Die Kunst der Raumgestaltung – Deutscher Innenarchitekturpreis 2019

KEGGENHOFF | PARTNER Architekten, Arnsberg  / City Pastoral Siegen

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Berlin. Der Preis des Bundes deutscher Innenarchitekten (bdia) würdigt innovative Projekte, deren „innere Architektur“, so der Bund, vorbildlich konzipiert, gestaltet und ausgeführt worden ist. Der Deutsche Innenarchitekturpreis ist der einzige Preis in Deutschland, der sich exklusiv der Qualität der Innenarchitektur widmet.

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Aus allen Einreichungen wählte die Expertenjury 27 Projekte aus, von denen vier Preisträger während des Deutschen Architektentags in Berlin gekürt wurden. Alle 27 Innenarchitekten sind mit ihren Projekten im Buch „Deutscher Innenarchitekturpreis 2019“ dokumentiert.

Und das sind die Preisträger

1. Platz: Sabine Keggenhoff für das Projekt „K3 – City Pastoral“

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Ein autarker kirchlicher Raum, der als eine mögliche Antwort auf das Kommunikationsbedürfnis einer modernen Gesellschaft erfasst werden kann – das ist das Konzept des „K3 – City Pastoral" in Siegen. Es greift dort, wo Menschen über die Gemeinde oder andere traditionelle kirchliche Angebote nicht mehr erreicht werden. Neben klassischer Pastoralarbeit gibt es auch weitere kulturelle Programme. Ziel ist es, niedrigschwellig einen Raum zu schaffen, den die Menschen als Anlaufpunkt wahrnehmen, ihn besuchen und nutzen. Die Innenarchitektur der Fläche bietet Raum für dynamische Arbeit innerhalb flexibler Raumstrukturen – und das im denkmalgeschützten Bestand. Offen konzipiert mit dem Ziel, Begegnung und Austausch zu fördern, aber auch Diskretion und Vertrauen zu vermitteln.

Die Preisträgerin, Prof. Dipl.-Ing. Sabine Keggenhoff Innenarchitektin bdia, Architektin, studierte an der HS Detmold sowie der University of New South Wales.

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2. Platz: Frank F. Drewes für das Projekt „Simplicity Campus Oelde“

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Der Wunsch des Bauherren war es, kein Verwaltungsgebäude im klassischen Sinn, sondern vielmehr einen Thinktank mit offener Atmosphäre zu erschaffen. Zentral sind der Campusgedanke und die Mischung aus Arbeit und Erholung. Sichtbeton, verzinkter Stahl und ein anthrazitfarbener Strukturputz bestimmen die äußere Erscheinung der Architektur. Fenster aus geschwärztem Eichenholz bilden einen natürlichen Gegenpol und leiten in die Materialität der Innenräume über, wo Sichtestrichböden, Mobiliar aus Eiche und Akustikdecken (Holzwolleplatten) zum Einsatz kommen. Diverse Sitz- und Loungebereiche schaffen wohnliche und kommunikative Zonen.

Frank F. Drewes, Innenarchitekt, Diplom an der RWTH Aachen und Master of Architecture an der UC Berkeley, Kalifornien, USA. Büro: drewes + strenge architekten bda.

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Simplicity Campus Oelde

Simplicity Campus Oelde

2. Platz: „Wohnen im Rinderstall“ von Henrike Becker

Inmitten der Holsteinischen Schweiz, umgeben von Seen, wurde der scheunenartige Rinderstall von ca. 1920 schon etliche Jahre nicht mehr für die Viehwirtschaft genutzt. Ziel des Teilumbaus war es, eine moderne Wohnnutzung zu etablieren, die auf verschiedene Weise die zauberhafte Umgebung und den Geist des alten Gemäuers einbezieht. Als Reminiszenz an den Stall wurden die bestehende Holztreppe und die alten Stalltüren aufgearbeitet und erhalten. Die unverputzte Innenwand aus Backstein wurde nur leicht geschlämmt und spielt eine zentrale Rolle im Raum. Sie integriert zum einen den Tunnelkamin und verbindet dadurch den Wohn- mit dem Klavier- und Essraum. Neben der Küche gelangt man ins Obergeschoss, dem ehemaligen Heuboden, der durch das Gebälk und die niedrigen Decken weiterhin spürbar bleibt. In diesem wohligen, geborgenen Raum mit tollem Ausblick sind die Funktionen Schlafen, Bad, Ankleide und Büro vereint.

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Henrike Becker, Dipl.-Ing. Innenarchitektin bdia, studierte Innenarchitektur an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur. Büro: Becker Innenarchitektur Architektur.

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Umbau Rinderstall Henrike Becker

Umbau Rinderstall Henrike Becker

3. Platz: „Blutspenderaum Universitätscampus“ von Sabine Krumrey

Wie werden Studierende zwischen Hörsaal und Mensa zum Blutspenden motiviert? Dies war die zentrale Frage bei der Gestaltung eines Blutspenderaums auf dem Campusgelände der Universität Hamburg. Die Antwort ist ein ungewöhnliches Interior Design, das mögliche Schwellenängste mit humorvoller Coolness beseitigt. Die Herausforderung, mit einem kleinen Budget auf 70 Quadratmetern einen Blutspenderaum mit Empfangszone und zwei innenliegenden Untersuchungszimmern zu errichten, wurde mit kreativen Materialien und Gestaltungsformen wie lackierten Stahlpanzerrohren, Fliesenaufklebern und großformatigen Wandtypografien gemeistert. Seit der Eröffnung findet jeden Donnerstag mit großem Erfolg der „Bloody Thursday“ statt.

Sabine Krumrey, Innenarchitektin bdia, studierte Innenarchitektur an der HS Rosenheim. Büro: brandherm + krumrey interior architecture.

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Die Blutspendebar von Sabine Krumrey.

Die Blutspendebar von Sabine Krumrey.

bdia-Präsidentin Vera Schmitz betonte anlässlich der Preisverleihung, die Bedeutung der Innenarchitektur – auch in Bezug auf den heutigen Immobilienmarkt. „Der Umbau im Bestand wird immer wichtiger“, so Schmitz, „denn die Nachfrage nach Wohnraum oder Büroflächen in der Stadt als auch auf dem Land ist sehr hoch. Es werden derzeit mehr Wohnungen genehmigt als tatsächlich fertig gestellt (2018: 346.800 zu 285.900, Destatis), die Baupreise liegen dazu auf Rekordhoch. Wir müssen uns daher auf den Bestand konzentrieren und ihn nach den Bedürfnissen der Menschen umbauen und gestalten – dafür sind Innenarchitekten die Experten, wie unsere Preisträger mit ihren vielseitigen Arbeiten eindrucksvoll zeigen.“

Der 1. Platz des Innenarchitekturpreises ist mit 4.000 Euro dotiert, der 2. Platz mit jeweils 2.500 Euro und der 3. Platz mit 1.000 Euro. Die Teilnahme am Wettbewerb, der nur alle vier Jahre stattfindet, ist kostenfrei und steht allen in den Länderkammern eingetragenen Innenarchitekten – freischaffend, angestellt oder verbeamtet – offen.

Hier geht es zu den 27 Architekturbüros, die in die engere Auswahl des Preises kamen.

RND/dk

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