Baumrinden im Winter: So hübsch präsentieren sie sich im Garten

  • Während wir uns in den kalten Monaten warm anziehen, werfen die meisten Bäume im Garten ihr Blätterkleid ab.
  • Es lohnt sich vor allem ein Blick auf die Rinde.
  • Diese ist bei einigen Arten nicht nur schützende Haut, sondern ein echter Hingucker.
Stefanie Syren
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Hannover. Dottergelbe Forsythien- oder knallrote Mohnblüten übersieht niemand. Verglichen damit sind die Effekte, die man mit Rinden im Garten erzielen kann, meist dezent. Doch die Akzente setzen sie zu einer Zeit, in der sich die Natur überwiegend in Grau- und Brauntönen präsentiert. Dann werden auch zurückhaltendere Nuancen wahrgenommen. Wenn Blüten verwelkt und Blätter abgeworfen worden sind, ist der Blick frei für die subtile Schönheit der Rinden.

Zwar sind Rinden meist mehr oder weniger braun, aber wer auf die unterschiedlichen Schattierungen und Oberflächen achtet, wird von ihrer Schönheit und Vielfalt fasziniert sein. Da wäre die grobe Borke einer Kiefer oder die wie ein Puzzle gemusterte Rinde einer Platane. Für die meisten Hausgärten dürften diese Bäume zu groß sein. Nicht weiter schlimm, denn Liebhaber besonders schöner Rinden haben Alternativen, die auffälliger und im Wuchs kompakter sind.

Wie ein Puzzle sieht diese Platanen-Rinde aus. © Quelle: Pixabay
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Attraktive Außenhaut: Rinden-Raritäten sind hübsch

Natürlich werden die wenigsten Bäume nur der Rinde wegen gepflanzt, aber wenn eine attraktive Außenhaut als Zugabe winkt, lohnt es sich, vor der Pflanzung auch darauf zu achten. Beim Ahorn ist meist die spektakuläre Laubfarbe im Herbst ein Pluspunkt. Die bieten auch die Vertreter der Schlangenhaut-Ahorne – mit dem Unterschied, dass sie nach dem Frost den Blick Richtung Rinde lenken. Ihre streifenförmig gemusterte Außenhaut gibt ihnen den Namen. Beim Ahorn Acer conspicuum „Phoenix“ ist diese sogar feuerrot gefärbt und im Winter nicht zu übersehen. Sein Verwandter, der Zimt-Ahorn (Acer griseum), trägt im Herbst leuchtend orangefarbenes bis rötliches Laub und überrascht mit einer Rinde, die sich abschält und in ihrem Aussehen an Zimtstangen erinnert.

Diese Häutung kennt man von Birken. Wobei es auch bei ihnen besonders attraktive Arten und Sorten gibt, die hierzulande bislang selten gepflanzt werden. So wie die Sorte „Bowling Green“ mit besonders großen „Papierstreifen“ oder „Pink Champagne“ mit pastellrosa schimmernder Rinde. Allerdings werden diese Birken durchaus 20 Meter und höher.

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Dafür dürfte der glänzende Auftritt, den die Rinde der Mahagoni-Kirsche (Prunus serrula) im Winter hat, besser in kleine Gärten passen. Sie kommt in der schräg stehenden Wintersonne optimal zur Geltung und schimmert in raffinierten Kupfertönen. Mit einer Wuchshöhe von acht bis neun Metern bleibt sie, verglichen mit einer Birke, kompakt. Zusätzlich zur Rinde spendiert sie im April und Mai weiße Blütenwölkchen und im Herbst leuchtend rot gefärbtes Laub.

So schön leuchtet die Rinde der Mahagoni-Kirsche. © Quelle: Ian Grainger/ Stock Adobe
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Hartriegel als Hingucker

Es muss nicht immer ein Baum sein. Auch eine Etage tiefer können Rinden Akzente setzen. Die als Büsche wachsenden Hartriegel entzünden mit ihren farbigen Trieben regelrechte Leuchtfeuer in den Beeten: Der Purpur-Hartriegel (Cornus alba „Sibirica“) ist mit seiner feuerroten Rinde auch von Weitem nicht zu übersehen.

Besonders gut kommt seine Farbe zur Geltung, wenn ihm als Kontrast ein naher Verwandter, der Seidige Hartriegel (Cornus sericea „Flaviramea“), zur Seite gepflanzt wird. Dessen Rinde zeigt ein auffälliges Currygelb und bringt sämtliche Rottöne in seiner Nähe zum Leuchten. Ein jährlicher radikaler Rückschnitt Anfang März hält diese Hartriegel nicht nur kompakt, sondern auch dekorativ. Denn die auffällig gefärbte Rinde zeigt sich bei diesen beiden Gehölzen an den frisch ausgetriebenen, jungen Trieben.

So sieht der sibirische Hartriegel aus. Im Winter setzen die Triebe farbige Akzente im Garten. © Quelle: RND

Intensive Rinden-Farben sind kein Problem

Ebenfalls ungewöhnlich gefärbt sind die purpur bis grau überreiften Triebe der Tangutischen Himbeere (Rubus cockburnianus). Sie kommen vor dunklem Hintergrund, zum Beispiel einer immergrünen Hecke, gut zur Geltung und bereichern ein Beet mit ihren in Bögen überhängenden Wuchsformen. Bei ihnen werden alle Triebe, die im Sommer Früchte getragen haben, abgeschnitten. So bildet auch diese wüchsige Art wieder attraktive Jungtriebe und verbreitet sich nicht stärker als gewünscht.

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Sorgen, dass dekorative Rinden das Farbkonzept eines Gartens durcheinanderbringen könnten, muss man sich nicht machen. Sobald die Blätter wieder austreiben, verschwinden selbst intensiv gefärbte Rinden, wie sie die genannten Hartriegel zeigen, hinter einem grünen Vorhang aus Blättern. Sie üben sich im Understatement und überlassen den anderen Gewächsen die Bühne im Beet – bis zum nächsten Jahr, wenn der Frost ihre Haut wieder freilegen wird.

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