Bei Obstgehölzen ist dieses Phänomen weit verbreitet: Frostrisse. Sie entstehen im Frühjahr, wenn die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sehr hoch sind. Diese starken Schwankungen (nachts Frost, tagsüber Sonnenschein) können vor allem an der Stammseite, die der Sonne zugewandt ist, starke Spannungen verursachen. Wirkungsvoll verhindert werden können die ungeliebten Risse durch einen lichtreflektierenden, weißen Kalkanstrich des Stammes. Er wird jetzt im Dezember aufgetragen. Allerdings sollten Gartenfreunde darauf achten, den Pinsel nur bei frostfreiem, trockenem Wetter zu schwingen. Auch sollte der Baumstamm vorher mit einer harten Bürste gesäubert und dabei lose Borke, Moos, Flechten und darunter überwinternde Schadinsekten beseitigt werden.

Übrigens: Auch Strauchrosen können an frostigen Tagen durch starke Sonneneinstrahlung geschädigt werden. Um ihre langen Triebe vor Frostrissen zu schützen, wird ein Ring aus Maschendraht geformt und um die Rose gelegt. Anschließend wird das Innere mit Herbstlaub oder Stroh aufgefüllt. Das Laub schützt einerseits die empfindlichen Rosentriebe vor zu viel Sonne. Andererseits kommt es durch den Rotteprozess zu einer erhöhten Temperatur im Innern des Laubkorbs.

Vorsicht vor Schneebruch: Bäume vor Schnee und Eis schützen

Zugegeben: Es sieht wunderschön aus, wenn der Garten unter einer dicken Schneeschicht versinkt. Auch dient die pulvrige Decke als Winterschutz für Pflanzen. Ein Zuviel der weißen Pracht bereitet Gartenprofis dagegen Sorgen. Sie wissen: Wird die Schneelast zu groß, kann es an Hecken und Bäumen schnell zu schweren Schäden durch Astbruch kommen. Dann nämlich, wenn sich durch das zusätzliche Gewicht Bäume beziehungsweise die Äste so lange neigen, bis sie am Ende ganz knicken und abbrechen. Schneebruch wird dieses Phänomenen auch genannt. Bei anhaltendem Schneefall ist es daher sinnvoll, Sträucher und Co. ab und zu von der Last zu befreien.

Christrosen pflegen: Keine Angst vor dem Frost

Meist öffnet sie kurz nach Weihnachten ihre Blüte, zieht dann von Dezember bis März die Blicke von Gartenfreunden mit ihren schneeweißen Blüten und den leuchtend gelben Staubblättern auf sich. Die Rede ist von der Christrose (Helleborus niger). Die kalkliebende immergrüne Schönheit gedeiht vor allem an halbschattigen Plätzen mit humosem Boden, braucht jedoch gerade während der Blütezeit ausreichend Feuchtigkeit. Deswegen sollte die Staude in trockenen Wintern vor und nach Frostperioden vorsorglich etwas gegossen werden.

Steckhölzer schneiden und stecken

Forsythie, Weigelie, Liguster, Roter Hartriegel oder Zierjohannisbeere gehören zu den Blütensträuchern, die sich leicht durch sogenanntes Steckholz vermehren lassen. Dazu werden jetzt im Winter kräftige diesjährige Triebe abgeschnitten und in etwa gartenscherenlange Stücke mit je einer Knospe oder einem Knospenpaar am oberen und unteren Ende abgeteilt. Bis zur Pflanzung im zeitigen Frühjahr kommen die Steckhölzer jetzt bündelweise in den Boden – geeignet ist dafür ein schattiger, geschützter Platz in humusreicher, lockerer Gartenerde. Wichtig: Um Wurzeln bilden zu können, muss der Pflanzennachwuchs bis zur oberen Knospe eingegraben werden.

Den Teich winterfest machen

Eine Extraportion Aufmerksamkeit sollten Hobbygärtner im Dezember ihrem Gartenteich schenken. Damit seine schwimmenden Bewohner gut durch die kalte Jahreszeit kommen, wird bei Wassertemperaturen unter acht Grad die Fütterung eingestellt. Dann verabschieden sich die Fische sowieso in die Winterpause: Sie fahren ihren Stoffwechsel herunter, verlangsamen ihre Herzfrequenz und ziehen sich Richtung Teichboden zurück. Wichtig ist, dass die Teichoberfläche mithilfe eines sogenannten Eisfreihalters – ein Styroporring mit Deckel – nicht komplett zufriert. Nur so können Faulgase aus dem Teichschlamm weiterhin abziehen. Bei starkem Frost sollten Gartenbesitzer zusätzlich einen Teichheizer zum Einsatz bringen.

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Gemüse im Winter: Kontrolle im Gemüsegarten

Auch im Gemüsegarten stehen noch einige Arbeiten an: Alles, was keinen Frost verträgt, muss jetzt raus aus dem Boden. Dazu gehört beispielsweise Wurzelgemüse wie Rote Beete, Möhren oder Knollensellerie. Eine Kiste mit feuchtem, kühlem Sand gilt dafür als idealer Aufbewahrungsort.

Einige Gemüsesorten wie Grünkohl, Rosenkohl, Topinambur oder Lauch brauchen dagegen Frost, um überhaupt gut zu schmecken. Sie bleiben im Beet und werden je nach Bedarf geerntet. Winterhärter, als ihre mediterrane Herkunft es vermuten lässt, sind übrigens Kräuter wie Salbei, Thymian und Majoran. Nur wenn sie in Töpfen gehalten werden, benötigen sie einen wärmenden „Wintermantel“ aus Vlies.