Bei Bränden hilft oft nur Flucht

  • Ein brennender Adventskranz, ein Kurzschluss oder die Zigarette im Bett: Wenn in der Wohnung ein Feuer ausbricht, ist schnelles Handeln gefragt.
  • Da Brände schwer einzuschätzen sind, gilt es, die Wohnung zu verlassen und sofort die Feuerwehr zu alarmieren.
  • Denn die größte Gefahr geht nicht von Flammen, sondern von giftigen Rauchgasen aus.
Sebastian Hoff
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Hannover. Es kann ganz schnell gehen: Die Kerze entzündet den Adventskranz, der Wäschetrockner hat einen Kurzschluss, oder der Topf wird auf der Herdplatte vergessen. Schon bricht ein Feuer aus. Nach Angaben des Verbands Privater Bauherren (VPB) brennt es in Deutschland rund 190.000-mal im Jahr. Ein Viertel der Brände betrifft Privathaushalte. Bis zu 800 Menschen sterben, etwa 5500 erleiden schwere Verletzungen. Der materielle Schaden beläuft sich auf mehrere Milliarden Euro. Häufigste Ursache ist aber nicht etwa die berühmte Zigarette im Bett, sondern ein technischer Defekt – meist in der Küche. „Der Klassiker ist, dass Elektrogeräte Feuer fangen. Das kann auch dann passieren, wenn sie gar nicht in Betrieb sind“, erklärt Julia Wagner, Referentin Recht bei Haus & Grund Deutschland. Sie rät dazu, hochwertige Geräte zu kaufen und sie regelmäßig zu überprüfen. Um sicherzugehen, sollten sie bei Nichtbenutzung ausgeschaltet werden.

Vorsicht: Mehrfachstecker sind oft überlastet

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Hängen die Geräte an einer Steckerleiste, können sie zentral ausgestellt werden. Doch Vorsicht: Häufig werden diese Mehrfachstecker durch zu viele Anschlüsse überlastet, können überhitzen und selbst in Brand geraten. Viele Brände gehen auf Unachtsamkeit der Bewohner zurück: So werden Kerzen auf dem Tisch vergessen oder Öl in der Pfanne schlägt Flammen. Ist Letzteres der Fall, sollte auf keinen Fall mit Wasser gelöscht werden, sonst droht eine Explosion. Besser ist es, das Feuer zu ersticken.

Sogenannte Entstehungsbrände auf Kleinstflächen könnten in der Regel selbst gelöscht werden, erklärt Carsten-Michael Pix, Referent beim Deutschen Feuerwehrverband: „Es gibt eine Menge Feuer, die bereits gelöscht sind, wenn die Feuerwehr kommt.“ Er empfiehlt, ein Feuerlöschspray zur Hand zu haben. Das wirkt schnell und ist einfach zu bedienen. Auch ein Feuerlöscher sollte bereitstehen – in mehrstöckigen Häusern am besten auf jeder Etage, ergänzt Wagner.

Größte Gefahr geht von giftigen Rauchgasen aus

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Sind Brände schwer einzuschätzen, gibt es nur eins: „Rausgehen, Tür schließen und die Feuerwehr rufen“, sagt Pix. Die Nummer 112 ist von jedem Telefon zu erreichen. Die größte Gefahr geht nicht von Flammen, sondern von giftigen Rauchgasen aus. Daran sterben etwa 95 Prozent aller Brandopfer. „Heutzutage sind Brände extrem toxisch, weil oft Kunststoff Feuer fängt und die Häuser hermetisch dicht sind“, so der Brandexperte. Die Gase können bewusstlos machen. Deshalb sollten Bewohner niemals einen verrauchten Flur betreten. In dem Fall ist es dringend geboten, in der Wohnung zu bleiben, Türritzen abzudichten und am Fenster auf die Feuerwehr zu warten. Vorschrift sind inzwischen in allen Wohnungen Rauchwarnmelder.

Richtige Versicherung im Fall des Falles

Wird ein Feuer nicht gleich gelöscht, ist der Schaden oft immens. „Nach einem großen Brand ist das Haus in der Regel unbewohnbar, selbst wenn es noch komplett steht“, sagt der Bausachverständige Norman-Marcel Dietz. Denn Einrichtung und Wände sind oft verrußt. „Den Geruch bekommt man schlecht wieder raus“, sagt Dietz.

In der Regel springt dann die Wohngebäudeversicherung ein. Im Extremfall wird ein neues Haus finanziert. Für Schäden an der Einrichtung komme die Hausratversicherung auf, erläutert Henning Engelage vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.