“Finanztest”: Worauf Bausparer vor dem Immobilienkauf achten sollten

  • Damit Bausparer von ihrem Vertrag wirklich etwas haben, müssen Tarifvariante, Bausparsumme und Sparrate gut aufeinander abgestimmt sein.
  • Tipps für Verbraucher gibt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Finanztest”.
  • Vorsicht: Schlecht verzinsten Beiträge verringern in der Regel den Darlehensanspruch.
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Berlin. Bausparen kann sich lohnen. Wer plant, in einigen Jahren eine Immobilie zu kaufen oder zu modernisieren, kann sich so gegen steigende Zinsen absichern, erläutert die Stiftung Warentest. Um einen passenden Vertrag zu finden, sollten Verbraucher aber möglichst klare Vorgaben machen - und dann die Angebote in Ruhe prüfen. Worauf dabei zu achten ist, erklären die Experten in der Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 1/2020):

Bausparsumme: Die Höhe der Bausparsumme wird vertraglich vereinbart. Sie setzt sich aus einem Bauspardarlehen und der Summe zusammen, die in der Ansparphase zusammenkommt. In dieser Zeit zahlt der Verbraucher regelmäßige Sparraten ein. Wenn das Mindestsparguthaben erreicht ist, wird der Vertrag zugeteilt, und der Bausparer erhält das angesparte Guthaben. Zusätzlich kann er ein Bauspardarlehen zum vereinbarten Zinssatz aufnehmen.

Soll das Geld später für einen Immobilienkauf verwendet werden, sollte die Bausparsumme in der Regel nicht höher als 40 Prozent des erwarteten Kaufpreises sein, rät die Stiftung Warentest. Ist sie zu hoch angesetzt, wird der Vertrag zu spät zuteilungsreif. Dann benötigen Sparer unter Umständen einen teuren Zwischenkredit. Bausparer sollten deshalb auf den Zeitpunkt der Zuteilung achten.

Tilgungsbeitrag: Meist nehmen Bausparer nach der Zuteilung ein Darlehen auf. Dessen Monatsrate sollte maximal etwas über der Sparrate liegen, so die Empfehlung der Finanzexperten. Sonst stehe später zu wenig Geld für den Hauskauf zur Verfügung.

Sparraten: Je nach Tarif gibt es einen Regelsparbeitrag. Liegt die vereinbarte Sparrate über diesem Beitrag, kann die Bausparkasse sie als Sonderzahlung ablehnen. Dann dauert es länger als geplant, das nötige Guthaben anzusparen. Umgekehrt kann die Bausparkasse eine Nachzahlung fordern, wenn die Sparrate geringer ist als der Regelsparbeitrag - und sonst kündigen.

Beratung: Bei der Beratung sollten Kunden skeptisch bleiben und die Angebote genau durchrechnen. Denn hier haben die Warentester schlechte Erfahrungen gemacht. Interessenten haben im Auftrag der Stiftung Warentest von Juni bis Oktober 2019 insgesamt 119 Testgespräche bei 16 Bausparkassen durchgeführt. In drei Vierteln der Fälle wich die von den Beratern vorgeschlagene monatliche Sparrate deutlich vom tariflichen Regelsparbeitrag ab.

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Bausparsumme kommt oft zu spät

Teilweise sollten Kunden zudem mehr als das Mindestguthaben einzahlen. Diese schlecht verzinsten Beiträge verringern in der Regel aber den Darlehensanspruch, kritisieren die Finanzexperten. Dazu kommt: Bei jedem vierten Angebot wäre die Bausparsumme mindestens ein Jahr zu spät zugeteilt worden - im Extremfall sogar erst 15 Jahre nach dem geplanten Hauskauf.

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Mit anderen Beratern waren die Tester dagegen zufrieden. Für Angebot und Beratung zusammengenommen verliehen sie jedoch nur einem Anbieter die Note "gut". Vier bewerteten sie mit "befriedigend", neun mit "ausreichend" und drei mit "mangelhaft". Eine Bausparkasse bietet je nach Vertriebsweg andere Tarife und damit Beratungen an und wurde deshalb bei zwei verschiedenen Anbietern untersucht.

RND/ dpa

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