Fake-Anzeigen für Wohnungen oder Häuser: Wie Sie betrügerische Onlineangebote erkennen

  • Ein Mann aus der Nähe von Hannover wundert sich, als er sein Haus für einen Spottpreis im Internet entdeckt.
  • Verkaufen wollte er es nämlich nicht.
  • Die Verbraucherzentrale erklärt, was betrügerische Angebote von seriösen unterscheidet.
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Seelze/Hannover. Trickbetrüger und -betrügerinnen denken sich immer wieder neue Maschen aus. So fand ein Mann aus Seelze bei Hannover jüngst sein Haus im Internet auf einer Immobilienplattform angeboten – für einen Spottpreis. Nur: Verkaufen wollte der 69-Jährige es gar nicht. Außerdem verlangte die angeblich international tätige Maklerfirma 6200 Euro für das Zuschicken des Exposés, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) berichtet.

Solche Fake-Angebote gibt es deutschlandweit immer wieder. Erst kürzlich hatten Trickbetrügende in Hannover Wohnungen inseriert, die angeblich zu vermieten seien, wie das niedersächsische Landeskriminalamt berichtet. Auch hier sei der Betrug über das Exposé gelaufen. Wer es haben wollte, sollte vorher beispielsweise eine Monatsmiete zahlen. „Grundsätzlich sollte man skeptisch werden, wenn ein Angebot zu gut ist“, sagt der hannoversche Polizeisprecher Michael Bertram der „HAZ“.

Niemals in Vorkasse gehen

„Verlockend klingende Traumimmobilien zu vergleichsweise günstigen Preisen sind ein Indiz für Fake-Anzeigen“, schreibt auch die Verbraucherzentrale auf ihrer Webseite. Neben Geld erbeuteten manche Kriminelle so auch persönliche Daten. „Gehen Sie bei der Wohnungssuche unter keinen Umständen in Vorkasse!“, appelliert die Verbraucherzentrale.

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Betrugsmaschen gebe es einige. Beispielsweise behaupte der angebliche Eigentümer oder die angebliche Eigentümerin, er oder sie sei im Ausland. Der Schlüssel könne per Post geschickt oder von einem Mittler oder einer Mittlerin übergeben werden – gegen Kaution. Wer das Geld überweist, bekommt es nicht zurück und auch keinen Schlüssel. Auch, wenn eine Vorkaution vor dem Unterschreiben des Mietvertrags verlangt wird, sollte man von diesem Angebot besser absehen.

Einige Betrüger und Betrügerinnen stellen bereits Rechnungen für Besichtigungstermine, die dann meist auch gar nicht stattfinden. Andere erfragen eine Kopie des Personalausweises, die via Mail zugeschickt werden soll. „Das sollten Sie nicht tun: Mit dem Personalausweis können Betrüger Ihre Identität bei illegalen Geschäften nutzen“, erklärt die Verbraucherzentrale.

Fotos aus dem Netz geklaut

Wie der Hausbesitzer aus Seelze bei Hannover gegenüber der „HAZ“ berichtet, waren online mehrere Fotos der tatsächlichen Immobilie zu sehen. Auch die Adresse stimmte. Der Preis allerdings lag nur knapp über der Hälfte des tatsächlichen Werts. Die Theorie des Mannes: Die Fotos könnten aus der Zeit stammen, als er einen Verwalter damit beauftragte, sie zwecks der Suche nach einem neuen Mieter oder einer neuen Mieterin ins Internet zu stellen.

Nachdem er sich bei der Immobilienplattform meldete, haben die Verantwortlichen die Annonce mit den Bildern seines Hauses direkt aus dem Netz genommen. Jedoch: Seitdem tauche die Anzeige immer wieder auf verschiedenen Portalen auf.

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Fake-Anzeigen für Wohnungen erkennen

Um solche und andere Fake-Anzeigen zu erkennen, hat die Verbraucherzentrale einige Kriterien zusammengestellt. Sie lauten: zu günstige Preise; das Fordern einer Vorkassezahlung; widersprüchliche Angaben in Text und Bildern oder schlechtes Deutsch, wenn die Kriminellen zum Beispiel mangels eigener Sprachkenntnisse mit Übersetzungsprogrammen arbeiten. Außerdem würden seriöse Anbieter in der Regel Angaben wie die Höhe der Warm- oder Kaltmiete sowie den Energieausweis bereitstellen.

Auch Bilder, die aussehen wie frisch aus dem Werbekatalog, sollten das eigene Misstrauen schüren – im Zweifel kann man mit der umgekehrten Bildersuche von Google checken, ob sie nicht einfach aus dem Internet kopiert wurden.

RND/saf

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